Andere Barsche (Meerwasser)

Paletten-Doktorfisch

Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) im Tierpark Mundehof, Freiburg i.Br. Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) im Tierpark Mundehof, Freiburg i.Br.
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Doktorfischartige (Acanthuroidei)
Familie: Doktorfische (Acanthuridae)

D LC 650

Paletten-Doktorfisch

Paracanthurus hepatus • The Blue Tang • Le chirurgien bleu

Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus), Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Paletten-Doktorfischs (Paracanthurus hepatus)

 

 

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Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Paletten-Doktorfisch "Dory" in Begelitung der Ringel-Anemonenfische "Marlin" und "Nemo". Bild aus dem Trickfilm "Finding Dory" der Pixar Animation Studios. 2016.

 

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Der Paletten-Doktorfisch ist eine äußerst attraktiv gezeichnete Art, die durch den Animationsfilm "Finding Dory" weiter an Popularität gewonnen hat und sich daher bestens als Botschafter für den Schutz der Korallenriffe und der Meeresumwelt eignet. Er wird deshalb in zahlreichen europäischen Zoos und Schauaquariuen gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Paletten-Doktorfisch erreicht eine Länge bis zu 31 cm. Seine Körperfarbe ist blau mit einer schwarzblauen Palettenzeichnung in der oberen Körperhälfte und einer gelben Schwanzflosse, die oben und unten von einem schwarzen Band gegrenzt ist. Die Rückenflosse hat 9 Stachel- und 19-20 Weichstrahlen, die Analflosse 3 Stachel- und 18-19 Weichstrahlen. Typisch für alle Doktorfische sind die "Skalpelle", auf jeder Seite der Schwanzwurzel befindliche scharfe Knochenfortsätze. Diese Skalpelle liegen in Gruben versenkt und werden nur bei Angriff bzw. Verteidigung ausgestellt. Sie können tiefe, schmerzhafte Wunden verursachen [1; 2; 3].

Verbreitung

Indo-Pazifik: Von der Küste Ostafrikas und den Maskarenen bis Kiribati und Samoa. Die Art kommt in den Territorialgewässern von über 50 Ländern oder abhängigen Gebieten vor [4].

Lebensraum und Lebensweise

Typischerweise lebt der Paletten-Doktorfisch an Außenriffen oder Riffdurchbrüchen mit starker Strömung. Er schwimmt meist in losen Verbänden 1-2 m über Grund, Jungfische in der Nähe von Korallenstöcken von Pocillopora eydouxi, in denen sie sich bei Gefahr verstecken. Die Nahrung besthet hauptsächlich aus Zooplanton, gelegentlich auch Algen [2; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Paletten-Doktorfisch ist weit verbreitet, aber eher selten Er wird für den Aquarienhandel genutzt, es bestehen aber keine Anhaltspunkte für eine Bestandsabnahme. Er kommt auch in zahlreichen Meeresschutzgebieten vor und gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2010 als weltweit nicht gefährdet [4]

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

In dem 2003 erschienen Animationstrickfilm "Finding Nemo" der Pixar Animation Studios, in welchem Korallenfische in biologisch völlig unzutreffender, vermenschlichenden Weise dargestellt wurden, spielte der Palettendoktorfisch "Dory" (auf Deutsch "Dorie" mit der Stimme von Anke Engelke) eine wichtige Rolle und wurde im "Finding Dory" betitelten, 2016 erschienen Nachfolgefilm zur Hauptfigur.

Die Art ist im internationalen Aquarienfischhandel sehr gesucht [1; 2]. Angebote liegen in Deutschland in der Größenordnung von 40-75 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 140 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs fordert für bis zu drei Tieren ein Becken von mindestens 5'000 l Inhalt, für jedes weitere Tier 1'000 l mehr. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Teuthis hepatus" beschrieben. Der französische Naturforscher Graf Bernard-Germain-Étienne de LACÉPÈDE stellte sie 1802 in die Gattung Acanthurus und der niederländische Ichthyologe Pieter BLEEKER trennte sie 1863 als monotypische Gattung Paracanthurus wieder davon ab [2]

Literatur und Internetquellen

  1. EICHLER, D. (1997)
  2. FISH BASE
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. McILWAIN, J. et al. (2012). Paracanthurus hepatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T177972A1507676. http://www.iucnredlist.org/details/177972/0. Downloaded on 01 April 2018.

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Gelesen 442 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 Mai 2019 15:17
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx