Buntbarsche

Mittelamerikanische Buntbarsche

Zitronenbuntbarsch (Amphilophus citrinellus) im Aquarium tropical, Allexl Zitronenbuntbarsch (Amphilophus citrinellus) im Aquarium tropical, Allexl
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Südamerikanische Buntbarsche (Cichlinae)

D NB 650

Zitronenbuntbarsch

Amphilophus citrinellus • The Midas Cichlid • Le citrinellum

535 036 014 004 amphilophus citrinellus allex PD2
Zitronenbuntbarsch (Amphilophus citrinellus), normal gefärbtes Männchen, im Aquarium tropical Allex © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

535 036 014 004 amphilophus citrinellus map
Approximative Verbreitung des Zitronenbuntbarschs (Amphilophus citrinellus); dunkelblau: autoichthone Verbreitung; rot: eingeführte Populationen in Florida

 

 

Zitronenbuntbarsch (Amphilophus citrinellus), Zoo Osnabrück © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Zitronenbuntbarsch (Amphilophus citrinellues), gelbe Phase, im Zoo Osnabrück © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Zitronenbuntbarsche sind, namentlich in ihrer gelben Farbphase und wegen der großen Stirnhöcker der Männchen, auffällige Fische, welche die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen und daher eine gute Botschafterart für den Schutz der Biodiversität in Mittelamerika darstellen. Die werden daher relativ häufig in europäischen Zoos und Schauaquarien gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Zitronenbuntbarsche erreichen eine Länge von 30 cm. Das Männchen ist leicht an dem stark entwickelten Stirnbuckel vom Weibchen zu unterscheiden. Der Zitronenbuntbarsch kommt in vielen Farbvarianten vor. Die meisten Individuen sind unscheinbar schwarz, grau oder braun gefärbt. Etwa 10 % der Wildpopulation sind leuchtend gelb [1; 2; 3].

Verbreitung

Mittelamerika: Karibische Seite von Südmexiko, Honduras, Nikaragua und Costa Rica. In Seen und langsam fliessenden Flüssen [3]. Nach GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY im Süden von Nikaragua und in Costa Rica auch auf der Karibikseite.

Lebensraum und Lebensweise

Der Zitronenbuntbarsch besiedelt Flüsse und Seen, vor allem in der Geröll- und Felsenzone, wo er sich zwischen Baumstrünken und Ästen aufhält. Im Nikaraguasee wurde er bis in eine Tiefe von 30 m festgestellt. Er ernährt sich von Pflanzenmaterial, Kleinkrebsen, Insektenlarven und Wasserschnecken. Er ist ein Offenbrüter mit Gelegen von einigen 100 bis über 1'000 Eiern. Die Larven schlüpfen nach 3 Tagen. Sie werden in Gruben untergebracht und schwimmen nach weiteren 5 Tagen frei [1; 2].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wegen ihres variablen farblichen Erscheinungsbildes und des gewaltigen Stirnbuckels der Männchen ist diese Art ein sehr beliebter Aquarienfisch, von dem es mittlerweile eine Reihe unterschiedlich gefärbter Zuchtformen gibt. Für die gewerbliche Fischerei ist sie von untergeordneter Bedeutung [1]. Die Preise variieren nach Größe und Zuchtform beträchtlich.

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 40 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich gut ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1864 von dem aus Esslingen stammende und am British Museum of Natural History tätige Albert Karl Ludwig Gotthilf GÜNTHER als "Heros citrinellus" beschrieben. Später wurde sie der vom Schweizer Naturforscher Jean Louis Rodolphe AGASSIZ 1859 aufgestellten Gattung Amphilophus zugeordnet [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AQUARIUM RATGEBER
  2. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  3. FISH BASE

D NB 650

Schwanzfleck-Buntbarsch

Mayaheros urophthalmus • The Mayan Cichlid • Le cichlidé du Mexique

Managua Buntbarsch (Parachromis managuensis) im Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Schwanzfleckbuntbarsch (Mayaheros urophthalmus), Zuchtform im Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

535 036 mayaheros urophthalmus map
Approximative Verbreitung des Schwanzfleckbuntbarsch (Mayaheros urophthalmus); dunkelblau: autochthone Verbreitung; rot: eingeführte Populationen in Florida

 

 

535 036 mayaheros urophthalmus usgs
Schwanzfleckbuntbarsch (Mayaheros urophthalmus). Bild: Pam Fuller, US Geological Survey. Public Domain.

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der Schwanzfleck-Buntbarsch ist vermutlich der einzige Vertreter der Gattung Mayaheros, der in europäischen Zoos und Schauaquarien zu sehen ist - und auch dies nur ausnahmsweise.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schwanzfleck-Buntbarsch kann eine Länge von etwa 40 cm erreichen. Die Tiere werden im Schnitt mit etwa 12 cm geschlechtsreif. Das bekannte Höchstgewicht liegt bei 1.1 kg. Der Körper ist hochrückig und seitlich abgeflacht. Die Grundfärbung ist variabel, meist gelblich oder bräunlich-gelb. Es existieren jedoch auch andere Varianten. Auf den die Körperflanken verlaufen zwischen dem Ansatz der Brustflossen und der Schwanzflosse 6 mehr oder weniger deutliche dunkle Querbänder und auf der Schwanzwurzel befindet sich ein Pfauenauge [1; 2].

Verbreitung

Mittelamerika. Die Literaturangaben sind widersprüchlich: nach FISH BASE [2] von Mexiko bis Nikaragua im Einzugsgebiet der in die Karibik mündenden Flüsse. Nach GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY südwärts bis Costa Rica und auch auf der Pazifikseite. Die Art wurde in Florida angesiedelt. Seit ihrem ersten Nachweis im Jahr 1983 dehnt sie dort ihr Areal kontinuierlich aus [3].

Lebensraum und Lebensweise

Die Art besiedelt ein weites Spektrum an Lebensräume, einschließlich Flüsse, Seen, Weiher, Sümpfe, Mangrovenwälder und Ästuare. Sie lebt in der Regel im Süßwasser, toleriert jedoch auch Brackwasser. Der Schwanzfleckbuntbarsch ernährt sich von kleineren Fischen und Wirbellosen. Er ist ein Offenbrüter, der sich im Süßwasser wie im Brackwasser fortpflanzen kann. Das Weibchen legt bis zu 600 Eier legen, die es in der Regel auf dem Gewässerboden ablegt [1; 2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt. Nachdem sie sich in Florida invasiv verhält, kann man davon ausgehen, dass keine Gefährdung vorliegt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Schwanzfleck-Buntbarsch wird für Speisezwecke kommerziell gefischt und in Aquakultur produziert. Er ist Gegenstand der Sportfischerei und befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [2]. In Deutschland werden kleine Exemplare zu etwa 15 €, 15-18 cm lang zu 120 € pro Stüvk angeboten (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1862 von Albert Karl Ludwig Gotthilf GÜNTHER als "Heros urophthalmus" beschrieben. Sie wurde dann für lange Zeit in die Gattung Cichlasoma gestellt, bis 2016 im Rahmen einer Revision der mittelamerikanischen Cichliden die Gattung Mayaheros aufgestellt wurde [2].

Literatur und Internetquellen

  1. FISCH-LEXIKON
  2. FISH BASE
  3. US GEOLOGICAL SURVEY

Zurück zu Übersicht Fische

Weiter zu Kamm-Buntbarsche (Cichla spp.)

Gelesen 1005 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 Mai 2019 13:01
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx