Haie

Schwarzspitzen-Riffhai

Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus) im Zoo-Aquarium Berlin Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus) im Zoo-Aquarium Berlin
© Zoo Berlin

Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Teilklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Taxon ohne Rang: Haie (Selachii)
Ordnung Grundhaiartigen (Carcharhiniformes)
Familie Requiemhaie (Carcharhinidae)

D NT 650

Schwarzspitzen-Riffhai

Carcharhinus melanopterus • The Blacktip Reef Shark Le requin à pointes noires

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Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus) im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig

 

 

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Approximative Verbreitung des Schwarzspitzen-Riffhais (Carcharhinus melanopterus)

 

 

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Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus) in de Cité de la Mer, Cherbourg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus) mit Schiffshalter im Zoo Olmütz © Zoo Olomouc

 

 

Der potenziell gefährdete, relativ kleine  C. melanopterus ist der mit Abstand am häufigsten in Zoos und Schauaquarien gehaltene Riffhai.

Körperbau und Körperfunktionen

Schwarzspitzen-Riffhaie werden mit 91-100 cm Länge geschlechtsreif und erriechen meist eine Länge von 150, selten bis 180 cm. Ihre Schnauze ist stumpf und ihr Körper kräftig. Der Körper ist oberseits bräunlich-grau gefärbt, unterseits weiß. Die Spitzen und zum Teil Ränder aller Flossen sind schwarz [1; 4; 7]

Verbreitung

Indo-Pazifik, Mittelmeer: Indischer, West- und Zentralpazifischer Ozean und deren Nebenmeere von Südafrika bis Hawaii. Die genaueren Angaben variieren je nach Quelle. Kommt auch im östlichen Mittelmeer vor, wohin er vermutlich via den Suezkanal gelangte [1; 5].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schwarspitzen-Riffhai findet sich häufig in flachem, nur wenige Meter tiefem Wasser über oder in der Nähe von Korallenriffen, gelegentlich auch in Brackwasser. Jungtiere schwimmen auch in nur 20 cm tiefem Wasser in Lagunen. Riffhaie sind vivipar. Nach einer Tragzeit von 12-16 Monaten werden meist 35-45 cm lange 3-4 Junge geboren. Während und nach der Geburt haben die Weibchen eine Beißhemmung, damit sie ihre Jungen nicht fressen. Die Männchen halten sich zu dieser Zeit in anderen Gebieten auf [2; 7].

Gefährdung und Schutz

Der Schwarzspitzen-Riffhai ist weit verbreitet und im Allgemeinen häufig. Es ist jedoch fraglich, ob die tiefe Reproduktionsrate längerfristig den Fischereidruck kompensieren kann. Die Art wurde deshalb im Rahmen einer revisionsbedürftigen Beurteilung aus dem Jahr 2005 als potenziell gefährdet eingestuft [5].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Schwarzspitzenriffhai wird kommerziell befischt und gelegentlich für Schauaquarien gefangen [6]. Für den Menschen wird er kaum gefährlich, er folgt zwar Schwimmern neugierig, greift aber in der Regel nicht an, sondern flieht wenn man auf ihn zu schwimmt [4].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 120 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Mehrere Zoos haben die Art nachgezüchtet, darunter das SeaLife Oberhausen. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. In Österreich fordert die 2. Tierhaltungsverordnung für 1-2 Tiere mindestens 50 m² freie Schwimmfläche und eine Wassertiefe von mindestens 2 m. Für jedes weitere Tier ist die Fläche um 20 m² zu vergrößern. Die "Mindestanforderungen für das Halten von Fischen zu Zierzwecken" der Schweizerischen Tierschutzverordnung dürften auf Knorpelfische nicht anwendbar sein, jedoch ist für das private Halten von Haien und Rochen eine Bewilligung erforderlich.

In Bayern gelten Requiemhaie als gefährliche Tiere im Sinne des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes und ihre Haltung bedarf einer Bewilligung der Gemeinde.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Schwarzspitzen-Riffhai wurde 1824 von den französischen Schiffsärzten und Naturwissenschaftlern Jean René Constant QUOY und Joseph Paul GAIMARD unter der Bezeichnung "Carcharias melanopterus" beschrieben und kam später in die bereits seit 1816 bestehende Gattung Carcharhinus [3].

Literatur und Internetquellen

  1. COMPAGNO, L., DANDO, M. & FOWLER, S. (2005)
  2. EICHLER, D. (1997)
  3. FISH BASE
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. HEUPEL, M. (2009). Carcharhinus melanopterus. The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T39375A10219032. http://www.iucnredlist.org/details/39375/0. Downloaded on 24 January 2018.
  6. SHARK REFERENCES
  7. VILCINSKAS, A. (2011)

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Gelesen 315 mal Letzte Änderung am Dienstag, 10 April 2018 20:41
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx