Springschrecken (Saltatoria)

Kegelkopfschrecken - Pyrgomorphidae

Wolfsmilch-Heuschrecke (Phymateus morbillosus) im Skilpad-Wildblumen-Schutzgebiet (Namaqua-NP), Nordkap, Südafrika Wolfsmilch-Heuschrecke (Phymateus morbillosus) im Skilpad-Wildblumen-Schutzgebiet (Namaqua-NP), Nordkap, Südafrika
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Stamm: Gliedertiere (ARTHROPODA)
Unterstamm: Sechsfüßer (HEXAPODA)
Klasse: Insekten (INSECTA)
Unterklasse: Fluginsekten (PTERYGOTA)
Ordnung: Springschrecken (Saltatoria oder Orthoptera)
Unterordnung: Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
Überfamilie: Kegelkopfschreckenartige (Pyrgomorphoidea)
Familie: Kegelkopfschrecken (Pyrgomorphidae)
Unterfamilie: Pyrgomorphinae

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 Neue Tierart

D NB 650

Geisterheuschrecke

Aularches miliaris • The Ghost Grasshopper, or Coffee Locust • Le criquet pyrgomorphe

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Geisterheuschrecke (Aularches miliaris) im Zoo de la Citadelle, Besançon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Vorkommen und approximative Verbreitung der Geisterheuschrecke (Aularches miliaris)

 

 

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Geisterheuschrecke (Aularches miliaris) im Zoo de la Citadelle, Besançon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung 

Süd- und Südostasien: Von Pakistan bis Südchina, Indochina und westliches Indonesien [1; 3].

Biologie

Bei der sehr bunten Geisterheuschrecke erreichen die Männchen eine Länge von etwa 50 mm, die Weibchen von etwa 70 mm. Die Tiere sind tagaktiv und ernähren sich überwiegend von Blättern von Laubbäumen, gehen aber auch an Palmen und Bananenstauden. Unter Stress sondern sie einen übelriechenden Schaum aus Drüsen ab, die seitlich am Thorax liegen. Die Eiablage erfolgt im Boden. Die Nymphen schlüpfen nach 3-5 Monaten. Bis zur Adulthäutung dauert es ca. 4 Monate. Ein Monat später sind die ersten Paarungen zu beobachten. Nach weiteren 4-6 Wochen werden die ersten Eipakete, mit ca. 30 Eiern, abgelegt [2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Massenvermehrungen, die zu wirtschaftlichen Schäden führen, sind eher selten. Nebst Edelhölzern wie Teak können Kokos- und Goldfruchtpalmen sowie Kaffee-, Mango- und Bananenkulturen betroffen sein [2].

Haltung

Das Terrarium sollte höher als breit sein. Als Mindestgröße werden 30x30x40cm empfohlen. Der Bodengrund sollte mindest 8 cm tief mit Humus/Walderde befüllt werden. Die Raumtemperatur sollte bei 25-30°C, die relative Luftfeuchte bei 60-80% liegen [4].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde wurde 1758 von Carl von LINNÉ als Gryllus (Locusta) miliaris erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Aularches wurde  1873 von dem schwedischen Entomolgen Carl Stål  eingeführt. Es werden zwei Unterarten anerkannt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY 
  2. JONES, S. (1940
  3. ORTHOPTERA SPECIES FILE
  4. SALTATORIA INFO

 

D NB 650

Harlekinschrecke

Zonocerus variegatus • The Variegated Grasshopper • Le criquet puant

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Harlekinschrecke (Zonocercus variegatus) im Tiergarten Schönbrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Harlekinschrecke (Zonocercus variegatus) im Tiergarten Schönbrunn © Norbert Potensky / TG Schönbrunn

 

 

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Harlekinschrecke (Zonocercus variegatus) im Tiergarten Schönbrunn © Josef Gelernter / TG Schönbrunn

 

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Verbreitung 

West- und Äquatorialafrika

Biologie

Die rund 5-6 cm lange Harlekinschrecke zählt zu den Kurzfühlerschrecken, deren keulenförmige Fühler stets kürzer aus der Körper sind. Die auffälligen Farben der Harlekinschrecken sollen ihren Fressfeinden als Warnung dienen [4].

Harlekinschrecken besiedeln Halbwüsten, Steppen-, Trocken- und Feuchtsavannen sowie Wälder. Mit Hilfe ihres langen Legestachels legen die Weibchen ihre Eier in den Boden. Nach sieben Monaten Entwicklungszeit schlüpfen die Larven. Dabei kann es, wie bei der Wanderheuschrecke zu einem Massenauftreten kommen. Je nach Region und klimatischen Bedingungen sind die Lebenszyklen der Harlekinschrecken unterschiedlich [3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Harlekinschrecke - bei uns als besonders farbenfrohes Terrariumtier beliebt - ist in ihrer Heimat vor allem als Schädling einiger Kulturpflanzen (Getreide, Kaffee etc.) bekannt. Die Schäden haben in den letzten 10 - 20 Jahren zugenommen. Es wird angenommen, dass das Roden von Wald zugunsten von Anbauflächen für Kulturpflanzen die Nahrungssituation dieser Schrecken verbessert hat.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als Gryllus (Locusta) variegatus beschrieben und kam später in die von STÅL 1873 neu geschaffene Gattung Zonocercus  [2].
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Literatur und Internetquellen

  1. MESSI, J., KEKEUNOU, S. & WEISE, S. (2006)
  2. ORTHOPTERA SPECIES FILE
  3. TIERGARTEN SCHÖNBRUNN

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx