Termiten (Isoptera)

Riesentermiten

Riesentermiten (Macrotermes bellicosus) im Zoo Basel Riesentermiten (Macrotermes bellicosus) im Zoo Basel
© Zoo Basel

Stamm: Gliedertiere (ARTHROPODA)
Unterstamm: Sechsfüßer (HEXAPODA)
Klasse: Insekten (INSECTA)
Unterklasse: Fluginsekten (PTERYGOTA)
Ordnung: Termiten (Isoptera)
Familie: Höhere Termiten (Termitidae)
Unterfamilie: Eigentliche Termiten (Termitinae)

D NT 650

Riesentermite

Macrotermes bellicosus • The War-like TermiteLa termite géante

I macrotermes bellicosus BSL BSL2
Riesentermiten (Macrotermes bellicosus) im Zoo Basel © Zoo Basel

 

 

I macrotermes bellicosus bau BSL PD1
Termitenbau von Macrotermes bellicosus im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I macrotermes bellicosus bau Nwanetsi PD1
Termitenbau im Kruger-Nationalpark bei Nwanetsi © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung 

Afrika südlich der Sahara

Biologie

Die Riesentermite lebt in Busch- und Baumsavannen des Tropengürtels Zentralafrikas. Der Termitenstaat besteht aus einem Königspaar und seinem Nachkommen: Larven, Nymphen, Arbeiter und Soldaten. Anders als bei Bienen, Wespen oder Ameisen ist das Männchen, der König, langlebig und begattet die Königin auch später noch regelmäßig. Die Riesentermite ist die größte Art ihrer Ordnung, Königinnen können bis 11 cm lang werden. Arbeiter werden 3.6 cm lang und Soldaten etwas größer. Sie ernähren sich von Einzigartig an ihren bis zu acht Meter hohen Bauten aus mit speziellem Speichel gebundenem, porösem Erdmaterial ist, dass sie keinerlei Öffnungen nach aussen haben. Je nach Umgebung sind die äußeren Mauern des Baus unterschiedlich dick. Ein hochentwickeltes System von Lüftungskanälen im Innern des Baus gewährleistet konstante Temperatur- (29–30 0C) und Feuchtigkeitsbedingungen (92–99%), dies bei Schwankungen der Außenwerte im Tag/Nachtwechsel von bis zu 40 0C. Durch geschicktes Öffnen und Schließen von Schleusen wird die Luftzirkulation gesteuert. Während des Tages werden die oberen Bauetagen mit kühler Luft aus den tieferen Bodenkammern versorgt. Wirkungsvolle Kühlung wird an Tonlamellen mittels Verdunsten von Wasser erzeugt, das bis zu vierzig Meter aus der Tiefe herangeschafft wird. In der Nacht gibt der oberhalb der Erde liegende Teil der Kolonie Wärme an die Umgebung ab. Wenn die Außentemperatur über längere Zeit etwas zu tief liegt, kann die Gärwärme der in Pilzgärten angelegten Nahrung zu Heizzwecken eingesetzt werden [1; 3; 4 und PM Zoo Basel].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

In vielen Gebieten stellen Riesentermiten eine wichtige Proteinquelle für die einheimische Bevölkerung dar, andererseits können sie Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verursachen [1; 4].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1781 von dem englischen Naturkundler Henry SMEATHMAN beschrieben, der einige Jahre in Sierra Leone gelebt und sich mit der dortigen Fauna beschäftigt hatte. Die Gattung Macrotermes umfasst rund 30 Arten. bellicosus wird bisweilen aufgrund von morphologischen und ethologischen Unterschieden auch in eine Gattung Bellicositermes gestellt [1; 2] .

Literatur und Internetquellen

  1. ENCYCLOPEDIA OF LIFE
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. MACKEAN, D.G. - Resources for Biology EducationResources for Biology Education
  4. TERMITE WEB

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Gelesen 4118 mal Letzte Änderung am Freitag, 01 Oktober 2021 12:19
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx