Krebstiere (Crustacea)

Europäische Sägegarnelen

Säge- oder Felsengarnele (Palaemon serratus)  im Zoo Basel Säge- oder Felsengarnele (Palaemon serratus) im Zoo Basel
© Zoo Basel

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Teilordnung: Caridea
Überfamilie: Palaemonoidea
Familie:  Felsen- und Partnergarnelen (Palaemonidae)
Unterfamilie: Felsengarnelen (Palaemoninae)

lineblack1px

smiley happy

 Neue Tierart

D NB 650

Kleine Sägegarnele, Steingarnele

Palaemon elegans • The Rockpool Shrimp • La crevette rose

C palaemon elegans TPB KR1
Kleine Sägegarnele (Palaemon elegans) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

C palaemon elegans map
Vorkommen und approximative Verbreitung der Kleinen Sägegarnele (Palaemon elegans)

C palaemon elegans TPB KR2
Kleine Sägegarnele (Palaemon elegans) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

C palaemon elegans TPB KR3
Kleine Sägegarnele (Palaemon elegans) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

C palaemon elegans TPB KR4
Kleine Sägegarnele (Palaemon elegans) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

C palaemon elegans TPB KR5
Kleine Sägegarnele (Palaemon elegans) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

Weitere Bilder auf BioLib

 

Verbreitung

Nordostatlantik und Nebenmeere: Von der Nordseeküste Norwegens bis Namibia, Gewässer um die Britischen Inseln, Azoren, Madeira, Kanarische Inseln, Kapverden Mittelmeer, Marmara-Meer und Schwarzes Meer. Erst vorf wenigen Jahrzehnten ist sie in die südliche Ostsee eingewandert, wo sie sich den Lebensraum mit der Ostseegarnele (Palaemon adspersus) teilt. Eingeschleppt an der amerikanischen Ostküste und im Golf von Akaba [2; 5; 6].

Biologie

Die Kleine Sägegarnele wird 4-6 cm lang, bleibt also deutlich kleiner als P. serratus. Wie bei jener geht ihr Kopfbruststück vorn in einen säbelförmigen Schnabel mit doppeltem Endzahn über, dessen obere Kante gezähnelt ist, dabei ist die Zahl der Zähne verschieden von der bei serratus (oben 7-9 anstatt 6-7, unten 3 anstatt 4-5). Sie ist transparent mit deutlichen senkrechten, dunkelbraunen Streifen und hellen Punkten am gesamten Körper sowie blauen Streifen und gelben Gelenken an den Beinen. Diese Muster lösen die Körperform optisch auf und tragen so zur Tarnung bei. Ihre bevorzugte Umgebungstemperatur liegt bei 18°C - 25°C. Sie lebt in Seegraswiesen, Algenwäldern und Miesmuschelbänken in Tiefen von 0-10 m und nutzt auch Gezeitentümpel. Sie ernährt sich von Algen, Salzwasserkrebschen (Artemia) Schwebegarnelen (Mysis), sonstigem Zooplankton und Detritus. Die Weibchen tragen die befruchteten Eier unter ihrem Körper, bis sie als planktonisch lebende Larven schlüpfen. Nach einigen Häutungen und morphologischen Veränderungen verwandeln sie sich in fertige Garnelen und gehen zum Leben am Meeresboden über [3; 4; 5; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Neben Nordsee- (Crangon crangon), Ostsee- (Leander adspersus) und Tiefseegarnele (Pandalus borealis) werden in europäischen Gewässern auch Sägegarnelen (Prawns) in größerem Umfang zu Speisezwecken gefangen, die Ostseearten sind allerdings wenig begehrt [1; 5]. Die Art befindet sich im Tierhandel, Nachzuchten werden zu ca. 4 € / Stück angeboten [Online Inserat 2020].

Haltung

Die Haltung der Kleinen Sägegarnele gilt als mittelschwer. Es wird ein Aquarium von mindestens 100 Liter empfohlen [4].

Im deutschsprachigen Raum gibt es keine tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen an die Haltung von Krebstieren.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Kleine Felsengarnele wurde 1837 von dem Arzt, Embyologen und Zoologen Martin Heinrich RATHKE aus Danzig, später Professor in Königsberg,  erstmals unter ihrem heute noch gültigen Namen wissenschaftlich beschrieben [7].

Literatur und Internetquellen

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  3. MarLIN
  4. MEERWASSER-LEXIKON
  5. NABU
  6. SEALIFE BASE
  7. WoRMS

D NB 650

Sägegarnele, Felsengarnele

Palaemon serratus The Common Prawn • La crevette bouquet

C palaemon serratus aquazoo aquazoo
Sägegarnele (Palaemon serratus) im Aquazoo Düsseldorf © Sandra Honigs, Aquazoo

C palaemon serratus map
Approximative Verbreitung der Sägegarnele (Palaemon serratus)

C palaemon serratus NationalMuseumsNorthernIreland CC BY NC SA 3 0
Sägegarnele (Palaemon serratus) im Nordirischen Nationalmuseum © National Museum of Northern Ireland. Veröffentlicht unter Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-NC-SA 3.0)-Lizenz

C palaemon serratus BSL TJermann1
Sägegarnele (Palaemon serratus) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

C palaemon serratus BSL TJermann2
Sägegarnele (Palaemon serratus) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

C palaemon serratus BSL TJermann3
Sägegarnele (Palaemon serratus) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

C palaemon serratus BREHM
"Sägeförmiger Palämon (Palaemon serratus)". Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887)

 

Weitere Bilder auf BioLib

Verbreitung

Nordostatlantik und Nebenmeere: Von der Nordsee Dänemarks bis Mauretanien, Gewässer um die Britischen Inseln, Azoren, Madeira, Kanarische Inseln, Mittelmeer, Marmara-Meer und Schwarzes Meer [2; 3; 4].

Biologie

Die Sägegarnele wird 7-9 cm lang. Ihr Kopfbruststück geht vorn in einen säbelförmigen Schnabel mit doppeltem Endzahn über, dessen obere Kante gezähnelt ist, daher der Name "Sägegarnele". Sie ist entweder transparent farblos oder leicht grünlich bis bräunlich gefärbt und hat braune Streifen und gelbe Punkte auf dem Körper. Ihre bevorzugte Umgebungstemperatur liegt bei 18°C - 25°C. Sie lebt in den Brackwasserbereichen von Flussmündungen,  auch in den salzarmen Bodden, aber praktisch nie in der offenen See. Sie kommt auch in sehr verschmutzten Gebieten gut zurecht und besiedelt auch Gezeitentümpel. Sie ernährt sich von Salzwasserkrebschen (Artemia) Schwebegarnelen (Mysis), sonstigem Zooplankton und Detritus [1; 5; 6].

Von Beobachtungen im Aquarium ausgehend schreibt BREHM über das Verhalten der Sägegarnelen: "Sie sind äußerst munter, indem sie sich entweder putzen oder mit der Schere oder Hilfskiefer Futter abkneipen. Gesellig mit einander umherziehend, machen sie sich oft die Bissen streitig, jedoch ohne in so erbitterte Kämpfe sich einzulassen wie die eigensinnigen Eremitenkrebse und andere" [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Neben Nordsee- (Crangon crangon), Ostsee- (Leander adspersus) und Tiefseegarnele (Pandalus borealis) werden in europäischen Gewässern auch Sägegarnelen (Prawns) in größerem Umfang zu Speisezwecken gefangen [1].

Haltung

Die Haltung der Felsengarnele ist auf Dauer nur in einem Brackwasseraquarium möglich. Man kann sie mit kleineren Brackwasserbewohnern zusammen halten, kleinere Schnecken werden allerdings gefressen. Umgekehrt betrachten Krabben und größere Fische die Felsengarnele als Futter. Das Aquarium sollte einen Inhalt von mindestens 150 l haben. Die Salzkonzentration sollte auf etwa 15g/l eingestellt werden. Die Wassertemperatur kann maximal bis zu 22°C betragen, weniger ist besser. Da die Felsengarnelen gut springen können sollte das Becken gut mit einer Glasscheibe abgedeckt werden [5; 6].

Im deutschsprachigen Raum gibt es keine tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen an die Haltung von Krebstieren.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Sägegarnele wurde 1777 von dem walisischen Naturforscher Thomas PENNANT als "Astacus serratus" beschrieben, später kam sie in die 1795 geschaffene Gattung Palaemon. In der Ostsee wird sie durch die Ostseegarnele (Palaemon adspersus (früher P. squilla) vertreten [7].

Literatur und Internetquellen

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. ENCYCLOPEDIA OF LIFE
  3. FRANSEN, C.H.J.M. & WIRTZ, P. (1997)
  4. MarLIN
  5. MEERWASSER-LEXIKON
  6. WIRBELLOSEN-AQUARIUM
  7. WoRMS

Zurück zu Übersicht Wirbellose

Weiter zu Tropische Sägegarnelen (Palaemon spp.)

Gelesen 26159 mal Letzte Änderung am Dienstag, 31 August 2021 10:11
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx