Rinder und Waldböcke

Bongo

Bongokalb (Tragelaphus euryceros) im Allwetterzoo Münster Bongokalb (Tragelaphus euryceros) im Allwetterzoo Münster
Pressefoto Allwetterzoo

Überordnung: LAURASIATHERiA
Taxon ohne Rang: CETARTIODACTYLA
Ordnung: Paarzeher (ARTIODACTYLA)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Unterfamilie: Echte Rinder (Bovinae)
Tribus: Afrikanische Waldböcke (Tragelaphini)

Red list status near threatened

Bongo

Tragelaphus (Boocerus) eurycerus • The Bongo • Le bongo

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Subadulter Bongo-Bock (Tragelaphus euryceros isaaci) im Zoo Osnabrücj © Hanna Rickert, Zoo Osnabrück
Gefährdung und Schutz: Es wurden zwei Unterarten beschrieben: der Westliche (T.e. eurycerus) und der Östliche Bongo (T.e. isaaci). Als Art gilt der Bongo als potenziell gefährdet, da die Bestände auf Grund von Lebensraumverlust und nicht nachhaltiger Jagd zurückgehen (Rote Liste: NEAR THREATENED), die in den Zoos gehaltene östliche Unterart ist dagegen unmittelbar von der Ausrottung bedroht (CRITICALLY ENDANGERED) [2].

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Verbreitung des Westlichen (T.e. eurycerus - Blau) und des Östlichen Bongso (T.e. isaaci - rot)
Der internationale Handel fällt nicht (mehr) unter CITES. Die Einfuhr aus den Ursprungsländern ist aber wegen der restriktiven Veterinärbestimmungen der EU so gut wie ausgeschlossen.

Verbreitung: West- und Zentralafrika: Von Sierra Leone bis nach Benin und dann weiter östlich von Kamerun bis in den südlichen Sudan und die DR Kongo (Benin, Elfenbeinküsten, Gabun, Guinea, Kamerun, Kongo, DR Kongo, Liberien, Niger, Sierra Leone, Sudan, Togo, Zentralafrikanische Republik). Östlicher Bongo: Kenia (Aberdare-Berge, Mount Kenya, Mau Forest und Eburu Forest) [2].

Haltung in europäischen Zoos: Östliche Bongos werden in rund 50 europäischen Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. Es gibt für diese Unteart ein Internationales Zuchtbuch und ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Chester Zoo koordiniert wird.

Entwicklung des Zoobestandes des Östlichen Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci)
Entwicklung des Zoobestandes des Östlichen Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci)
Besonderes: Währenddem die westliche Unterart Tieflandwälder besiedelt, findet man die östliche Unterart in Bergwäldern, wobei deren gesamter Wildbestand verteilt auf vier Teilpopulationen zu beiden Seiten des Rifttals lebt. Laut kenianischer Naturschutzbehörden umfasste dieser Bestand 2010 noch 103 Individuen, wovon 50 im Aberdare-Nationalpark und -Waldschutzgebiet, 30 im Mau West Forest und der Rest im Mount Kenya- und Mount Eburru Forest. Zum Glück wurden von 1969-1978 insgesamt 62 Östliche Bongos nach den Vereinigten Staaten und nach Europa exportiert. 1970 erhielten die Zoos von Frankfurt und Basel je drei Tiere. Das erste in Europa gezeugte Bongokalb kam 1973 in Frankfurt zur Welt, die erste Geburt in Basel gab es 1975.

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Bongokalb und Jährling (Tragelaphus eurycerus isaaci) im Zoo Berlin © Zoo Berlin
Am 1. Januar 2012 lebten 679 Östliche Bongos in Zoos, die von 38 der ursprünglich importierten Tiere abstammten. Diese sind sämtliche im Zoo geboren. Nachdem der Bestand am Mount Kenya erloschen war, begannen die Zoos ab 2004 mit einem Wiederansiedlungsprojekt. Nebst 15 wieder frei lebenden Bongos gab es 2010 noch 68 weitere in einem Großgatter.

Bongos können mit Vögeln vergesellschaftet werden, so z.B. in Stuttgart und früher in Basel mit Hornraben.

Literatur und Internetquellen:

  1. BOSLEY, L. F. (2011)
  2. IUCN SSC Antelope Specialist Group. (2016). Tragelaphus eurycerus (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22047A115164600. http://www.iucnredlist.org/details/22047/0. Downloaded on 12 June 2018.

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Gelesen 353 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 Juni 2018 12:47
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx