Südfrösche und sonstige Frösche

Schmuck-Hornfrosch

Schmuckhornfrosch (Ceratophrys ornata) im Tierpark Berlin Schmuckhornfrosch (Ceratophrys ornata) im Tierpark Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Hornfrösche (Ceratophryidae)

D NT 650

Schmuck-Hornfrosch

Ceratophrys ornata • The Ornate Horned Frog • La grenouille cornue d'Argentine

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Schmuckornfrosch (Ceratophrys ornata) Im Zoo Duisburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Schmuckhornfroschs (Ceratophrys ornata)

 

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Schmuckhornfrosch (Ceratophrys ornata) im Phoenix Zoo © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Schmuckhornfrosch (Ceratophrys ornata), Farbmutation, im Zoologisch-Botanischen Garten Budapest © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Schmuckhornfrosch (Ceratophrys ornata) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Auszug aus der Schmuckhornfrosch-Palette (Ceratophrys ornata / cranwelli) eines amerikanischen Händlers. Screenshot aus Internetauftritt von Underground Reptiles, Inc.

 

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Der Schmuckhornfrosch ist ein in seiner Heimat potenziell gefährdeter, zwar  wenig aktiver, aber durch seine Größe, Körperform und Färbung umso auffälligerer Frosch, der die Aufmerksam der Zoobesucher findet und sich als Botschafterart für Amphibien- und allgemein Naturschutz in Südamerika bestens eignet. Er wird daher oft in europäischen Zoos gezeigt und ist hier der häufigste Vertreter seiner Gattung.

Körperbau und Körperfunktionen

Schmuckhornfrösche erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 10-12.5 cm. Sie haben einen breiten Kopf, ein sehr großes Maul, dreieckig zugespitzte obere Augenlider und eine Haut, die auf Kopf und Rücken mit einer Knochenplatte verwachsen ist. Finger und Zehen sind zur Hälfte durch Schwimmhäute verbunden. Es sind sehr bunte Tiere mit oberseits grasgrüner oder gelbgrüner Grundfarbe, auf der sich dunkle, hellgelb umrandete Flecken befinden. Dazu kommen noch grell- oder weinrote Linien. Finger und Zehen sind hellgelb, die Unterseite ist heller mit dunkeln Flecken [3; 6].

Verbreitung

Zentrales Südamerika: Argentinien (Buenos Aires, Córdoba, Entre Ríos, La Pampa, Santa Fe), Brasilien (marginal, nur in Río Grande do Sul), Uruguay [2; 5].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schmuckhornfrosch kommt in Savannen und auf Kulturland vor. Er ist ein Meister der Tarnung. Bis zum Kopf eingegraben lauern die Schmuckhornfrösche tags- und nachtsüber auf Beutetiere. Sie fangen Wirbellose aller Art und alle Wirbeltiere - Kleinnager, Echsen, andere Frösche - die sie überwätigen können. Nach intensivem Regen legen die Weibchen bis zu 4000 Eier in Laichballen mit bis zu 30 Stück frei ins Wasser temporärer Tümpel. Die Larven schlüpfen nach einem Tag. Bis zur Metamorphose nach 30-90 Tagen erreichen sie eine Länge von bis zu 70 mm. Die Jungfrösche sind 10-13 mm lang [3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Bestände nehmen ab, ebenso geeignete Lebensräume. Die Art wird daher seit 2004 als potenziell gefährdet eingestuft. Die Beurteilung sollte allerdings aktualisiert werden [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Gebietsweise werden die Schmuckhornfrösche als vermeintlich gefährliche Gifttiere verfolgt, was mit zur Bestandsabnahme beiträgt [3]. Wie auch andere Hornfroscharten wird der Schmuckhornfrosch für den Heimtierhandel gesammelt und Eier werden der Forschung zugeführt. Zum Teil handel es sich bei den im Handel befindlichen Fröschen um Nachzuchttiere, einschließlich Hybriden mit Ceratophrys cranwelli [5]. Es gibt mittlerweile zahlreiche Farbmutationen, die Angebote in den USA liegen je nach Varietät zwischen 15 und 45 USD / Jungtier (Online Inserate 2017).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 00 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich mehr als die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Familie der Hornfrösche wurde bis 2006 zu den "Südfröschen" (Leptodactylidae) gezählt. Ceratophrys ornata wurde 1843 von dem englischen Arzt und Zoologen Thomas BELL als "Uperodon ornatum" beschrieben. 1857 verpasste ihr der amerikanische Herpetologe Edward HALLOWELL den Namen "Trigonophrys rugiceps" und nur zwei Jahre später bekam sie von dem aus Esslingen am Neckar stammenden, am Londoner Natural History Museum tätigen Zoologen Albert Carl Ludwig Gotthilf GÜNTHER ihre heute gültige Bezeichnung [1]

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. HERRMANN, H. J. (2005)
  5. KWET, A. et al. (2004). Ceratophrys ornata. The IUCN Red List of Threatened Species 2004: e.T56340A11464790. http://www.iucnredlist.org/details/56340/0. Downloaded on 29 November 2017.
  6. NIETZKE, G. (1969)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx