Südfrösche und sonstige Frösche

Südamerikanischer Ochsenfrosch

Südamerikanischer Ochsenfrosch (Leptodactylus pentadactylus) im Tierpark Chemnitz Südamerikanischer Ochsenfrosch (Leptodactylus pentadactylus) im Tierpark Chemnitz
Hermann Will, Tiergarten Nürnberg

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Pfeiffrösche (Leptodactylidae)
Unterfamilie: Leptodactylinae

D LC 650

Südamerikanischer Ochsenfrosch

Leptodactylus pentadactylus  • The Smoky Jungle FrogLe leptodactyle géant

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Südamerikanischer Ochsenfrosch (Leptodactylus pentadactylus) im Zoo-Aquarium Berlin © Zoo Berlin

 

 

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Approximative Verbreitung des Südamerikanischen Ochsenfroschs (Leptodactylus pentadactylus)

 

 

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Südamerikanischer Ochsenfrosch (Leptodactylus pentadactylus) im Tierpark Chemnitz © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Südamerikanischer Ochsenfrosch (Leptodactylus pentadactylus) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Südamerikanische Ochsenfrösche sind wegen ihrer Größe spektakuläre Tiere. Aber die Art ist in ihrer Heimat nicht gefährdet und wird deshalb heute deutlich seltener gehalten als der sehr ähnlich, vom Aussterben bedrohte Antillen-Pfeiffrosch, für den die Zoos ein Erhaltungszuchtprogramm eingerichtet haben.

Körperbau und Körperfunktionen

Südamerikanische Ochsenfrösche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 16-17(-22) cm. Der Kopf ist breit mit abgerundeter Schnauze. Das Auge hat eine goldbraune Iris und eine querovale Pupille, das Trommelfell ist gut sichtbar. Vorder- und Hinterbeine sind muskulös. Finger und Zehen sind nicht durch Schwimmhäute verbunden. Die Männchen haben an jeder Brustseite 2-3 Hornhöcker und an den Brunstschwielen einen Sporn - den fünften Finger. Sie haben keine äußeren Schallblasen. Die Haut ist auf dem Rücken glatt und weist an den Flanken Drüsenwülste auf. Die Oberseite ist gelbbraun bis braun gefärbt, oft mit einem leiterartigen, dunkel gesäumten Fleckenmuster. Auch auf dem Kopf hat es Querbänder. Von der Nase zieht ein dunkles Band über Auge und Trommelfell bis vor die Vorderbeine. Ein schwarz-weiß geflecktes Band säumt den Unterkiefer. Die Beine weisen mehr oder weniger deutliche Querbänder auf. Die Unterseite ist dunkelgrau marmoriert auf weißlichem Grund. Während der Paarungszeit werden die Gliedmassen und Teile des Rumpfs orange [2; 3; 6; 7].

Verbreitung

Tropisches Südamerika im Einzugsgebiet des Amazonas: Bolivien, Brasilien, Ekuador, Französisch Guiana, Kolumbien, Peru; Populationen in West-Kolumbien, Panama, Costa Rica, Nikaragua und Honduras heute als L. savagei verselbständigt [5].

Lebensraum und Lebensweise

Der Südamerikanische Ochsenfrosch besiedelt die Tiefland-Regenwälder. Er ist eine ausschließlich bodenlebende, nachtaktive Art. Er frisst alles, was er überwältigen kann einschließlich, trotz ihrer Giftigkeit, Skorpione und Baumsteigerfrösche, sonstige Wirbellose und Amphibien, Echsen, Vögel und Kleinsäugetiere. Paarungen finden das ganze Jahr über statt. Am Waldboden wird ein großes Schaumnest angelegt, in das über 100 Eier gelegt werden. Die Larven werden bis 62 mm lang [2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung und einen großen Bestand und ist anpassungsfähig. Nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 gilt sie daher nicht als gefährdet [5].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wenn sie sich bedroht fühlen, können die Frösche große Mengen eines giftigen Hautsekrets ausscheiden [2]. Gebietsweise werden sie von den Indios für den Kochtopf gesammelt. In Costa Rica wurde versucht, die Art (bzw. Leptodactylus savagei) für den Export zu züchten. Die Art befindet sich auch im Heimtierhandel, aber die Naturentnahmen sind zu gering, um den Bestand zu gefährden [5].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, darunter welchen im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

1768 veröffentlichte der österreichische Arzt und Naturforscher Josephus Nicolaus LAURENTI die Erstbeschreibung er Art unter der Bezeichnung "Rana pentadactyla". 1875 kam sie als "Leptodactylus goliath" in die Gattung Leptodactylus. 1882 stellte der am British Museum tätige belgische Zoologe George Albert BOULENGER fest, dass es sich dabei um ein Synonym handelte, und fortan lautete der Name Leptodactylus pentadactylus. Die mittelamerikanischen Populationen wurden 2005 als eigene Art (Leptodactylus savagei) abgetrennt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. HERRMANN, H. J. (2005)<
  5. HEYER, R. et al. (2008). Leptodactylus pentadactylus. The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T57154A11593184. http://www.iucnredlist.org/details/57154/0. Downloaded on 19 December 2017.
  6. NIETZKE, G. (1969)
  7. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx