Laub-, Ried- und Beutelfrösche

Schwarzaugen-Laubfrosch

Schwarzaugenlaubfrosch (Agalychnis moreletii) Schwarzaugenlaubfrosch (Agalychnis moreletii)
Peter Janzen, DGHT

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)

Familie: Laubfrösche (Hylidae)
Unterfamilie: Greiffrösche (Phyllomedusinae)

D LC 650

Schwarzaugenlaubfrosch, Popeye-Laubfrosch

Agalychnis moreletii • The Morelet's Leaf Frog • La grenouille de Morelet

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Schwarzaugenlaubfrosch (Agalychnis moreletii) im Amplex in Privathaltung © Peter Janzen, DGHT

 

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Vorkommen des Schwarzaugenlaubfroschs (Agalychnis moreletii)

 

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Gelege eiens Schwarzaugenlaubfroschs (Agalychnis moreletii) © Peter Janzen, DGHT

 

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Metamorphosierender Schwarzaugenlaubfrosch (Agalychnis moreletii) in Privathaltung © Peter Janzen, DGHT

 

 

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Der Schwarzaugenlaubfrosch kann hinsichtlich Attraktivität mit seinem rotäugigen Vetter nicht konkurrieren und wird deshalb sowohl in Privathand als auch im Zoo seltener gehalten. Die Frage einer Erhaltungszucht hat sich erledigt, nachdem die Art nun nicht mehr als vom Aussterben bedroht, sondern als nicht gefährdet beurteilt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schwarzaugenlaubfrosch wird etwa 58-65 mm lang. Die Iris ist sehr dunkel rot oder lila, sodass das Auge schwarz wirkt, das Trommelfell ist gut sichtbar. Finger und Zehen sind durch Schwimmhäute verbunden und haben breite Haftscheiben. Oberseits sind die Frösche hell- bis dunkelgrün gefärbt, die Flanken, Beininnenseiten und Schwimmhäute sind orange, die Bauchseite hellgelb oder weiß [2].

Verbreitung

Mittelamerika: Belize, El Salvador, Guatemala, Honduras, Süd-Mexiko (Chiapas, Guerrero, Oaxaca, Puebla, Veracruz) [5].

Lebensraum und Lebensweise

Der nachtaktive, im Geäst und auf Schlingpflanzen lebende Schwarzaugenlaubfrosch bewohnt primäre Regenwälder mittlerer Höhenlagen (500 - 1'500 m.ü.M.). Ein Gelege besteht aus 23-103 Eiern, die in Trauben auf Pflanzen oder Felsen abgelegt werden, die über Wasserstellen ragen. Die geschlüpften Larven fallen dann ins Wasser. Die olivgrauen Larven werden maximal 4.6 cm lang bis die Metamorphose einsetzt [4.

Gefährdung und Schutz

2004 wurde davon ausgegangen, dass die Bestände wegen Lebensraumverlust, aber hauptsächlich wegen der Pilzerkrankung Chytridiomykose, in den nächsten Jahren dramatisch abnehmen würden. Die Art wurde deshalb als unmittelbar vom Aussterben bedroht angesehen. Die damaligen Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet und aufgrund einer Neubeurteilung im Jahr 2016 wurde die Art als nicht-gefährdet eingestuft [5].

Der internationale Handel mit allen Arten der Gattung Agalychnis ist seit Mitte 2010 nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art ist terraristisch von geringer Bedeutung. Aus den Ursprungsländern wurden von 2010-16 keine lebenden Wildfänge, sondern nur ein paar Museumsexemplare ausgeführt, ansonsten wurden im selben Zeitraum lediglich 4 Nachzuchttiere international verschoben [3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird weniger als 10 europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Schwarzaugenlaubfrösche gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Erstbeschreibung der Art erfolgte 1854 durch die französischen Zoologen André Marie Constant DUMÉRIL und zwar unter ihrem heute noch gültigen Namen [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. HERRMANN, H. J. (2005)
  5. IUCN SSC Amphibian Specialist Group. 2017. Agalychnis moreletii. The IUCN Red List of Threatened Species 2017: e.T55293A53951672. http://www.iucnredlist.org/details/55293/0. Downloaded on 10 December 2017.

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Gelesen 435 mal Letzte Änderung am Sonntag, 06 Januar 2019 14:49
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx