Baumsteiger

Rotrücken-Baumsteiger

Rotrücken-Baumsteiger (Dendrobates reticulatus, Ranitomeya reticulata) im Zoo Zürich Rotrücken-Baumsteiger (Dendrobates reticulatus, Ranitomeya reticulata) im Zoo Zürich
Pressefoto Zoo Zürich

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)

Familie: Baumsteiger (Dendrobatidae)
Unterfamilie: Dendrobatinae

D LC 650

Rotrücken-Baumsteiger

Ranitomeya reticulata • The Red-backed Poison-dart Frog • Le dendrobate réticulé

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Rotrücken-Baumsteiger (Dendrobates reticulatus, Ranitomeya reticulata) im Zoo Zürich © Zoo Zürich

 

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Approximatives Vorkommen des Rotrücken-Baumsteiger (Ranitomeya reticulata)

 

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Rotrücken-Baumsteiger (Dendrobates reticulatus, Ranitomeya reticulata) im Zoo Zürich © Beat Akeret, DGHT-Schweiz


 

 

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Die winzigen Rotrücken-Baumsteiger sind zwar selbst nicht gefährdet, würden sich aber wegen ihrer auffälligen Färbung bestens als Botschafter für den Amphibienschutz und die Erhaltung des Tieflandregenwaldes eignen. Allerdings werden sie nur In wenigen europäischen Zoos gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Rotrücken-Baumsteiger sind sehr kleine Pfeilgiftfrösche mit einer Kopf-Rumpf-Länge von nur 13-16 mm. Bei erwachsenen Tieren ist der Rücken meist kräftig rot oder orange, manchmal persistieren die schwarzen Linien oder Punkte des Jugendmusters. Beine, Flanken und Bauch zeigen ein blaues oder blau-weißes Netzmuster auf schwarzer Grundfarbe [2; 4].

Verbreitung

Nordwestliches Südamerika: In Wäldern der tropischen Regionen von Peru und Ekuador [6].

Lebensraum und Lebensweise

Der Rotrücken-Baumsteiger lebt in Tiefland-Regenwäldern, wo er sich hauptsächlich im Geäst bis 2 m Höhe aufhält. Meist werden ein bis fünf Eier in kleine Höhlen abgelegt. Nach dem Schlupf, der nach 10-12 Tagen erfolgt, transportiert das Männchen die Larven einzeln zu Bromelientrichtern [5].

Gefährdung und Schutz

Der Rotrücken-Baumsteiger ist eine weitverbreitete Art (vor allem in Peru), und man schätzt, dass die Gesamtpopulation relativ groß ist. Da die Bestandesentwicklung stabil zu sein scheint, wurde er nach einer mittlerweile revisionsbedürftigen Beurteilung aus dem Jahr 2004 nicht als gefährdet beurteilt [6].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Viele Terrarianer befassen sich mit der Haltung und Zucht von Dendrobatiden. Von 2001 bis 2016 wurden aus den  Ursprungsländern keine Wildfänge des Rotrücken-Baumsteigers, jedoch aus Peru 302 Nachzuchttiere exportiert. Im selben Zeitraum wurden weltweit Exporte von weiteren 1'845 Nachzuchttieren gemeldet. Wichtigste Ausfuhrländer waren Kanada  und die Niederlande [3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, darunter solchen, die sich im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Baumsteiger gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery.

Taxonomie und Nomenklatur

In der Gattung Ranitomeya werden heute über 30 Arten zusammengefasst, die früher zu Dendrobates oder Epipedobates gestellt wurden. Der Rotrücken-Baumsteiger war ursprünglich 1884 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER als Dendrobates reticulatus beschrieben worden [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DENDROBASE
  5. HERRMANN, H. J. (2005)
  6. ICOCHEA, M. et al. (2004). Ranitomeya reticulata. (errata version published in 2016) The IUCN Red List of Threatened Species 2004: e.T55198A86525364. http://www.iucnredlist.org/details/55198/0. Downloaded on 07 December 2017.

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Gelesen 3243 mal Letzte Änderung am Sonntag, 06 Januar 2019 14:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx