Kröten und Stummelfüsse

Chinesische Stachelkröte

Chinesische Stachelkröte (Bufo gargarizans) im Zoo-Aquarium Berlin Chinesische Stachelkröte (Bufo gargarizans) im Zoo-Aquarium Berlin
Pressefoto Zoo Berlin

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)

Familie: Kröten und Stummelfüße (Bufonidae) 

D LC 650

Chinesische Stachelkröte

Bufo gargarizans • The Asiatic Toad • Le crapaud d'Asie

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Chinesische Stachelkröte (Bufo gargarizans) in Handelsbetrieb © Peter Janzen, DGHT

 

 

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Approximative Verbreitung der Chinesischen Stachelkröte (Bufo gargarizans)

 

 

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Chinesische Stachelkröte (Bufo gargarizans) in Stadtpark in Chongqing © Peter Janzen, DGHT

 

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Die in ihrer Heimat nicht gefährdete Chinesische Stachelkröte ähnelt stark unserer Erdkröte, weshalb für Zoos selten ein Anreiz besteht, sie zu zeigen.

Körperbau und Körperfunktionen

Chinesische Stachelkröten werden 56-102 mm lang, wobei die Männchen kleiner bleiben als die Weibchen. Sie ähnelt der Erdkröte, jedoch sind die Warzen auf ihrem Rücken mit Stacheln besetzt und vom Hinterrand des Auges läuft ein schwarzes Band über die Parotoiddrüse bis zu den Flanken [2].

Verbreitung

Ostasien: China, Japan, Nord- und Süd-Korea, Russland (Ostsibirien, Sachalin) [4].

Lebensraum und Lebensweise

Hauptlebensräume der Chinesischen Stachelkröte sind Nadel-, Misch und Laubwälder, Waldlichtungen und Wiesen. Dichter Nadelwald wird gemieden. Sie kommt auch in Überschwemmungsgebieten und auf Agrarland vor und besiedelt Dörfer, Stadtparks und Gärten. Laichbiotope sind Flüsse, Bäche, Weiher und Tümpel [4].

Chinesische Stachelkröten überwintern von September / Oktober bis im Frühjahr an Land oder im Wasser in einer Tiefe von etwa einem Meter. Fortpflanzungszeit ist im April - Mai, in manchen Gebieten bis Ende Juni. Das Gelege besteht aus zwei 1.5 bis 2.3 Meter langen Laichschnüren mit insgesamt 1'200-7'500 Eiern mit einem Durchmesser von 2,1 mm. Die Larven schlüpfen 4-17 Tage nach Eiablage. Sie metamorphosieren nach weiteren 45-66 Tagen im Verlauf des Sommers. Die Kröten werden mit 3-4 Jahren geschlechtsreif [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Chinesische Stachelkröte hat eine weite Verbreitung, sie ist anpassungsfähig und gebietsweise sehr häufig. Nach einer mittlerweile revisionsbedürftigen Beurteilung aus dem Jahr 2004 gilt sie daher nicht als gefährdet [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Fie Chinesische Stachelkröte wird als Versuchstier verwendet und ihre Haut wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Krebsmittel eingesetzt [4].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz selten und sporadisch in europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Chinesische Stachelkröte war 1842 von dem in Südostasien tätigen dänischen Arzt und Naturforscher Theodor Edvard CANTOR als Bufo gargarizans beschrieben worden und heißt erstaunlicherweise heute immer noch so [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. HERRMANN, H. J. (2005)
  4. KUZMIN, S. et al. (2004). Bufo gargarizans. The IUCN Red List of Threatened Species 2004: e.T54647A11180910. http://www.iucnredlist.org/details/54647/0. Downloaded on 06 December 2017.

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Gelesen 9477 mal Letzte Änderung am Sonntag, 06 Januar 2019 10:18
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx