Land-, Baum- und Trugnattern

Korallen-Königsnatter

Korallen-Königsnatter (Lampropeltis zonata) im Zoo Basel Korallen-Königsnatter (Lampropeltis zonata) im Zoo Basel
© Thomas Jermann, Zoo Basel

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Land- und Baumnattern (Colubrinae)

D LC 650

Korallen-Königsnatter

Lampropeltis zonata • The California Mountain Kingsnake • Le serpent-roi des montagnes

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San-Pedro-Königsnatter (Lampropeltis zonata agalma) im Arizona Sonora Desert Museum, Tucson © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Approximative Verbreitung der Korallen-Königsschlange (Lampropeltis zonata)

 

 

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Korallen-Königsnatter (Lampropeltis zonata) im Zoo Basel. Falls die Art richtig bestimmt wurde, wäre die Färbung der Schnauzenspitze atypisch © Thomas Jermann, Zoo Basel

 

 

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San-Bernadino-Königsnatter (Lampropeltis zonata parvirubra), trächtiges Weibchen im Reptilienzoo Nockalm, Patergassen © Reptilienzoo Nockalm

 

 

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San-Bernadino-Königsnatter (Lampropeltis zonata parvirubra),halbjährige Jungtiere im Reptilienzoo Nockalm, Patergassen © Reptilienzoo Nockalm

 

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Die Korallen-Königsnatter ist eine eher kleine Natter, die wie alle Vertreter ihrer Gattung äußerst attraktiv gefärbt ist. In europäischen Zoos werden etwa acht Lampropeltis-Arten in zahlreichen Unterarten gehalten. zonata gehört zu den nur selten gehaltenen Arten.

Körperbau und Körperfunktionen

Die meisten Korallen-Königsnattern werden nicht länger als 75 cm, ausnahmsweise kann aber 1 m erreicht werden. Die Art ähnelt Lampropeltis pyromelana, aber die Schnauzenspitze ist in der Regel schwarz [2; 4].

Verbreitung

Südöstliches Nordamerika: Mexiko (nördliches Baja California) und USA (Kalifornien, Oregon, Süd-Washington) [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Korallen-Königsnatter ist bei hohen Sommertemperaturen überwiegend nachtaktiv, ansonsten auch am Tag und nimmt gerne Sonnenbäder. Ihre Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von 2'450 m. Sie bewohnt vorzugsweise tief eingeschnittene, waldbestandene Canyons mit feuchtem Untergrund, tritt aber auch in Geröllhalden und Felshängen auf. Sie frisst Kleinsäuger, Echsen und kleine Schlangen und gerne auch Vogeleier. Zwischen September und November zieht sie sich zur Überwinterung zurück und kommt erst im März oder April wieder zum Vorschein, worauf die Paarungszeit beginnt [4]. Im Juni legt das Weibchen maximal 8 Eier, aus denen nach etwas mehr als zwei Monaten etwa 20 cm lange Junge schlüpfen [2].

Gefährdung und Schutz

Obwohl die Populationen gebietsweise abnehmen, wird der recht große Gesamtbestand der Art nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2007 noch als gesichert betrachtet [1].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im Heimtierhandel, zum Teil wird sie kommerziell gezüchtet.

Haltung

Für die paarweise Haltung wird ein Halbtrocken-Terrarium empfohlen, das mit einer Bodenheizung und einer Wärmelampe ausgestattet und mit Wurzelstöcken, Korkröhren, Steinen und einer Trinkschale eingerichtet ist. Als Bodengrund eignet sich ein lockeres Erde-Sandgemisch und darüber etwas Rindenmulch oder Koniferennadeln. Tagsüber ist ein Temperaturgradient von 25-32ºC anzustreben. Nachts sollte die Temperatur unter 18ºC absinken. Eine Ruhephase von etwa 3-4 Monaten bei 5-15ºC ist für die Zucht unabdingbar [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur in ganz wenigen Institutionen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei etwa gleich große Tiere mindestens gleich lang und 0.5x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres. Die Höhe soll der halben Gesamtlänge entsprechen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und in der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt, vgl. jedoch andere Lampropeltis-Arten.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde ursprünglich 1835 als "Coluber (Zacholus) zonatus" in DE BLAINVILLEs "Description de quelques espèces de reptiles de la Californie ..." beschrieben, der bemerkte: "Cette jolie espèce est remarquable par son système de coloration qui se trouve fréquemment chez les serpents aquatiques et plus ou moins vénimeux. C'est cependant une véritable couleuvre tout-à-fait innocente" [3].

Literatur und Internetquellen

  1. HOLLINGSWORTH, B. & HAMMERSON, G.A. (2007). Lampropeltis zonata. The IUCN Red List of Threatened Species 2007: e.T63834A12720551. http://www.iucnredlist.org/details/63834/0. Downloaded on 03 October 2017.
  2. MEHRTENS, J. M. (1993)
  3. THE REPTILE DATA BASE
  4. TRUTNAU, L. (2002) 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx