Leguane

Streifenbasilisk

Stireifenbasilisk (Basiliscus vittatus) im Zoo Augsburg Stireifenbasilisk (Basiliscus vittatus) im Zoo Augsburg
© Bretschneider, Zoo Augsburg

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
(Über-)Familie: Leguane (Iguanidae)
(Unter-)Familie: Basilisken-Verwandte (Corytophanidae)

D LC 650

Streifenbasilisk

Basiliscus vittatus • The Striped, or Brown, Basilisk • Le basilic à bandes jaunes

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Streifenbasilisk (Basiliscus vittatus) im Zoo Augsburg © Zoo Augsburg

 

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Approximative Verbreitung des Streifenbasilisks (Basiliscus vittatus)

 

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Streifenbasilisk (Basiliscus vittatus) im Zoo Breslau © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Streifenbasilisk (Basiliscus vittatus) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Streifenbasilisken (Basiliscus vittatus) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Streifenbasilisk (Basiliscus vittatus) im Zoo Košice © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Streifenbasilisken (Basiliscus vittatus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Košice

 

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Der Streifenbasilisk ist eine nicht gefährdete, im Vergleich zum Stirnlappenbasilisken eher unauffällige Art, die in europäischen Zoos deutlich seltener anzutreffen ist als jener.

Körperbau und Körperfunktionen

Männchen haben im Mittel eine Kopf-Rumpflänge von 134 mm, können aber 170 mm erreichen, Weibchen bleiben mit einr mittleren Kopf-Rumpflänge von 115 mm deutlich kleiner. Als Gesamtlänge werden 50-75 cm angegeben. Der braun gefärbte Streifenbasilisk hat einen kleineren Hinterhauptlappen als B. basiliscus und B. plumifrons und der Rückenkamm ist nur als niedrige, gezähnte Hautleiste ausgebildet [3; 4; 5].

Verbreitung

Mittelamerika: Vom südlichen Mexiko über Belize, Guatemala, Honduras, Nikaragua, Costa Rica bis ins nördliche Panama. 1976 nach Florida eingeschleppt, wo er sich als einzige Basiliskenart etablieren konnte [4; 7].

Lebensraum und Lebensweise

Der Streifenbasilisk ist ein tagaktiver Bewohner der unteren, mit dichter Vegetation versehenen Schichten des tropischen Regenwaldes, von Savannenwäldern, Mangroven und Kulturlandschaften, der stets in der Nähe von Gewässern lebt und lockere Verbände bildet. Jungtiere leben auch auf Sträuchern und am Boden. Bei Gefahr flüchten Stirnlappenbasilisken nach Möglichkeit nach Oben. Sie baden gerne und können mittels verbreiterter Hautsäume an den Zehen auf den Hinterbeinen übers Wasser laufen, weshalb sie in ihrer Heimat Jesus-Christus-Echsen genannt werden. Die Stirnlappenbasilisken fressen größere Insekten, fangen aber auch kleinere Echsen und nehmen gelegentlich Grünzeug oder Früchte zu sich [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet, hat einen großen Gesamtbestand und ist sehr anpassungsfähig. Sie gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 nicht als gefährdet [7].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Streifenbasilisken sind zu Tiefpreisen im Tierhandel zu finden. In den USA werden "Florida field collected babies" ab 6.99 USD angeboten. Die Preise für größere Tiere gehen bis etwa 30 USD (Online-Inserate 2017). Die in Florida eingeführten Streifenbasilisken verhalten sich zwar invasiv, für den Menschen oder die heimische Biozönose negative Auswirkungen sind aber bis jetzt nicht nachgewiesen [1].

Haltung

Für die Haltung eines adulten Paars wird ein Tropenwaldterrarium von mindestens 150 x 80 x 150 cm (LxBxH) empfohlen. In größeren Anlagen ist auch die Haltung eines Männchens mit 2-3 Weibchen möglich. Das Terrarium sollte mit Wärme- und UV-Strahlern ausgestattet, mit dicken, schrägen und waagrechten Ästen mit rauer Rinde, Stubben und einem Wasserbecken eingerichtet und mit robusten Pflanzen, z.B. Ficus spp. bepflanzt sein. Das Bodensubstrat sollte feuchtigkeitsspeichernd sein. Die Lufttemperatur soll tagsüber bei 25-30ºC, lokal bis 35ºC liegen und nachts auf etwa 20-25ºC abkühlen. Die relative Luftfeuchtigkeit soll tags 60-85%, nachts bis gegen 100% betragen [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 30 Institutionen gezeigt, von denen sich auch ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens  eine Grundfläche haben, die dem 4x3-fachen der Kopf-Rumpflänge entspricht, wenn die Höhe das Fünffache beträgt. Alternativ kann die Grundfläche das 5x3-fache und die Höhe das 4-fache der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. Ferner ist ein 50 cm langes Badebecken zur Verfügung zu stellen. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1828 von dem aus Braunschweig stammenden Zoologen Arend Friedrich August WIEGMANN unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben. Unterarten sind keine bekannt [6].

Literatur und Internetquellen

  1. FLORIDA FISH AND WILDLIFE CONSERVATION COMMISSION
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. JES, H. (2008)
  4. KRYOSKO, K.L., SEITZ, J.C., TOWNSEND, J.H. & ENGE, K.M.(2006)
  5. NIETZKE, G. (1969)
  6. THE REPTILE DATA BASE
  7. WILSON, L.D., NICHOLSON, K. & FLORES-VILLELA, O. (2016). Basiliscus vittatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T197460A2485788. http://www.iucnredlist.org/details/197460/0. Downloaded on 13 September 2017.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx