Leguane

Grüner Inselleguan

Junger Grüner Inselleguan (Iguana delicatissima) im Tiergarten Schönbrunn Junger Grüner Inselleguan (Iguana delicatissima) im Tiergarten Schönbrunn
© Daniel Zupanc, TG Schönbrunn

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
(Über-)Familie: Leguane (Iguanidae)
(Unter-)Familie: Leguan-Verwandte (Iguanidae i.e.S.)

D CR 650

EEPGrüner Inselleguan

Iguana delicatissima • The Lesser Antillean Iguana • L'iguane des Antilles

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Grüner Inselleguan (Iguana delicatissima) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn

 

 

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Verbreitung des Grünen Inselleguans (Iguana delicatissima). Blau: aktuelle Vorkommen; rot: ausgestorben oder vermutlich ausgestorben

 

 

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Grüner Inselleguane (Iguana delicatissima) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn

 

 

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Junger Grüner Inselleguan (Iguana delicatissima) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn

 

 

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Junger Grüner Inselleguan (Iguana delicatissima) im Zoo Zürich © Pascal Marty, Zoo Zürich (Pressefoto)

 

 

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Der Grüne Inselleguan ist eine dem Grünen Leguan des Festlandes sehr ähnliche, in ihrer Heimat aber stark gefährdete Art, die bislang in Europa nur selten gezeigt wird. Der Aufbau eines europäischen Zuchtprogramms ist geplant.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Grüne Inselleguan ähnelt stark dem Grünen Leguan. Auffälligster Unterschied ist das Fehlen der großen Schuppen unter dem Trommelfell. Ferner ist der Kehllappen kleiner und weist weniger (4-10) Stachelschuppen auf. Große Männchen können eine Kopf-Rumpflänge von 40 cm, eine Gesamtlänge von 120 cm und ein Gewicht von 5 kg erreichen. Weibchen sind etwa ein Drittel kleiner. Die Männchen haben einen im Verhältnis zum Körper größeren Kopf als die Weibchen und ihr Rückenkamm ist mit Stachelschuppen von 5-8 cm Länge besser entwickelt. Jungtiere sind leuchtend grün, mit zunehmendem Alter wird das Grün blasser. Männchen können stellenweise rot, orange oder gelb gefärbt sein [2; 4].

Verbreitung

Kleine Antillen: Anguilla, Bonaire, Sint Eustatius und Saba, Dominica, Guadeloupe, Martinique, Saint Barthélemy. Regionl ausgestorben auf Antigua und Barbuda, Saint Kitts und Nevis, Saint Martin / Sint Maarten [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der grüne Inselleguan kommt in unterschiedlichen Lebensräumen, wie Trockenbusch, Trockensavanne, Übergang zu Regenwald, Küstenwald und Mangrove vom Meeresspiegel bis auf eine Höhe von 1'000 m vor. Dabei handelt es sich um Gebiete mit weniger als 1'000 bis zu 4'000 mm Jahresniederschlag. Jungtiere leben hauptsächlich auf Büschen und niederen Bäumen, Erwachsene bewohnen höhere Bäume. Die Tiere ernähren sich überwiegend von Pflanzen, während der Trockenzeit hauptsächlich Blätter, während der Regenzeit vermehrt Früchte. Bei Gelegenheit wird auch tierisches Material gefressen. Geschlechtsreife wird mit 2-3 Jahren erreicht. Die Weibchen vergraben ihre aus 8-18 Eiern bestehenden Gelege in Sand- oder sonstigen lockeren, gut drainierten Böden. Die Jungen schlüpfen nach etwa 3 Monaten [1].

Gefährdung und Schutz

Der Grüne Inselleguan ist in weiten Teilen seines ursprünglichen Areals ausgestorben. Sein Bestand umfasst um die 17'000 erwachsene Individuen, er ist fragmentiert und abnehmend. 1994 wurde die Art deshalb als gefährdet, 2010 als stark gefährdet und 2018 als vom Aussterben bedroht (Rote Liste: CRITICALLY RNDANGERED) eingestuft [1].

Zoogestützte Artenschutzprojekte (Beispiele):

  • Die weitestgehend von nordamerikanischen Zoos finanzierte und verwaltete International Iguana Foundation hat von 2011-2019 fünf artenschutzrelevante Forschungsarbeiten über den Inselleguan auf Anguilla, Dominica und St. Eustatius mit einem Gesamtbetrag von 32'880 USD gefördert. mehr ...

Bedeutung für den Menschen

Im Ursprungsgebiet werden Eier und Fleisch der Tiere gegessen. Als Terrarientier ist die Art eher unbedeutend. Von 1976-2016 meldete von den Ursprungsländern lediglich Dominica drei Ausfuhren mit zusammen 11 Tieren. Von 2001-2016 wurde weltweit der Export von nur 128 Nachzuchttieren gemeldet. Davon stammten 111 aus Österreich [2].

Haltung

Die Haltungsempfehlungen entsprechen jenen für den Grünen Leguan. Eine Gemeinschaftshaltung mit Antillen-Pfeiffröschen ist möglich.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 10 Institutionen gezeigt, darunter auch im Tiergarten Schönbrunn und im Zoo Zürich. Für Details siehe Zootierliste.

Die Zoos von Jersey und Chester haben Grüne Inselleguane mehrfach gezüchtet. 2016 gelang dem Tiergarten Schönbrunn erstmals die Nachzucht. in der Zukunft soll ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese bedrohte Art aufgebaut werden (PM Tiergarten Schönbrunn vom 15.09.2016).

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens  eine Grundfläche haben, die dem 4x3-fachen der Kopf-Rumpflänge entspricht, wenn die Höhe das Fünffache beträgt. Alternativ kann die Grundfläche das 5x3-fache und die Höhe das 4-fache der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.02.2022) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche das 4x3-fache der Kopf-Rumpflänge und dessen Höhe das 4-fache der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Kopf-Rumpflänge zur Basisflächen dazu. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Grüne Inselleguan wurde 1768 vom österreichischen Arzt und Naturforscher Josephus Nicolaus LAURENTI unter seinem heute noch gültigen Namen beschrieben. Es gibt keine Unterarten [5].

Literatur und Internetquellen

  1. VAN DEN BURG, M., BREUIL, M. & KNAPP, C. (2018). Iguana delicatissima. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T10800A122936983. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-1.RLTS.T10800A122936983.en. Accessed on 02 February 2022.
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. THE REPTILE DATA BASE

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Gelesen 7197 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 16 März 2022 16:42
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx