Weichtiere (Mollusca)

Perlboote - Nautilidae

Gemeines Perlboot (Nautilus pompilius) im Seaquarium Grau du Roii Gemeines Perlboot (Nautilus pompilius) im Seaquarium Grau du Roii
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Klasse: Kopffüßer (Cephalopoda)
Unterklasse: Altkopffüsser (Palcephalopoda)
Ordnung: Nautiliden (Nautilida)
Familie: Perlboote (Nautilidae)

 

D NB 650

Gemeines Perlboot

Nautilus pompilius • The Chambered NautilusLe nautile commun

Perlboot (Nautilus pompilius) Zoo Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Perlboot (Nautilus pompilius) im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

M nautilus pompilius map
Approximative Verbreitung des Perlboots (Nautilus pompilius)

 

 

M nautilus schale
"Durchschnitt der Schale des Nautilus pompilius". A Wohnkammer. a Luftkammern. Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887)

 

 

M nautilus pompilius ozeaneum KR1
Perlboot (Nautilus pompilius) im Ozeaneum Stralsund © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

M nautilus pompilius ozeaneum KR2
Perlboot (Nautilus pompilius) im Ozeaneum Stralsund © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

M nautiluspokal wewelsburg
Gravierter Perlboot-Pokal (Nautilus pompilius) mit Fassung und Fuß aus Silber, gefertigt von Heinrich Niederstädt II (um 1716-1745), Goldschmiedemeister in Paderborn, für ür Hermann Werner Franz Gottlob von der Asseburg. Kreismuseum Wewelsburg

 

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Verbreitung 

Indo-Pazifik: Tropische Bereiche im östlichen Indischen Ozean und im Westpazifik um Amerikanisch Samoa, Australien, Fidschi, Indien (Andamanen und Nikobaren), Indonesien, Malaysia, Neukaledonien, Papua-Neuguinea, Philippinen, Salomonen, Vanuatu. Möglicherweise auch China, Myanmar, Thailand, Vietnam, Westsamoa [3].

Biologie

Gemeine Perlboote erreichen eine Länge bis zu 20 cm. Sie haben eine gut entwickelte, planspiralige und gekammerte Schale, die von einem Rohrfortsatz (Sipho) des Körpers durchzogen ist. Der Kopf ist mit 82-90 Armen bestückt. Die Arme weisen keine Saugnäpfe auf. Sie sind fühlerförmig und können in Scheiden zurückgezogen werden, welche in ein paar konzentrischen, auf der Bauchseite vom Trichter unterbrochenen Kreisen die Mundöffnung umgeben. Die Scheiden der beiden obersten Arme bilden eine breite, schön gezeichnete Kappe, welche beim Zurückziehen des Tieres in das Gehäuse den Kopf bedeckt. Der Trichter ist zweiteilig, die Raspelzunge hat in einer Querreihe 13 Zähne, ein Tintenbeutel fehlt. Das große Auge funktioniert nach dem Prinzip einer Lochkamera. Es hat eine gut entwickelte Netzhaut aber hat keine Linse und keinen Glaskörper. Perlboote verfügen nicht über Chromatophoren, mittels derer sie die Farbe wechseln könnten, wie etwa die Sepien [1; 2; 4].

Die hinteren Kammern des Gehäuses dienen der Steuerung des Auftriebs. Das Tier kann sie über den Sipho mehr oder weniger stark mit Gas füllen, sodass es nachts leichter wird, um über dem Boden der oberen Wasserschichten Krebse, Fische, Seeigel und Tintenfische zu jagen, und tagsüber schwerer, um in tieferen Schichten zu ruhen [1].

Bei den Perlbooten gibt es viel mehr männlich als weibliche Tiere. Beim Männchen sind vier Arme zu einem Kolben verwachsen. der dazu dient, die Samenpakete in die Mantelhöhle des Weibchens zu übertragen. Dieses legt bis zu 20 große Eier, die es einzeln an eine feste Unterlage klebt. Die Embryonalentwicklung dauert 9-12 Monate. Die frisch geschlüpften Perlboote haben vier Luftkammern [5].

Perlboote können über 700 m tief tauchen [5].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt. Es gibt keine globalen Bestandesschätzungen, von Natur aus scheinen die Bestandesdichten tief zu sein. Gebietsweise soll die Art als Folge kommerzieller Nutzung abgenommen haben [3].

Der internationale Handel mit lebenden und toten Exemplaren ist seit dem 3. Januar 2017 nach CITES-Anhang II geregelt [3].

Bedeutung für den Menschen

Die innen mit Perlmutt ausgekleideten Gehäuse sind beliebt als Souvenirs und Sammlerstücke oder sie werden zu Schmuckstücken, Knöpfen etc. verarbeitet. In Indonesien und auf den Philippinen wird die Art deswegen kommerziell befischt. In China wird das Fleisch gegessen [3]

Taxonomie und Nomenklatur

Nautilus pompilius wurde 1758 von Carl von LINNÉ benannt und beschrieben. Es wurden etwa 120 Arten beschrieben, die meisten davon sind aber nicht gültig. Anerkannt sind vier Arten der Gattung Nautilus und zwei weitere, die in die Gattung Allonautilus gestellt wurden [3; 6].

Literatur und Internetquellen

  1. AYLING, T. & PARISH, S. (2008)
  2. BREHM, A. E. (1882-1887)
  3. CITES COP 17, Proposal Nr. 48 for inclusion in CITES Annex II
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970) 
  5. TAXO 4254
  6. WoRMS

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Gelesen 2691 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Januar 2019 08:42
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx