Agamen

Bunter Dornschwanz

Bunter Dornschwanz (Uromastyx ornata) im Zoo Frankfurt Bunter Dornschwanz (Uromastyx ornata) im Zoo Frankfurt
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Agamen (Agamidae)
Unterfamilie:  Uromasticinae

D LC 650

Bunter Dornschwanz

Uromastyx ornata • The Ornate Mastigure • La fouette-queue du Sinaï

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Bunter Dornschwanz (Uromastyx ornata) im Staatlichen Museum für Naturkunde, Karlsruhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximarive Verbreitung der Bunten Dornschwanzagame (Uromastyx ornata)

 

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Bunter Dornschwanz (Uromastyx ornata) im Zoo Frankfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bunter Dornschwanz (Uromastyx ornata) im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schwanz einer Bunten Dornschwanzagame (Uromastyx ornata) im Staatlichen Museum für Naturkunde, Karlsruhe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Illustration der Originalbeschreibung des "Geschmückten Schleuderschwanzes, Uromastyx ornatus" in RÜPPELL (1827)

 

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Bunter Dornschwanz ("Uromastyx ornatus"). Abbildung aus P. J. SMIT et al. (1898). Zoology of Egypt. Volume First. Reptilia and Batrachia.

 

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Der Bunte Dorschwanz ist eine im Freiland nicht gefährdete, mittelgroße, attraktive Uromastyx-Art, die bei Privathaltern sehr begehrt ist, im Zoo aber nur selten gezeigt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Bunte Dorschwanz ist mit einer Gesamtlänge von bis zu 38 cm eine mittelgroße Uromastyx-Art, von der zwei Unterarten beschrieben worden sind. Es besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdichromatismus: Allen Tieren gemeinsam, sind die markanten, gelben Ocellen, Punkte oder Querbänder, die vom Nacken über den gesamten Rücken bis zum Schwanzansatz verlaufen und seitlich bis in die Flankenregionen reichen können. Bei den adulten Männchen sind Rücken, Kopf und Kehlregion oft sehr farbintensiv blau gefärbt. Seltener kommt auch eine grüne oder rötliche Farbform vor und auch Mischtöne treten auf. Auch auf der Bauchseite ist oft eine deutlichere Färbung vorhanden. Die Weibchen sind dagegen deutlich schwächer gefärbt. Bei ihnen sind zumeist nur die gelben Zeichnungen auf dem Rücken vorhanden, die sich gegen eine braune, seltener auch leicht bläuliche, grünliche oder rötliche Grundfärbung abheben. Die Kehl- und Bauchregionen der sind normalerweise nur weiß oder leicht cremefarben gefärbt [1].

Verbreitung

Naher Osten: Ägypten (Teile der Sinai-Halbinsel), Israel, Jemen, (Jordanien ?), (Palästina ?), Saudiarabien

Lebensraum und Lebensweise

Der Bunte Dornschwanz besiedelt felsige, trockene Flussbette (Wadis) mit spärlichem Akazienbewuchs. In Israel, auf dem Sinai und in Saudi Arabia ist er meist auf Gebiete mit Granitfelsen beschränkt, andernorts kommt er auch in Gebieten mit Kalk- und Sandsteinfelsen vor. Die Tiere wohnen in Felsspalten und bisweilen in selbstgegrabenen Höhlen. Die Gelege bestehen aus 6-17 Eiern [5].

Gefährdung und Schutz

Nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2012 wird der Bunte Dornschwanz global als nicht gefährdet eingestuft, obwohl die Bestände stellenweise abgenommen haben und er lokal ausgestorben ist. In Israel gilt die Art als stark gefährdet [5].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt. Ägypten hat ein Ausfuhrverbot erlassen.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2015 wurde im Mittel weltweit die Ausfuhr von 1890 Tieren/Jahr gemeldet. Von diesen kamen etwa 40% aus Jordanien. 100 Tiere wurden aus Oman ausgeführt, wo ornata nicht vorkommt, sondern der im Handel sehr gesuchte Uromastyx thomasi [2]. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. In den USA werden Nachzucht-Jungtiere für 125-300 USD angeboten (Online-Inserate 2017).

Haltung

Für die Haltung eines Paars wird ein Terrarium von mindestens 130x80x80 cm (LxBxH) empfohlen. Es sollte mit Wärme- und UV-Strahlern ausgestattet und mit Wurzeln, Kletterästen und Steinaufbauten mit Höhlen, die von den Tieren gerne als Ruheplätze und Verstecke angenommen werden, sowie einer flachen Wasserschale eingerichtet sein. Zur Vergrößerung des Aktionsraums können die Rück- und Seitenwände mit Felsaufbauten verkleidet werden. Als Bodensubstrat eignet sich ein Sand-Lehm-Gemisch, das mindestens 10 cm, stellenweise bis 30 cm hoch eingebracht werden soll, um den Tieren zu erlauben, sich einzugraben. Tagsüber sollte ein Temperaturgefälle von 28°-40° C mit Temperaturmaxima auf den Sonnenplätzen zwischen 55° und 60°C sichergestellt werden. Kühlere Rückzugsplätze sollten vorhanden sein. Nachts können die Werte auf Zimmertemperatur abfallen. 30-40 % relative Luftfeuchtigkeit sind tagsüber ausreichend, nachts kann diese bis zu 70 % ansteigen [1].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 10 Institutionen gezeigt, die sich hauptsächlich im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche das 5x4-fache der Kopf-Rumpflänge und dessen Höhe das Dreifache der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Kopf-Rumpflänge zur Basisflächen dazu. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Bunte Dornschwanz gehört zu den Arten, die 1827 von Carl Heinrich Georg von HEYDEN im Atlas der Reise im nördlichen Afrika von Eduard RÜPPELL beschrieben worden sind, damals als "Geschmückter Schleuderschwanz, Uromastyx ornatus". Unter "Vaterland" gibt von HEYDEN an, die Art sei von RÜPPELL "nur einmal bei Mohila an der östlichen Küste des rothen Meeres gefunden" worden [3]. Heute weiß man, dass ornata auf der Sinaihalbinsel bis auf eine Höhe von 1000 m.ü.M. vorkommt. Mittlerweile wurde das grammatikalische Geschlecht der Artbezeichnung an jenes der Gattungsbezeichnung angepasst. Weil "μάστιξ", das altgriechische Wort für Peitsche, weiblich ist, lautet der Name nun Uromastyx ornata [4].

Literatur und Internetquellen

  1. AGAMIDAE-IG
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. RÜPPELL, E. (1827)
  4. THE REPTILE DATA BASE
  5. WILMS, T. & SINDACO, R. 2012. Uromastyx ornata. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T198538A2531743. http://www.iucnredlist.org/details/198538/0. Downloaded on 23 August 2017.

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Gelesen 675 mal Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2019 14:09
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