Agamen

Fliederagame

Fliederagamen (Agama mwanzae) im Zoo Schmiding Fliederagamen (Agama mwanzae) im Zoo Schmiding
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Agamen (Agamidae)
Unterfamilie:  Agaminae

D LC 650

Fliederagame

Agama mwanzae • The Mwanza Flat-headed Agama • Le lézard sosie de Spider-Man

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Fliederagame (Agama mwanzae) Männchen, im Serengeti-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung der Fliederagame (Agama mwanzae)

 

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Fliederagamen (Agama mwanzae) im Zoo Schmiding © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Wie die anderen Arten des Agama agama-Komplexes ist die Fliederagame von zoopädagogischen Interesse, auch weil sie ihr Verbreitungsgebiet mit vielen im Zoo vertretenen Savannenarten teilt. Sie ist zwar regelmäßig im Heimtierhandel, wird aber nur ausnahmsweise in europäischen Zoos gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Kopf und Nacken der Männchen sind hell- bis satt-orange gefärbt. Der Körper ist hellblau und (dunkel-) blau/grau gesprenkelt, auch der Bauch erscheint in einem dunkleren, matten Blau. Die hinteren Extremitäten sind heller gefärbt. Der Schwanz ist mit blau-weißer Querbänderung gezeichnet. Bei Erregung zeigen die Männchen nicht nur ihre prächtigsten Farben, sondern stellen auch den flachen Nackenkamm und die Kehlfalte auf. Die Weibchen haben eine grau-braune Grundfärbung und am Rücken vereinzelt weiße Punkte, die von grau-schwarzen Kreisen umrahmt sind. Nachts nehmen sowohl männliche als auch weibliche Tiere eine dunkle Nachtfärbung an. Die Schuppen sind glatter als bei agama oder lionotus [X; 2].

Verbreitung

Ostafrika: Burundi, Kenia, Ruanda, Tansania [4; 5]

Lebensraum und Lebensweise

Die tagaktive Fliederagame besiedelt Savannen und Steppen mit Felsformationen (Kopjes). Sie lebt in Gruppen von etwa 10 Individuen. Die Weibchen produzieren Gelege von 6-8 Eiern [4].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde 2010 beurteilt und wegen ihrer weiten Verbreitung und Toleranz gegenüber vom Menschen beeinflussten Lebensräumen als nicht gefährdet angesehen [4].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich regelmäßig im Heimtierhandel. Tansania hat eine Ausfuhrquote von 2000 Tieren / Jahr festgesetzt [4].

Haltung

Die Art benötigt viel Platz (siehe Agama lionotus), die Mindestabmessungen nach BMELF-Gutachten sind unzureichend. Das Terrarium ist so einzurichten, wie für andere Vertreter des Agama agama-Komplexes. Es sollte gut ausgeleuchtet und mit Wärme- und UV-Strahlern ausgestattet sein. Die Grundtemperatur sollte bei 25-35°C, lokal bei 35-40 C liegen und nachts auf, nachts 16-20°C abgesenkt werden. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte 50-60% betragen [1;3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz vereinzelt in europäischen Institutionen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Früher wurde diese Agame als Unterart von agama, lionotus oder planiceps angesehen. Seit 1991 gilt sie als eigenständige Art [5].

Literatur und Internetquellen

  1. AGAMIDAE-IG 
  2. BÖHME, W., WAGNER, P., MALONZA P., LÖTTERS, S. & KÖHLER, J. (2005)
  3. LUCKY REPTILE
  4. MENEGON, M., SPAWLS, S., WAGNER, P. & BERADUCCII, J. (2014). Agama mwanzae. The IUCN Red List of Threatened Species 2014: e.T170371A44810595. http://www.iucnredlist.org/details/170371/0. Downloaded on 21 August 2017.
  5. THE REPTILE DATA BASE

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Gelesen 3520 mal Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2019 13:38
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