Agamen

Ostafrikanische Siedleragame

Ostafrikanische Siedleragame (Agama lionotus), Männchen, im Zoo Magdeburg Ostafrikanische Siedleragame (Agama lionotus), Männchen, im Zoo Magdeburg
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Agamen (Agamidae)
Unterfamilie:  Agaminae

D NB 650

Ostafrikanische Siedleragame

Agama lionotus • The Kenyan Rock Agama • L' agame du Kenya

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Ostafrikanische Siedleragame (Agama lionotus), Weibchen, im Zoo Magdeburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung der Ostafrikanischen Siedleragame (Agama lionotus)

 

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Ostafrikanische Siedleragame (Agama lionotus), Männchen, im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Griesbach, Zoo Berlin

 

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Ostafrikanische Siedleragame (Agama lionotus), Weibchen, im ZooPark Erfurt © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Ostafrikanische Siedleragame (Agama lionotus), Männchen mit Heuschrecke, im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Griesbach, Zoo Berlin

 

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Als Kulturfolger und wegen ihres ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus ist die Ostafrikanische Siedleragame von zoopädagogischen Interesse, zudem sind die Männchen ausgesprochen attraktiv gefärbt. Trotzdem wird sie nur selten in europäischen Zoos gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Die etwas größeren Männchen unterscheiden sich von den Weibchen deutlich durch ihre intensive Prachtfärbung. Ihre Grundfärbung ist strahlend blau mit rot/orangem Kopf, während die Weibchen schlicht braun, mit unterschiedlichen hellen Punkten gefärbt sind [1].

Verbreitung

Ostafrika: Äthiopien, Kenia, Tansania, Uganda [1; 3]

Lebensraum und Lebensweise

Diese Agamen sind ausgesprochene Tagtiere. Sie sind Kulturfolger und leben auch an Mauern, Palmen und Häusern mitten in Dörfern und Städten oder in Hotelanlagen. Kommt man ihnen zu nahe, flüchteten sie sich in umliegende Büsche oder hoch hinauf auf Palmen. Sie ernähren sich überwiegend von Insekten, fressen aber auch Früchte oder Blüten. Männliche Agama lionotus sind territorial [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der für Agamen revisionsbedürftigen Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die für Agama agama gemachten Angaben dürften auch für lionotus zutreffen.

Haltung

Für Kleingruppen von 1.2 Tieren werden Trockenterrarien von mindestens 200x100x100cm (LxBxH) empfohlen. Diese sollten mit Wärme- und UV-Strahlern ausgestattet und mit vielen kontrollierbaren Versteckmöglichkeiten in Felsformationen, Steinaufbauten, Wurzeln oder Trockengräsern, ferner kräftigen Kletterästen eingerichtet sein. Die Agamen springen von einem Gegenstand zum nächsten und erklimmen problemlos die angebotenen Rückwände. Auch diese sollten Rückzugsmöglichkeiten in Form von Felsspalten beinhalten. Als Bodensubstrat eignet sich grober Sand in einer Dicke von 8-10 cm mit größeren Steinen. In Analogie zu Agama agama soll die Lufttemperatur tagsüber um 34ºC liegen und nachts abkühlen. Am Boden sollen lokal bis 40ºC erreicht werden [1; 3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in ganz wenigen Institutionen gezeigt, von denen sich die meisten im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Agama lionotus wurde 1896 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER als Unterart von Agama agama beschrieben [3]. 2005 wurde lionotus als eigenständige Art definiert und ihr elgonis, dodomae, usambarae und ufipae als Unterarten zugeordnet [2].

Literatur und Internetquellen

  1. AGAMIDAE-IG
  2. BÖHME, W., WAGNER, P., MALONZA P., LÖTTERS, S. & KÖHLER, J. (2005)
  3. THE REPTILE DATA BASE

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Gelesen 5378 mal Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2019 13:35
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx