Gürtelschweife, Schild- und Schienenechsen

Streifenschildechse

Streifenschildechse (Gerrhosaurus nigrolineatus) im Reptilium Landau Streifenschildechse (Gerrhosaurus nigrolineatus) im Reptilium Landau
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Schienenechsen (Teiidae)

D LC 650

Streifenschildechse

Gerrhosaurus nigrolineatus • The Black-lined Plated Lizard • Le lézard plaqué à lignes noires

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Streifenschildechse (Gerrhosaurus nigrolineatus) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Sehr approximative Verbreitung der Streifenschildechse (Gerrhosaurus nogrolineatus)

 

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Streifenschildechse (Gerrhosaurus nigrolineatus) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Streifenschildechse (Gerrhosaurus nigrolineatus) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office

 

 

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Die Streifenschildechse ist eine großer Gerrhosauride, der im ost- und südafrikanischen Savannengürtel weit verbreitet ist und der nur selten in europäischen Zoos gezeigt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Streifenschildechse erreicht eine Gesamtlänge von 35-45 cm, im Extremfall bis 56 cm. 70% der Gesamtlänge entfallen auf den Schwanz. Die Rückenschuppen sind stark gekielt und liegen in 22-24 Längs- und 54-64 Querreihen, die Bauchschuppen in 8 Längsreihen. Der Rücken ist rotbraun, beidseits mit einem schwarz begrenzten gelben Längsstreifen. Die Flanken sind zinnober oder kastanienbraun, meist mit gelben Flecken, die Unterseite gelblich-weiß [2; 3].

Verbreitung

Östliches bis südwestliches Afrika: Angola, Botswana, Gabun, Kenia, Kongo Dem., Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Tansania [5].

Lebensraum und Lebensweise

Die Art bevorzugt offenes Bushveld und Trockensavannen. Sie bewohnt Nagetier-, Erdmännchen- und Termitenbaue. Die Tiere fressen hauptsächlich Heuschrecken, Käfer und Schnecken. Selbst fallen sie Kleinraubtieren, Greifvögeln und Schlangen zum Opfer. Die Weibchen legen 4-6 Eier in verrottendes Pflanzenmaterial. Die Jungen schlüpfen nach 70-80 Tagen [2].

Gefährdung und Schutz

Gestützt auf eine Beurteilung aus dem Jahr 2019 ist die Art seit 2021 in der Roten Liste als nicht gefährdet ( LEAST CONCERN) aufgeführt, weil sie eine weite Verbreitung und einen großen Bestand hat, und keine Anzeichen für eine negative Bestandtenden bestehen. Die Beurteiliumg  bezieht sich ausschließlich auf die westliche Form [6].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Streifenschildechse ist regelmäßig im Heimtierhandel. In den USA werden Adulte für etwa 30 USD angeboten (Online-Inserate 2017).

Haltung

Für die Haltung eines Paars oder Trios wird ein Terrarium von mindestens 150x60x60 cm empfohlen. Es sollte mit Wärme- und UV-Strahlern ausgestattet und mit Wurzeln, Kletterästen und Steinaufbauten, die von den Tieren gerne als Ruheplätze und Verstecke angenommen werden, sowie einer flachen Wasserschale eingerichtet sein. Zur Vergrößerung des Aktionsraums können die Rück- und Seitenwände mit Felsaufbauten verkleidet werden. Als stets etwas feucht zu haltendes Bodensubstrat eignen sich Sand oder ein Sand-Lehm-Gemisch. Die Lufttemperatur soll tagsüber zwischen 25-30°C, lokal bis gegen 45°C betragen und nachts auf 18-22°C zurückgefahren werden [3; 4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 10 Institutionen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 3x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Dies entspricht bei durchschnittlich großen Adulten etwa 60x40 cm. Die Höhe soll das Vierfache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1857 vom amerikanischen Herpetologen Edward HALLOWELL unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben. Es werden heute zwei Unterarten unterschieden, die westliche Nominatform und die östliche intermedius [5]. Letztere wird von manchen Autoren auch als eigene Art angesehen [1].

Literatur und Internetquellen

  1. BATES, M. F., TOLLEY, K. A., EDWARDS, S., DAVIDS, Z., DA SILVA, J. M. & BRANCH, W. R. (2013)
  2. BRANCH, B. (1988)
  3. EXOTIC PETS
  4. MEGAZOO
  5. THE REPTILE DATA BASE
  6. CERÍACO, L.M.P. & BAUER, A.M. (2021). Gerrhosaurus nigrolineatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2021: e.T13152282A13152286. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2021-1.RLTS.T13152282A13152286.en . Downloaded on 14 April 2021.

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Gelesen 4957 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 14 April 2021 08:54
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