Eidechsen, Skinke und Schleichen

Blauzungenskink

Blauzungenskink (Tiliqua scincoides) im Zoo Basel Blauzungenskink (Tiliqua scincoides) im Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Skinke (Scincidae)
Unterfamilie: Egerniinae

D NB 650

Blauzungenskink

Tiliqua scincoides • The Blue-tongued Skink • Le scinque à langue bleue

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Blauzungenskink (Tiliqua scincoides) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Blauzungenskinks (Tiliqua scincoides)

 

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Blauzungenskink (Tiliqua scincoides) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Blauzungenskink (Tiliqua scincoides) in Trockenterrarium im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Blauzungenskink (Tiliqua scincoides) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin

 

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"The Skinc-formed Lizard (Lacerta scincoides)". Illustration aus WHITE, J. (1790). Journal of a voyage to new South Wales

 

 

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Der dem Riesenblauzungenskink sehr ähnliche, aus Australien stammende Blauzungenskink ist der bekannteste und mit Abstand am häufigsten gezeigte Vertreter seiner Gattung in europäischen Zoos.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Blauzungenskink ähnelt der Riesenblauzunge, ist aber mit 45-50 cm Gesamtlänge eine Nummer kleiner. Die Kopf-Rumpflänge beträgt 30-32 cm. Der Rumpf ist massiv, walzenförmig, die weit gestellten Gliedmaßen sind in Relation dazu klein. Der Schwanz ist kräftig und läuft in eine Spitze aus. Die Schuppen sind glatt. Oberseits ist die Körperfarbe grau bis rotbraun und wird bis zum Schwanz von 6-7 dunkeln Querbändern unterbrochen, auch auf dem Schwanz befinden sich 7-10 Querbänder. Eventuell ist [nach 4] ein Schläfenstreifen vorhanden [1; 2; 4].

Verbreitung

Australien und Teile Indonesiens:
Tiliqua scincoides scincoides: Neu-Süd-Wales, Queensland, Südaustralien, Victoria
Tiliqua scincoides intermedia: NW Westaustralien Northern Territory
Tiliqua scincoides chimaerea: Maluku-Provinz Indonesien: Tanimbar, Babar-Inseln) [3]

Lebensraum und Lebensweise

Der Blauzungenskink besiedelt offene Gebiete, wo die Temperaturen nachts stark abfallen. Mit Ausnahme der alpinen Zone und der Regenwälder kommt er in allen Lebensraumtypen Ost- und Nordaustraliens vor. Wie die anderen Tiliqua-Arten ist der Blauzungenskink ein Gemischtkostler und ist lebendgebärend (ovovivipar). Die Blauzungenskinke haben ihren Namen von ihrer kobaltblauen Zunge, die sich stark von der rosaroten Maulschleimhaut abhebt. Sie dient dem Abwehrverhalten: Gegen vermeintliche oder tatsächliche Feinde drohen die Echsen, indem sie ihr Maul weit aufreißen und ihre kontrastreiche Maul-Innenseite zur Schau stellen [1; 2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

In Europa wird die Art häufig von Privathaltern gezüchtet und wird zu Preisen von 60-125 € / Adulttier zum Kauf angeboten (Online-Inserate 2017).

Haltung im Zoo

Es wird empfohlen, Blauzungenskinke in einem geräumigen Trockenterrarium zu halten. Der Boden soll aus Geröll, Kies und Sand bestehen. Das Terrarium ist mit UV- und Wärmestrahlern auszustatten und mit Felsaufbauten einzurichten. Die Lufttemperatur soll tagsüber 25-30ºC, die Bodentemperatur lokal bis 35ºC betragen und soll nachts abgesenkt werden. Eine kleine, flache Tränke kann vorhanden sein, ist aber nicht unbedingt nötig, wenn die Felsaufbauten regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Im Terrarium vertragen Blauzungenskinke sich in der Regel mit gleich großen Tieren, es kann aber gelegentlich zu Beißereien kommen [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 130 Institutionen gezeigt, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 6x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu, bei unverträglichen Tieren Einzelhaltung. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche das 7x4-fache der Kopf-Rumpflänge und dessen Höhe das Dreifache der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Kopf-Rumpflänge zur Basisflächen dazu. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) fordert für 1-2 adulte "Siliqua scincoides scincoides" einen Behälter mit einer Grundfläche von 0.6 m² und einer Höhe von 0.6 m, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.4 zu vergrößern.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1790 vom General-Chirurgen der britischen Kolonie New South Wales, John WHITE, in seinem Werk "Journal of a voyage to new South Wales" als "Lacerta scincoides" beschrieben (Siehe nebenstehende Abbildung). Weitere Beschreibungen gab es im 19. Jahrhundert unter den Gattungsnamen Scincus und Tiliqua. Nebst der Nominatform wurden 1955 und 2000 die Unterarten intermedia und chimaerea beschrieben [3].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. NIETZKE, G. (1969)
  3. THE REPTILE DATA BASE
  4. WILSON, S. & SWAN, G. (2013)

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Gelesen 1710 mal Letzte Änderung am Montag, 13 Mai 2019 08:08
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