Eidechsen, Skinke und Schleichen

Westlicher Blauzungenskink

Westlicher Blauzungenskink (Tiliqua occipitalis) im Tropiquarium Servion Westlicher Blauzungenskink (Tiliqua occipitalis) im Tropiquarium Servion
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)

D NB 650

Westlicher Blauzungenskink

Tliqua occipitalis • The Western Bluetongue • Le scinque à langue bleue occidental

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Westlicher Blauzungenskink (Tiliqua occipitalis) im Tropiquarium Servion © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Westlichen Blauzungenskinks (Tiliqua occipitalis)

 

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Westlicher Blauzungenskink (Tiliqua occipitalis) in Wütenterrarium im Tropiquarium Servion © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Westlicher Blauzungenskink (Tiliqua occipitalis) am Futternapf im Tropiquarium Servion © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Tiliqua occipitalis ist ein typischer Vertreter der Blauzungenskinke, kenntlich an seinem dunkelbraunen Schläfenfleck. In europäischen Zoos ist er nur ganz ausnahmsweise zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Westliche Blauzungenskink erreicht eine Gesamtlänge von rund 45 cm, wovon 32 cm auf Kopf-Rumpf entfallen. Sein Körper ist lang und schlank, auch der Schwanz ist relativ schlank. Die Schuppen sind glatt. Die Grundfarbe ist gelbbraun bis blass graubraun mit 4-6 breiten dunkeln Querbändern auf dem Rumpf und 3-4 ebensolchen auf dem Schwanz. Arttypisch ist der breite dunkle Schläfenstreifen [4].

Verbreitung

Australien: West-Australien, Südaustralien, Victoria, westliches New South Wales, marginal im Northern Territorry. Fehlt auf Tasmanien [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Westliche Blauzungenskink besiedelt trockene, offene Landschaften mit sandigen Böden, wie Heiden, Spinifex-Grasland oder Mallee-Busch. Er lebt solitär, ist tagaktiv, lebendgebärend und ernährt sich von Insekten, Schnecken, Pflanzenmaterial und Aas. Als Versteck und zum Schlafen benutzt er u.a. Kaninchenbaue. [4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt. Sie leidet unter Lebensraumzerstörung und -fragmentierung und dem Jagddruck seitens von Füchsen und Hauskatzen. In  New South Wales gilt sie als gefährdet (VULNERABLE) [2].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wurde bzw. wird vermutlich von den Aborigines als Nahrungsquelle genutzt. In Europa gibt es private Züchter, die Jungtiere auf den Heimtiermarkt bringen (Online-Inserate 2017).

Haltung

Die Anforderungen dürften jenen für Tiliqua scincoides entsprechen.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz ausnahmsweise in europäischen Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 6x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu, bei unverträglichen Tieren Einzelhaltung. . Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche das 7x4-fache der Kopf-Rumpflänge und dessen Höhe das Dreifache der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Kopf-Rumpflänge zur Basisflächen dazu. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1863 von Wilhelm PETERS, der ab 1857 Direktor des Zoologischen Museums Berlin und ab demselben Jahr bis 1869 Direktor des Zoologischen Garten Berlin war, als "Cyclodus occipitalis" beschrieben, am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie der Gattung Tiliqua zugeteilt. Es gibt keine Unterarten [2].

Literatur und Internetquellen

  1. ATLAS OF LIVING AUSTRALIA
  2. NSW OFFICE OF ENVIRONMENT AND HERITAGE
  3. THE REPTILE DATA BASE
  4. WILSON, S. & SWAN, G. (2013)

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