Eidechsen, Skinke und Schleichen

Oman-Eidechse

Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Reptilium Landau Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Reptilium Landau
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Eidechsen (Lacertidae)

D LC 650

Oman-Eidechse

Omanosaura jayakari • The Jayakar's Lizard • Le lézard de l'Oman

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Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung der Omaneidechse (Omanosaura jayakari)

 

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Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Museum Alexander Koenig, Bonn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Museum Alexander Koenig, Bonn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Omaneidechse (Omanosaura jayakari) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Oman-Eidechse ist eine größere, sehr schlanke Lacertiden-Art, die als einfach zu halten gilt und sehr zahm wird. In Zoos wird sie nur selten gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Omaneidechse erreicht bis 48 cm Gesamtlänge, wovon ca. 17 cm auf Kopf und Rumpf entfallen. Männchen sind schwerer und kräftiger als Weibchen der gleichen Länge, sie haben kräftigere Köpfe und weisen Femoralporen auf [2].

Verbreitung

Arabische Halbinsel: Oman, Vereinigte Arabische Emirate [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Höhenverbreitung der Oman-Eidechse reicht vom Meeresspiegel bis gegen 1'700 m. Sie lebt in oder in der Nähe von Wadis, auf bewässertem Agrarland, z.B. Zitrus- oder Dattelplantagen, wo sie Felsen oder Trockenmauern bewohnt, und kommt auch in menschliche Siedlungen. Sie ernährt sich von Insekten, Amphibien, kleinen Echsen und nimmt auch Pflanzenmaterial. Paarungen sind (im Terrarium) während des gesamten Jahres möglich. Die Weibchen produzieren jährlich mehrere Gelege mit 7–10 Eiern. Bei einer Bebrütungstemperatur von 27–30 °C schlüpfen die Jungen nach etwa 110–120 Tagen [1; 2].

Gefährdung und Schutz

Nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2012 gilt die Art nicht als gefährdet, weil sie auch wenig gestörte Bergregionen besiedelt, anpassungsfähig ist und einen stabilen Bestand hat [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art hat für ihre Ursprungsländer keine wirtschaftliche Relevanz [1]. Weil sie als leicht zu halten gilt und rasch zahm wird, hat sie eine gewisse Bedeutung als Terrarientier [2].

Haltung

Omaneidechsen lassen sich z.B. mit Ägyptischen Landschildkröten, Oman-Dornschwänzen und und Jemen-Chamäleons vergesellschaften.

Für die Haltung eines Paars oder einer Kleingruppe wird ein Terrarium von mindestens 120x60x60 cm empfohlen. Eine Ecke soll etwas feucht gehalten werden. Temperatur 30–32 °C, Sonnenplatz 45 °C, nachts 20–22 °C, Luftfeuchtigkeit 40–50 %. Tageslichtleuchtstoffröhren oder LEDs, HQL- oder HQI-Strahler. Einrichtung mit Felsen, einigen rauen Ästen zum Klettern und einem Wassergefäß. Eine Bepflanzung mit unempfindlichen Pflanzen ist möglich. Als Bodensubstrat eignet sich z.B. ein Sand-Lehm-Gemisch. Es ist keine Überwinterung notwendig [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in ganz wenigen Institutionen gezeigt, die sich (2020) alle im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: Im Reptiliengutachten 1997 des BMELF ist die Gattung Omanosaura nicht erwähnt, dürfte aber unter Lacerta zu subsumieren sein. Ein Terrarium für ein Paar soll mindestens 6x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Vierfache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) werden für ein Paar Lacerta spp. die gleichen Dimensionen vorgeschrieben. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Kopf-Rumpflänge zur Basisflächen dazu. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Omaneidechse wurde 1887 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER als Lacerta jayakari beschrieben. Gelegentlich als Untergattung geführt, wurde Omanosaura 1996 als eigenständige Gattung mit zwei Arten akzeptiert. Die Art jayakari ist monotypisch [3].

Literatur und Internetquellen

  1. SOORAE, P., ELS, J., AL RASBI, K.J.M. & MALLON, D. (2012). Omanosaura jayakari. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T199615A2606752. http://www.iucnredlist.org/details/199615/0. Downloaded on 16 July 2017.
  2. REPTILE CARE
  3. THE REPTILE DATA BASE

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Gelesen 3513 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 26 Februar 2020 11:03
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