Landschildkröten

Argentinische Landschildkröte

Argentinische Landschildkröte (Chelonoidis chilensis) im Zoo von Santiago de Chile Argentinische Landschildkröte (Chelonoidis chilensis) im Zoo von Santiago de Chile
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schildkröten (TESTUDINATA)
Unterordnung: Halsbergerschildkröten (CRYPTODIRA)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)

D VU 650

Argentinische Landschildkröte

Chelonoidis chilensis • The Chaco Tortoise • La tortue d'Argentine

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Argentinische Landschildkröte (Geochelone chilensis donobarrosi) im Zoo von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung der Argentinischen Landschildkröte (Chelonoidis chilensis)

 

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Argentinische Landschildkröte (Chelonoidis chilensis) im Zoo von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Ventralansicht einer Argentinischen Landschildkröte (Chelonoidis c. chilensis) im Zoo von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Ventralansicht einer Argentinischen Landschildkröte (Chelonoidis c. donosobarrosi) im Zoo von Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Carapax und Plastron der Argentinischen Landschildkröte (Chelonoidis chilensis). Zeichnung Urs Woy, Zürich, für CITES-ID-Manual

 

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Lebensraum der Argentinische Landschildkröte (Chelonoidis chilensis): Felsige Monte-Strauchsteppe in der Provinz Córdoba, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die auch Patagonische oder Chaco-Schildkröte genannte Chelonoidis chilensis ist eine knapp mittelgroße Landschildkröte, die in europäischen Zoos nur ausnahmsweise gezeigt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Argentinische Landschildkröte ist der kleinste Vertreter der Gattung Chelonoidis. Sie erreicht eine Carapaxlänge von 22-23 cm (nach anderen Quellen mehr). Bemerkenswert sind die nach außen gebogenen Randschilder, wodurch der Rückenpanzer, dessen Schilder tiefe, konzentrische Furchen aufweisen, auch bei älteren Tieren gesägt erscheint. Ein Nuchalschild ist nicht vorhanden, das Supracaudalschild ist ungeteilt und auf jeder Seite des Panzers befinden sich 11 Marginalschilder. Der Oberkiefer endet in einem Haken, der den Unterkiefer überragt. An den Oberschenkeln befinden sich beidseits der Schwanzwurzel Höckerschuppen und der Schwanz endet in einem hornigen Nagel [2; 4; 10].

Verbreitung

Südliches Südamerika: Argentinien (Buenos Aires, Catamarca, Chaco, Córdoba, Formosa, La Pampa, La Rioja, Mendoza, Rio Negro, Salta, San Juan, San Luis, Santa Fe, Santiago del Estero, Tucumán), Südwest-Bolivien (Santa Cruz, Tarija),
West-Paraguay [7; 9].

Lebensraum und Lebensweise

Argentinische Landschildkröten besiedeln Chaco, Monte-Strauchsteppe und patagonisches Grasland. Sie sind überwiegend Pflanzenfresser, die nur wenig tierisches Material zu sich nehmen [4; 6; 10]. Wie manche anderen Schildkröten aus Trockengebieten haben sie die Fähigkeit, in ihren Analsäcken Wasser zu speichern [5].

Gefährdung und Schutz

Die Art gilt nach einer Beurteilung aus dem Jahr 1996 als gefährdet [8].

Der Internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der internationale Handel ist bescheiden. Über einen Zeitraum von 37 Jahren wurden im Jahresmittel 449 Tiere aus ihren Ursprungsländern ausgeführt [3]

Haltung im Zoo

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur in ganz wenigen Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für eine Kleingruppe mindestens 8x so lang und 4x so breit sein wie die Carapaxlänge. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, welches das 8x4-fache der Carapaxlänge misst. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Carapaxlänge dazu. Bei Unverträglichkeit müssen die Tiere einzeln gehalten werden. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist für 1-2 über 20 cm lange Tiere ein Behälter von 2 m² anzubieten. Für jedes weitere Tier ist die Fläche um 0.5 m² zu erhöhen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1870 unter dem Namen "Testudo chilensis" von dem britischen Zoologen John Edward GRAY beschrieben. 1967 wurde sie in die Gattung Geochelone gestellt und 1973 taucht der heute gültige Name Chelonoidis erstmals auf [6]. Nebst der Nominatform wurden noch die Unterarten donosobarrosi und petersi beschrieben [7]. Die Argentinische Landschildkröte gilt als nächste Verwandte der Galápagos-Riesenschildkröten. Anders als ihr Name sagt, kommt sie in Chile nicht vor [1; 10].

Literatur und Internetquellen

  1. CACCONE, A., GIBBS, J.P., KETMAIER, V-, SUATONI, E. & POWELL, J.R. (1999)
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. NIETZKE, G. (1969)
  5. OBST, F. J. (1985)
  6. ROGNER, M. (2008)
  7. THE REPTILE DATA BASE
  8. TORTOISE & FRESHWATER TURTLE SPECIALIST GROUP (1996). Chelonoidis chilensis. The IUCN Red List of Threatened Species 1996: http://www.iucnredlist.org/details/9007/0. Downloaded on 22 May 2017.
  9. TURTLE TAXONOMY WORKING GROUP (2014)
  10. www.chelonia.org

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