Alt- und Neuwelt-Sumpfschildkröten

Gelbtupfen-Höckerschildkröte

Gelbtupfen-Höckerschildkröte (Graptemys flavimaculata) in der Wilhelma Stuttgart Gelbtupfen-Höckerschildkröte (Graptemys flavimaculata) in der Wilhelma Stuttgart
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schildkröten (TESTUDINATA)
Unterordnung: Halsbergerschildkröten (CRYPTODIRA)
Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)

D VU 650

Gelbtupfen-Höckerschildkröte

Graptemys flavimaculata • The Yellow-blotched Map Turtle • La tortue géographique à taches jaunes

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Approximative Verbreitung der Gelbtupfen-Höckerschildkröte (Graptemys flavimaculata)
 

 

 

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Die Gelbtupfen-Höckerschildkröte ist eine attraktive, im Freiland gefährdete Art, die in europäische Zoos nur sehr selten gehalten wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Die Weibchen werden bis 19 cm lang und erreichen im Schnitt ein Gewicht von 1'130 g, die Männchen bleiben mit 11 cm und 154 g deutlich darunter [6].

Verbreitung

USA: Einzugsgebiet des Pascagoula River (im südlichen Bundesstaat Mississippi) [3; 5]

Lebensraum und Lebensweise

Die Graptemys-Arten bevorzugen langsam fließende Gewässer mit guter Besonnung und dichter Vegetation. Sie ernähren sich überwiegend von Algen, Wasserpflanzen und anderem Pflanzenmaterial, nehmen aber auch Fische, Muscheln, Schnecken und Insekten. Die Eiablage erfolgt hauptsächlich von Mai bis Juli, wobei Gelbtupfen-Höckerschildkröten bis zu drei Gelege von 3-6 Eiern produzieren können. Die Jungen schlüpfen nach etwa 60 Tagen und haben bei der Geburt eine Carapaxlänge von 25-33 mm [2; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Gelbtupfen-Höckerschildkröte wurde 1996 als stark gefährdet und 2011 nach den gegenwärtigen Kriterien als gefährdet taxiert, weil in den 1990er-Jahren ihre Bestände in 80% des Verbreitungsgebiets zurückgegangen sind. Dazu beigetragen haben hauptsächlich wasserbauliche Maßnahmen und Gewässerverschmutzung durch die Zellulose- und Erdölindustrie. Weitere Rückgänge wurden nach den Hurrikans 2004 und 2005 beobachtet [6].

Der internationale Handel ist seit 2006 nach CITES Anhang III-USA geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Gelbtupfen-Höckerschildkröten sind gesuchte Terrarientiere. Wegen ihrer Seltenheit sind die Preise sehr hoch. In den USA werden sie für 700 USD/Paar angeboten (Online-Inserat 2017).

Haltung im Zoo

Im Sinne einer guten Haltungspraxis wird empfohlen, dass ein Terrarium mindestens dem 6x3-fachen der Carapaxlänge und die Wassertiefe dem 4-fachen der Carapaxbreite entsprechen soll. Das Wasser sollte 22-25ºC warm sein. Im Winter können Raum- und Wassertemperatur etwas reduziert werden [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen Institutionen gehalten. Für Details siehe Zootierliste. Im Rahmen der European Studbook Foundation gibt es ein Zuchtbuch, das überwiegend private Halter erfasst.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für eine Kleingruppe mindestens 5x so lang und 2.5x so breit sein wie die Carapaxlänge. Der Wasserstand soll das Doppelte der Carapaxbreite betragen. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege mit einem Landteil vor, der das 2x2-fache, und einem Wasserteil, der das 5x3-fache der Carapaxlänge misst. Für jedes weitere Tier kommen beim Wasserteil das 2x2-fache der Carapaxlänge dazu. Die Wassertiefe muss dem Doppelten der Carapaxlänge entsprechen. In  der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017),ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Graptemys flavimaculata wurde erst 1954 als Art identifiziert [6].

Literatur und Internetquellen

  1. OBST, F. J. (1985)
  2. ROGNER, M. (2008)
  3. SELMAN, W. & JONES, R. J. (2011)
  4. THE REPTILE DATA BASE
  5. TURTLE TAXONOMY WORKING GROUP (2014)
  6. VAN DIJK, P.P. (2011). Graptemys flavimaculata. (errata version published in 2016) The IUCN Red List of Threatened Species 2011: e.T9498A97418378. Downloaded on 21 April 2017

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Gelesen 1662 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 15 Mai 2019 07:16
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx