Hirsche, Hirschferkel und Moschustiere

Mexiko-Grossmazama

Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERiA
Taxon ohne Rang: CETARTIODACTYLA
Ordnung: Paarzeher (ARTIODACTYLA)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Unterfamilie: Trughirsche (Capreolinae)
Tribus: Amerikanische Trughirsche (Odocoileini)

D DD 650

Mexiko-Großmazama

Mazama temama • The Mexican Red Brocket • Le daguet rouge du Mexique

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Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Mexiko-Großmazamas (Mazama temama)

 

 

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Weiblicher Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Weiblicher Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Weiblicher Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im Gladys Porter Zoo, Brownsville TX © Johannes Pfleiderer, Zoo Duisburg

 

 

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Weiblicher Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im Phoenix Zoo AR © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Weiblicher Mexiko-Großmazama (Mazama temama) im Phoenix Zoo AR © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Mexiko-Großmazamas wurden historisch in Europa nur selten gehalten und sind seit einem Jahrhundert hier nicht mehr zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Große Mexikanische Spießhirsch entspricht mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 80-110 cm, einer Schulterhöhe von 60-70 cm und einem Gewicht bis 32 hinsichtlich der Körpermaße etwa unserem Reh, wird aber ein wenig schwerer. Der Schwanz ist zwischen 10 und 14 cm lang. Der Körper ist hinten etwas überbaut. Das Geweih der erwachsenen Hirsche ist unverzweigt und besteht nur aus einem Paar kurzer Spieße. Die Voraugendrüsen sind klein oder fehlen. Die Fellfarbe ist am Rumpf rötlich, an Kopf und Kehle braun und an der Unterseite weiß [4; 5; 7].

Verbreitung

Mittelamerika und nördlichstes Südamerika: Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nikaragua, Panama [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Große Mexiko-Spießhirsch besiedelt in anscheinend geringer Dichte Hochwälder unterschiedlichen Typs. Er kommt auch in Sekundärwäldern und auf Kulturland vor. Die Höhenverbreitung reicht vom Tiefland bis auf 2'800 m. Die Tiere sind sehr scheu. Sie sind Schlüpfer und gute Schwimmer aber keine ausdauernden Läufer. Sie sind tag-, dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger, abgesehen von Mutter-Kind-Gruppen. Bock und Ricke treffen sich nur zur Paarung. Die Streifgebiete sind klein. Sie werden von den Böcken als Territorien verteidigt. Zum Nahrunggsspektrum gehören Früchte, Samen, Gräser, Schösslinge, Schlingpflanzen und, wo verfügbar, Kulturpflanzen wie z.B. Bohnen [1; 7].

Es gibt keine feste Fortpflanzungszeit. Auch im Zoo können Kitze zu jeder Jahreszeit anfallen. Nach einer Tragzeit von im Mitel 225 Tage wird in der Regel ein einzelnes, 0.5-1.4 kg schweres Kitz geboren, das 2-3 Monate gesäugt und mit etwa 1 Jahr geschlechtsreif wird [5; 7].

Gefährdung und Schutz

Vermutlich ist die Art gefährdet. Wegen ungenügender Daten war aber die Einstufung in eine konkrete Kategorie anlässlich einer Überprüfung im Jahr 2015 nicht möglich [1].

Der Handel mit Exemplaren der Unterart Mazama temama cerasina ist nach CITES-Anhang III (Guatemala) geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird für kulturelle Zwecke, hauptsächlich aber zur Fleischgewinnung gejagt. Es gibt auch eine kommerzielle Trophäenjagd [1].

Seit der Aufnahme der guatemaltekischen Population in Anhang III CITES wurde bis 2017 nebst Teilen und Erzeugnissen die Ausfuhr von nur 4 lebenden Wildfängen aus Guatemala registriert. Weltweit wurden 7 Nachzuchttiere gemeldet [2].

Haltung

WEIGL gibt das Höchstalter mit 16 Jahren und 1 Monat an, erreicht von einem in amerikanischen Zoos gehaltenen Bock [6].

Haltung in europäischen Zoos: Der Londoner Zoo erhielt seinen ersten Mexiko-Großmazama im Jahr 1864. Dem Kölner Zoo gelang 1889 die europäische Erstzucht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Art in Europa wohl nicht mehr gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll für bis zu 5 Tieren ein Gehege von mindestens 200 m² zur Verfügung stehen. Für jedes weitere Tier kommen 10 m² zur Basisfläche dazu. Es wird ein Stall von 4 m²/Tier vorgegeben.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) schreibt für bis zu 8 Tieren ein Gehege vor, dessen Grundfläche 500 m² misst. Für jedes weitere Tier kommen 60 m² zur Basisfläche dazu. Ferner ist ein Stall mit einer Fläche von 4 m²/Tier erforderlich. Bei Haltung auf Naturboden wie gewachsen sind die Flächen zu verdreifachen.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) sind für 1-5 Tiere 500 m² erforderlich, für jedes weitere 50 m² mehr. Es ist zudem ein beheizter Stall mit einem Mindestausmaß von 4 m² pro weibliches Tier mit einer Mindesttemperatur von 10°C vorgeschrieben, der wahlweise aufgesucht werden kann.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Mexikanische Großmazama wurde 1792 vom schottischen Arzt und Wissenschaftsjournalisten Robert KERR im Rahmen einer Übersetzung ins Englische von LINNÉs Systema Naturae unter dem Namen "Cervus temama" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Er wurde dann lange als Unterart von Mazama americana angesehen, der Typusart der von dem in Marseille aufgewachsenen, hauptsächlich in den USA tätigen Universalgelehrten Constantine Samuel RAFINESQUE aufgestellten, heute noch gültige Gattung Mazama. Es werden zwei Unterarten anerkannt: die Nominatform aus Mexiko und die südlich anschließende, in CITES-Anhang III aufgeführte M. t. cerasina, die von manchen Autoren weiter aufgesplittet wird [3; 7].

Literatur und Internetquellen

  1. BELLO, J., REYNA, R. & SCHIPPER, J. 2016. Mazama temama. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T136290A22164644. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-2.RLTS.T136290A22164644.en. Downloaded on 17 April 2017.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. GROVES, C.P. & GRUBB, P. (2011)
  4. GRZIMEK, B. (ed., 1970)
  5. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  6. WEIGL, R. (2005)
  7. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx