Unpaarzeher

Quagga

Quagga (Equus q. quagga) im Naturhistorischen Museum Basell Quagga (Equus q. quagga) im Naturhistorischen Museum Basell
NMB Basel, bearbeitet

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Unpaarzeher (PERISSODACTYLA)
Familie: Pferdeartige (Equidae)

D EX 650

Quagga †

Equus quagga quagga • The Quagga • Le quagga

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Quagga (Equus quagga quagga) † aus CORNWALLIS HARRIS (1840; Ausschnitt), gemalt nach einer Vorlage von S. DANIELL (1804)

 

 

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Approximative ehemalige Verbreitung des Quaggas (Equus q. guagga)

 

 

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Quagga (Equus q. quagga) um 1870 im Regent's Park Zoo, London. Public Domein

 

 

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Quagga (Equus q. quagga) im Naturmuseum Senckenberg. Aufnahme P. Dollinger

 

 

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"Rückgezüchtetes" Quagga. Bild aus der Facebook-Seite des Quagga Projects

 

 

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Quagga (Equus quagga quagga). Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887)

 

 

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Das Quagga war die südlichste Form des Steppenzebras. Es ist 1883 ausgestorben. In Europa wurden rund zwei Dutzend Individuen gehalten, zu einer Zucht kam es nie.

Körperbau und Körperfunktionen

Das Quagga hatte ein Stockmaß von 125-135 cm. Von den anderen Unterarten des Steppenzebras unterschied es sich durch ein rückgebildetes Streifenkleid an Rumpf und Beinen und eine gelbbraune Grundfarbe [4].

Verbreitung

Südafrika in der ehemaligen Kapprovinz und im südlichen Freistaat. Vom Kap nordwärts bis zum Oranje bzw. Vaal und ostwärts bis in die Gegend von Port Elizabeth [3].

Lebensraum und Lebensweise

Das Quagga besiedelte den Küstenfynbos, das Renosterveld, die Karoo und angrenzendes Grasland [4].

Ausrottung

Aus dem ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wird noch über zahlreiche Herden von 30-100 Tieren in der Großen Karoo berichtet [4]. CORNWALLIS HARRIS sah noch 1837 riesige Herden südlich des Vaals [1; 4]. Bereits um 1850 war das Quagga jedoch südlich des Oranje weitgehend verschwunden [4]. Grund für die Ausrottung war einerseits eine nicht nachhaltige Bejagung, hauptsächlich zur Gewinnung der Häute, und Weidekonkurrenz durch Schafe. Die bescheidenen Restbestände dürften 1877 einer Dürre zum Opfer gefallen sein [2]. Das Quagga überlebte am Schluss nur noch in Menschenobhut, wo die letzten Tiere 1875 im Berliner und am 12. August 1883 im Amsterdamer Zoo starben. Übrig geblieben sind Reste von 37 Individuen in Museen [3].

Bedeutung für den Menschen

Als es noch Quaggas gab, wurden diese vor allem als Rohstofflieferanten und Schädlinge wahrgenommen. Der hohe Bekanntheitsgrad des Quaggas machte es später zu einem Symbol für ausgerottete Arten und Botschafter gegen einen kurzsichtigen und verantwortungslosen Umgang mit der Natur.

Auf Initiative von Reinhold RAU (1932-2006) vom Südafrikanischen Museum in Kapstadt wurde in Südafrika ein Rückzüchtungs-Projekt in Angriff genommen, d.h. man will aus wenig gestreiften und dunkel gefärbten südlichen Steppenzebras einen Stamm herauszuzüchten, der dem Phänotyp des ausgestorbenen Quaggas entspricht [5].

Haltung im Zoo

Das erste Quagga gelangte 1748 in den Besitz des niederländischen Königshauses, das bis 1805 mindestens 5 Tiere hielt. Ein 1780 importierter Hengst kam 1786 in den Tiergarten Schönbrunn, wo er noch 12 Jahre lebte. 1818 erhielt König Friedrich I. von Württemberg ein Paar für seine Menagerie, das später nach Karlsruhe und dann an eine Wandermenagerie ging. Ein 1786 für die königliche Menagerie in Versailles importierter Hengst kam nach deren Auflösung 1794 in die Ménagerie du Jardin des Plantes und lebte dort noch vier Jahre. Von 1817-20 hielt der Sheriff von Croydon in London zwei Hengste. Von 1831-1872 wurden 1.2 Tiere im Regents Park Zoo in london gehalten. Eine Stute brachte es auf eine Haltungsdauer von 21 Jahren. In der Knowsley-Menagerie, heute ein Safaripark, lebte bis 1851 eine Stute. Im Antwerpener Zoo waren von 1851(?) -1872 drei Stuten zu sehen. Im Zoologischen Garten Berlin gab es im Zeitraum 1863-1877 zwei Stuten. Schließlich hielt der Artis-Zoo Amsterdam in der Periode 1851-1883 zwei Stuten, eine davon war die letzte ihrer Art [3].

Taxonomie und Nomenklatur

Das Quagga wurde lange als eigene Art abgetrennt, insbesondere in der angelsächsischen Literatur. SCHLAWE (2010) widerspricht dem, diskutiert ausführlich den Status des Quagga und der nördlich daran anschließenden Zebraformen und gibt eine umfangreiche Literaturübersicht und zahlreiche Abbildungen dazu [3].

Literatur und Internetquellen

  1. CORNWALLIS HARRIS, W. (1840)
  2. NATURHISTORISCHES MUSEUM MAINZ
  3. SCHLAWE, L. (2010)
  4. SMITHERS, R. H. N. (1983)
  5. THE QUAGGA PROJECT

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx