Afrotheria

Rüsselratte

Rüsselratte (Petrodromus tetradactylus) in Privathaltung Rüsselratte (Petrodromus tetradactylus) in Privathaltung
© Klaus Rudloff, Berlin

Überordnung: AFROTHERIA
Taxon ohne Rang: AFROINSECTIPHILIA
Ordnung: Rüsselspringer (MACROSCELIDEA)
Familie: Rüsselspringer (Macroscelididae)

D LC 650

Rüsselratte

Petrodromus tetradactylus • The Four-toed Elephant Shrew • Le pétrodrome à quatre orteils

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Rüsselratte (Petrodromus tetradactylus) in Privathaltung © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Rüsselratte (Petrodromus tetradactylus)

 

 

 

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Rüsselratte (Petrodromus tetradactylus) in Privathaltung © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Rüsselratte (Petrodromus tetradactylus) © Markus Gmeiner Starke Fotografie, Lustenau. Veröffentlicht unter Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)-Lizenz

 

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Das Gefleckte-Rüsselhündchen ist ein wenig bekannter Kleinsäuger, der durch seine Gestalt fasziniert und als tagaktives Tier das Zoopublikum zu interessieren vermag. Leider ist die in Afrika weitverbreitete Art gegenwärtig in europäischen Zoos nicht mehr zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Rüsselratten erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 19-23 cm, eine Schwanzlänge von etwa 15.5-17 cm und ein Gewicht von ungefähr 205 (160-280) g. Das Fell ist lang und sehr weich, seine Farbe ziemlich variabel, sandfarben oder mehr ins Orange, Braune oder Graue. Oberlippe, Kehle, Halsunterseite und Bauch sind weiß, ferner hat es weiße Ringe um die großen Augen, einen dunkeln Wangenfleck und bisweilen einen dunkeln Rückenstrich. Die Schnauze, mit der sie das Laub durchwühlen ist mäßig verlängert. Die Beine sind lang und dünn, die Vorderfüße haben 5, die hinteren 4 Zehen (Großzehe fehlt), der Schwanz ist dünn und nur spärlich behaart, eventuell mit steifen Borsten auf der Unterseite des letzten Drittels. An der Schwanzwurzel befindet sich eine unbehaarte Duftdrüse. Die Weibchen haben im Gegensatz zu den anderen Rüsselspringern nur zwei Paar Zitzen [1; 2; 3].

Verbreitung

Zentral- und Südost- bis Südafrika: Kenia, Kongo Dem., Malawi, Mosambik, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Südafrika; Tansania [3].

Lebensraum und Lebensweise

Die Rüsselratte besiedelt Regen- und Trockenwälder (Miombo) und Dickicht, wo der Boden meist mit Falllaub bedeckt ist. Die Tiere sind tagsüber und während der Nacht, insbesondere aber in der Dämmerung aktive Phasen. Sie leben einzeln oder in monogamen Paarbeziehungen, sind territorial und patrouillieren ihre ungefähr 1 ha großen Territorien auf einem festen System von Wechseln. Sie ernähren sich von Wirbellosen wie Ameisen, Termiten, Käfern, Grillen, Hundert- und Tausendfüßern, nehmen aber auch Pflanzenmaterial zu sich. Meist wird ein einzelnes Junges geboren, selten zwei. Die bei der Geburt etwa 32 g schweren Jungen sind weit entwickelt und sind nur Stunden nach der Geburt bereits mobil. Zu den wichtigsten Fressfeinden der Rüsselratte zählen die Gabunviper (Bitis gabonica) und verwilderte Hauskatzen [1; 2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine sehr weite Verbreitung und nutzt unterschiedlichste Lebensräume. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2013 wurde sie deshalb als nicht-gefährdet eingestuft, obwohl es keine Angaben über die Bestandsentwicklung gibt [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Rüsselratten werden zur Fleischgewinnung für den Eigenbedarf mit Schlingen gefangen. Umfang und Trend sind nicht bekannt, die Nutzung ist aber vermutlich im nachhaltigen Rahmen [4].

Haltung

Ein vom National Zoo Washington DC aus Kenia importiertes Weibchen starb nach einer Haltungsdauer von 6 Jahren und 7 Monaten. Es war vermutlich 7 Jahre und 2 Monate alt [5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Rüsselratte wird gegenwärtig nicht und wurde in der Vergangenheit nur selten in Zoos gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Weder im Säugetiergutachten 2014 des BMEL noch in den Verordnungen Österreichs und der Schweiz wird auf die Art Bezug genommen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Rüsselratte wurde 1846 von Wilhelm Karl Hartwig PETERS, dem zweiten Direktor des Zoologischen Gartens Berlin unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben. Es handelt sich um eine monotypische Gattung. Es werden meist 9 verschiedene Unterarten unterschieden [2; 6].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. KINGDON, J., HAPPOLD, D., BUTYNSKI, T. HOFFMANN, M., HAPPOLD, M., KALINA, J. (Hrsg. 2013)
  3. MILLS, G & HES, L. (1999)
  4. RATHBUN, G.B. & FITZGIBBON, C. (2015). Petrodromus tetradactylus. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T42679A21290893. http://www.iucnredlist.org/details/42679/0. Downloaded on 17 April 2018.
  5. WEIGL, R. (2005)
  6. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Gelesen 1954 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 19 März 2020 09:18
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx