Marder und Stinktiere

Grossgrison

Großgrison im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko Großgrison im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Marderverwandte (Mustelidae)
Unterfamilie: Marder (Mustelinae)

D LC 650

Großgrison

Galictis vittata • The Greater Grison • Le grison d'Allemand

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Großgrison (Galictis vittata) im Wildkatzenzentrum FELIDAE, Barnim © Wolfgang Dreier, Berlin

 

 

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Approximative Verbreitung des Großgrisons (Galictis vittata)

 

 

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Großgrisons (Galictis vittata) im Wildkatzenzentrum FELIDAE, Barnim © Wolfgang Dreier, Berlin

 

 

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Großgrison im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Großgrison im XCaret Park, Playa del Carmen, Mexiko © Tony Hisgett, Birmingham UK, auf Flickr. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

 

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Schädel eines Großgrisons (Galictis vittata ) in der Sammlung des Museums Wiesbaden © Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer, Museum Wiesbaden. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

 

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Als tagaktive, bewegungsfreudige Art wäre der Großgrison ein geeignetes Zootier, er wird aber in europäischen Zoos nur selten gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Großgrisons erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 47-55 cm, eine Schwanzlänge von 16 cm und ein Gewicht von 1'400-3'300 g. Ihr Körper ist langgestreckt, die Beine kurz. Es sind Aftertaschen vorhanden, die bei Erregung entleert werden können. Das Fell ist kontrastreich gefärbt: Gesicht, Brust, Bauch und Beine sind schwarz, Rücken, Flanken und Schwanz grau. Von der Stirn bis zum Hals oder den Schultern werden die beiden Farben durch einen weißen Streifen getrennt [2; 4].

Verbreitung

Süd- und Mittelamerika: Belize, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Ekuador, Französisch Guiana, Guatemala, Guyana, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nikaragua, Panama, Peru, Surinam, Venezuela [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Art kommt in unterschiedlichen Lebensräumen bis auf eine Höhe von 1'200 m vor. Die Tiere besiedeln Wälder und offenes Gelände und kommen auch ins Siedlungsgebiet. Sie sind überwiegend tagaktiv. Sie leben hauptsächlich auf dem Boden, können aber auch gut klettern und schwimmen. Zum Schlafen benützen sie Hohlräume unter Wurzeln, Felsspalten oder Erdbaue von Viscachas, Chinchillas oder anderen Kleinsäugern. Die Nahrung besteht aus Kleinsäugern, Vögeln, Vogeleiern, Echsen, Amphibien und Früchten [1; 2; 4].

Nach einer Tragzeit von 39 Tagen werden 1-4 rund 50 g schwere Junge geboren. Diese sind bei der Geburt blind. Die Augen öffnen sich nach 2 Wochen, mit 3 Wochen nehmen die Jungen feste Nahrung zu sich, mit 4 Monaten sind sie ausgewachsen [4].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung und toleriert bis zu einem gewissen Grad vom Menschen modifizierte Lebensräume. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2015 wurde sie deshalb als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel war nach CITES-Anhang III (Costa Rica) geregelt. Dies ist ab dem 25.11.2019 nicht mehr der Fall.

Bedeutung für den Menschen

In Teilen ihres Verbreitungsgebiets wird die Art bejagt, weil die männlichen Geschlechtsorgane in der traditionellen Medizin Verwendung finden, und Jungtiere werden als Heimtiere oder zum Frettieren gefangen [1]. Der internationale Handel ist unbedeutend.

Haltung

Grossgrisons können rasch zahm werden. Im Zoo können sie ein Alter von 11-12 Jahren erreichen [2; 3].

Haltung in europäischen Zoos: Der Großgrison wird nur in sehr wenigen Zoos gehalten, darunter solchen im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll ein Gehege für ein Paar mindestens eine Fläche von 25 m² aufweisen. Für jedes weitere erwachsene Tier kommen 3 m zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 2020) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2020) ist die Art nicht erwähnt. Es ist zu vermuten, dass die gleichen Anforderungen Anwendung finden wie auf Skunks.

 Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde  1776 vom thüringischen Naturforscher Johann Christian Daniel von SCHREBER als "Viverra vittata" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Gattung Galictis wurde 1826 von dem englischen Arzt und Zoologen Richard BELL aufgestellt. Gegenwärtig sind 4 Unterarten anerkannt. Die Art wird von manchen Autoren auch in eine Unterfamilie Galidictidinae gestellt [4; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. CUARÓN, A.D. et al. (2016). Galictis vittata. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T41640A45211961. http://www.iucnredlist.org/details/41640/0. Downloaded on 17 April 2018.
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. WEIGL, R. (2005)
  4. WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)
  5. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Gelesen 1798 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 02 Dezember 2020 15:41
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx