Hunde

Pampasfuchs

Pampasfuchs (Lycalopex gymnocercus) im Zoo von La Plata, Argentinien Pampasfuchs (Lycalopex gymnocercus) im Zoo von La Plata, Argentinien
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Hunde (Canidae)

D LC 650

Pampasfuchs

Lycalopex gymnocercus • The Pampas, or Paraguayan, Fox• Le renard d'Azara

112 001 007 003 dusicyon gymnocercus laplata PD2
Pampasfuchs (Lycalopex gymnocercus) im Zoo von La Plata, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

 

112 001 007 003 dusicyon gymnocercus map
Approximative Verbreitung des Pampasfuchses (Lycalopex gymnocercus)

 

 

 

 

112 001 007 003 dusicyon gymnocercus fell PD1
Fell eines "Cordoba-Fuchses" (Lycalopex gymnocercus antiquus). Foto Peter Dollinger für CITES-Identification Manual. Public Domain

 

 

 

 

112 001 007 003 dusicyon gymnocercus garments
Mantel bzw. Jacke aus Fellen von "Cordoba-Füchsen" (Lycalopex gymnocercus antiquus). Foto Verband der Deutschen Rauchwaren- und Pelzwirtschaft für CITES-Identification Manual. Public Domain

Der Pampasfuchs ist ein nicht-gefährdeter Vertreter der südamerikanischen Schakalfüchse, die seit etlicher Zeit in Europa nicht mehr gehalten werden. Früher hatte er eine große Bedeutung im Pelzhandel, weshalb er in die CITES-Anhänge aufgenommen wurde.

Körperbau und Körperfunktionen

Der "zorro gris de las pampas" ist ein mittelgroßer Schakalfuchs. Rüden erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 60-74 cm, eine Schwanzlänge von 28-38 cm und ein Gewicht von 4-8 kg, Fähen eine Kopf-Rumpflänge von 50-72 cm, eine Schwanzlänge von 25-41 cm und ein Gewicht von 2-5.7 kg. Das Fell ist hellgelb und schwarz meliert, wodurch in grauer Gesamteindruck entsteht. Dabei dominieren bei manchen Unterarten auf Rücken und Schwanzoberseite die schwrzen Haare. Die Beine sind außen gelb- bis rotbraun, innen, ebenso wie Kehle, Halsunterseite und Bauch, weiß, und die Schwanzspitze ist schwarz [3; 5; 7].

Verbreitung

Südliches Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Uruguay [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Pampasfuchs ist ein typischer Bewohner der Grasländer im Süden Südamerikas. er nutzt allerdings auch andere Lebensräume, wie offene Baumsavannen, Trockenbusch oder Sanddünen. Er passt sich auch an die im Gebiet verbreitete extensive Rindviehhaltung an. Er ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sein Nahrungsspektrum ist, entsprechend dem  Angebot, regional unterschiedlich. Es kann Europäische Feldhasen, Nagetiere, Beutelratten, Gürteltiere, Lämmer und sogar Kälber, Vögel, Insekten , Spinnen, Krabben, Aas und Früchte umfassen [3; 4; 7].

Nach einer Tragzeit von 55-60 Tagen werden - in Mittelargentinien zwischen Oktober und Dezember - in einer Erdhöhle oder Felsspalte meist 3-5 Junge geboren. Diese werden von beiden Eltern betreut und bleiben 3 Monate im Bau. Weibchen werden mit 8-12 Monaten geschlechtsreif [7].

Gefährdung und Schutz

Der Pampasfuchs hat eine weite Verbreitung. Er ist anpassungsfähig und meistenorts häufig. Er wurde deshalb aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 als nicht-gefährdet eingestuft [3].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Pampasfüchse werden in Argentinien für den internationalen Palzhandel gejagt, allerdings in geringerem Umfang als der Kampfuchs. Die jährlichen Exportzahlen variieren stark. Die meisten Felle wurden 2007/08 ausgeführt mit rund 81'000 bzw. 78'000 Stück. Die Vermarktung erfolgt unter Namen, die sich an der Herkunft orientieren, wie z.B. "Cordoba Fox", "Entre Rios Fox", "Provincia Fox" oder "San Luis Fox" [1N 2].

Haltung

Den publizierten Altersrekord hält ein im Philadelphia-Zoo geborener Rüde mit 13 Jahren und 8 Monaten [6].

Haltung in europäischen Zoos: Der Pampasfuchs wurde in Europa bis zum 2. Weltkrieg in ein paar Zoos gezeigt. In den 1950er- und 60er-Jahren wurde die Art nur noch im Tiergarten Nürnberg und im Jersey Zoo gehalten. Seitdem gibt es keine mehr. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll ein Gehege für ein Paar mindestens eine Fläche von 40 m² aufweisen. Für jedes weitere erwachsene Tier kommen 15 m² zur Basisfläche dazu. Bei Haltung auf gewachsenen Böden ist die Fläche zu verdoppeln.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand  2018) schreibt für ein Paar ein Gehege vor, dessen Grundfläche 100 m² misst. Für jedes weitere Tier kommen 10 m² zur Basisflächen dazu. Es müssen Schlafboxen und Abtrennmöglichkeiten vorhanden sein. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2018) sind für ein Paar in Analogie zu anderen Arten 300 m² erforderlich, für jedes weitere Adulttier 30 m² mehr.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Pampasfuchs wurde 1814 von dem sächsischen Zoologen Johann Gotthelf FISCHER VON WALDHEIM als "Procyon gymnocercus" beschrieben. Heute wird er in die von dem aus Stralsund stammenden und nach Argentinien ausgewanderten Zoologen Karl Hermann Konrad BURMEISTER 1854 eingeführte Gattung Lycalopex gestellt. Bei ihrer Aufnahme in die CITES-Anhänge wurden die Füchse der Gattung Lycalopex als "Dusicyon" bezeichnet, die Gattung, zu der auch der ausgestorbene Falklandfuchs (Dusicyon australis) gehörte. Für den Pampasfuchs war bis vor Kurzem auch der Gattungsname Pseudalopex gebräuchlich. 2005 wurden noch 5 Unterarten anerkannt, gegenwärtig sind es noch drei [4; 7; 8].

Literatur und Internetquellen

  1. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. ERLICH DE YOFFE, A. et al., ed. (1984)
  4. LUCHERINI, M. (2016). Lycalopex gymnocercus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T6928A85371194. http://www.iucnredlist.org/details/6928/0. Downloaded on 17 April 2018.
  5. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  6. WEIGL, R. (2005)
  7. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  8. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

Zurück zu Übersicht Landraubtiere

Weiter zu Sechurafuchs (Lycalopex sechurae)

Gelesen 8849 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 19 März 2020 09:12
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx