Hunde

Savannenfuchs

Savannenfuchs (Cerdocyon thous) im Zoo Salto, Uruguay Savannenfuchs (Cerdocyon thous) im Zoo Salto, Uruguay
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Hunde (Canidae)

D LC 650

Savannen- oder Waldfuchs, Maikong

Cerdocyon thous • The Crab-eating Fox • Le crabier

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Savannenfüchse (Cerdocyon thous) im Zoo Salto, Uruguay © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Savannenfuchses (Cerdocyon thous)

 

 

 

 

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Savannenfuchs (Cerdocyon thous) im Pantanal © David Monniaux in Wikimedia Commons. Veröffentlicht unter GNU Free Documentation License.

 

 

 

 

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Savannenfuchs (Cerdocyon thous) im ProAves Cerulean Warbler Reserve, San Vincente Kolumbien © http://www.birdphotos.com. Veröffentlicht unter Attribution 3.0 Unported (CC BY 3.0) License

 

 

 

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Fell des Savannenfuchses (Cerdocyon thous). Foto Peter Dollinger, Zoo Office Bern, für CITES Identification Manual

 

 

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Der Savannenfuchs ist ein nicht-gefährdeter Vertreter der südamerikanischen Schakalfüchse, die seit etlicher Zeit in Europa nicht mehr gehalten werden.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Savannenfuchs ist ein mittelgroßer Vertreter der Schakalfüchse. Er erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 55-78 cm, eine Schwanzlänge bis 41 cm und ein Gewicht von 4.5-8.5 kg. Das Fell ist kurz, seine Farbe variiert regional von schwarzgrau bis rotbraun. Die untere Hälfte der Extremitäten ist meist dunkler. Kehle, Beininnenseiten und Bauch sind heller als die Oberseite bis hin zu weiß. Der Schwanz ist an der Basis oder der Oberseite dunkler und hat bisweilen eine schwarzer Spitze [3; 5].

Verbreitung

Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ekuador, Französisch Guiana, Guyana, Kolumbien, Panama, Paraguay, Surinam, Uruguay, Venezuela [1].

Lebensraum und Lebensweise

Vom geschlossenen Regenwald abgesehen besiedelt der Savannenfuchs praktisch alle natürlichen Lebensräume bis auf eine Höhe von 3'000 m und kommt auch auf Agrarland vor. Die Füchse sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sie leben meist in territorialen Paaren oder Familiengruppen mit den Welpen des vorjährigen Wurfs. Das Nahrungsspektrum umfasst Früchte, Kleinsäuger, Vögel, Reptilien, Amphibien, Insekten, Krustentiere und Aas [1].

Einmal jährlich bringen die Weibchen nach einer Tragzeit von 52-59 Tagen Junge zur Welt, wobei Paarungs- und Wurfzeit regional und unterschiedlich sind. In dichtem Unterholz, einer selbst gerabenen Höhle oder einem von anderen Tieren übernommenen Erdbau werden meist 2-6 Welpen geboren. Diese werden etwa 3 Monate gesäugt. Mit etwa einem oder anderthalb Monaten kommen sie erstmals aus dem Bau, mit 18-24 Monaten verlassen sie das elterliche Revier [5].

Gefährdung und Schutz

Der Savannenfuchs hat eine weite Verbreitung, ist ziemlich häufig und seine Bestände sind anscheinend stabil. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2015 wurde er deshalb als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Das Fell des Savannenfuchses ist kurz und rau, für die Pelzverarbeitung ungeeignet und befand sich kaum je im internationalen Handel. Savannenfüchse verpflegen sich manchenorts auf Abfallhalden, wo sie in Kontakt mit ungeimpften Hunden kommen und so zum Überträger von Tollwut werden können [1].

Haltung

Ein im Tiergarten Schönbrunn geborener Savannenfuchs starb im Rotterdamer Zoo im Alter von 12 Jahren und 8 Monaten [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wurde früher selten gehalten und ist seit mehreren Jahrzehnten in Europa nicht mehr zu sehen. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll ein Gehege für ein Paar mindestens eine Fläche von 40 m² aufweisen. Für jedes weitere erwachsene Tier kommen 15 m² zur Basisfläche dazu. Bei Haltung auf gewachsenen Böden ist die Fläche zu verdoppeln.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand  2018) schreibt für ein Paar ein Gehege vor, dessen Grundfläche 100 m² misst. Für jedes weitere Tier kommen 10 m² zur Basisflächen dazu. Es müssen Schlafboxen und Abtrennmöglichkeiten vorhanden sein. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2018) sind für ein Paar in Analogie zu anderen Arten 300 m² erforderlich, für jedes weitere Adulttier 30 m² mehr. Es muss (vermutlich) eine beheizbare Innenanlage vorhanden sein.

 Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1766 von Carl von LINNÉ als "Canis thous" beschrieben. Die Gattung Cerdocyon wurde 1837 vom englischen Offizier, Illustrator und Naturforscher Charles Hamilton SMITH aufgestellt. Gegenwärtig werden 5 Unterarten anerkannt [5; 6].

Literatur und Internetquellen

  1. ERLICH DE YOFFE, A. et al., ed. (1984)
  2. LUCHERINI, M. (2015). Cerdocyon thous. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T4248A81266293. http://www.iucnredlist.org/details/4248/0. Downloaded on 17 April 2018.
  3. PUSCHMANN, W., ZSCHEILE, D., & ZSCHEILE, K. (2009)
  4. WEIGL, R. (2005)
  5. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-) 
  6. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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