Insektenfresser und Fledertiere

Moschusspitzmaus

Moschusspitzmaus (Suncus murinus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen Moschusspitzmaus (Suncus murinus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen
© Klaus Rudloff, Berlin

Überordnung: Insektenfresser (INSECTIVORA / EULIPOTYPHLA)
Ordnung: Spitzmausverwandte (SORICOMORPHA)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Weißzahnspitzmäuse (Crocidurinae)

D LC 650

Moschusspitzmaus

Suncus murinus • The Asian House Shrew • La musaraigne des maisons

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Moschusspitzmaus (Suncus murinus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Moschusspitzmaus (Suncus murinus). Dunkelblau: autochthone Verbreitung; rot: eingeführte Populationen

 

 

 

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Moschusspitzmaus (Suncus murinus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Die Moschusspitzmaus war in europäischen Zoos nie häufig und wurde bisweilen zwar gehalten, aber nicht ausgestellt. Gegenwärtig (2018) gibt es keine mehr.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Moschusspitzmaus ist eine sehr große Art. Die Kopf-Rumpflängen liegen zwischen 98 und 155 mm, die Schwanzlängen zwischen 50 und 85 mm und die Gewichte zwischen 30 und 147(-170) g. Es besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus, indem die Männchen sehr viel größer sind  als die Weibchen. Augen und Ohren sind sehr klein. Der relativ kurze Schwanz ist an der Basis sehr dick. An den Flanken sind stark nach Moschus duftende Drüsen vorhanden. Die Fellfarbe ist recht variabel [1].

Verbreitung

Asien: Afghanistan, Bangladesh, Bhutan, Brunei Darussalam, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Pakistan, Singapur, Sri Lanka, Taiwan, Thailand, Vietnam. Eingeführte oder eingeschleppte Populationen in Ägypten, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Guam, Irak, Japan, Jemen, Kenia, den Komoren, Kuwait, Madagaskar, Mauritius, Oman, den Philippinen, Réunion, Ruanda, Saudi-Arabien, Sudan, Tansania [2]

Lebensraum und Lebensweise

Die Moschusspitzmaus ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger, der nebst Wäldern, Busch- und Grasland im menschlichen Umfeld,  sowohl in Gebäuden als auch in Gärten oder auf Feldern, anzutreffen ist. Sie ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag in ihrem Nest, das sie  in Spalten und Höhlungen baut. Sie ernährt sich von Insekten, Fröschen, Echsen, Jungmäusen, Früchten und anderem Pflanzenmaterial, Lebensmitteln und Abfällen. Nach einer Tragzeit von etwa 30 Tagen bringen die Weibchen 1-2 mal jährlich einen Wurf von 3-4(-8) Jungen zur Welt, die mit 15-20 Tagen entwöhnt werden [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung und eine mutmaßlich große Population. Sie kommt mit vom Menschen modifizierten Habitaten zurecht und kommt in einer Reihe von Schutzgebieten vor. Sie wurde deshalb aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 als nicht-gefährdet eingestuft [2].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Moschusspitzmaus ist ein ausgesprochener Kulturfolger, der auch in Gebäuden auf Nahrungssuche geht. Die Art wird häufig als Labortier für genetische, neuroanatomische und andere Forschungsarbeiten eingesetzt [1].

Haltung

Eine im National-Zoo Washington DC geborene Moschusspitzmaus erreichte ein Alter von 3 Jahren und 3 Monaten [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wurde während des ersten Jahzehnts des 2. Jahrtausends in ein paar Zoos gehalten, ist aber seitdem verschwunden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll ein Gehege für ein Paar und dessen Nachwuchs mindestens 100x50x50 cm (LxBxH) messen. In Österreich und der Schweiz gibt es keine spezifischen Anforderungen.

 Taxonomie und Nomenklatur

Die Moschusspitzmaus wurde 1766 von Carl von LINNÉ als "Sorex murinus" beschrieben. Später wurde sie der 1832 vom Theologen und Naturwissenschafter Christian Gottfried EHRENBERG aus Deltzsch geschaffenen Gattung Suncus zugeteilt. Es gibt über 50 Synonyme, bei denen es sich zum Teil um Unterarten handelt [4].

Literatur und Internetquellen

  1. GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)
  2. HUTTERER, R., MOLUR, S. & HEANEY, L. (2016). Suncus murinus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T41440A22287830. http://www.iucnredlist.org/details/41440/0. Downloaded on 15 April 2018.
  3. WEIGL, R. (2005)
  4. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Gelesen 2486 mal Letzte Änderung am Montag, 15 März 2021 16:31
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx