Kloaken- und Beuteltiere

Beutelwolf †

Beutelwölfe (Thylacinus cynocephalus) Beutelwölfe (Thylacinus cynocephalus)
Abbildung von John GOULD aus „The Mammals of Australia“ (1845-1863

Unterklasse: Beuteltiere (MARSUPIALIA)
Ordnung: Raubbeutlerartige (DASYUROMORPHIA)

Familie: Beutelwölfe (Thylacinidae)

D EX 650

Beutelwolf

Thylacinus cynocephalus † • The Thylacine or Tasmanian Tiger • Le loup marsupial

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Beutelwolf im Zoo von Hobart, 1928. Foto von: B Sheppard im Tasmanian Museum and Art Gallery, Hobart

 

 

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Ehemaliges Vorkommen des Beutelwolfs (Thylacinus cynocephalus)

 

 

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Beutelwölfe (Thylacinus cynocephalus) nach dem Leben gezeichnet von Gustav Mützel. Aus Brehms Tierleben, Band 3, 2. Auflage 1883.

 

 

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Dermoplastik eines Beutelwolfs (Thylacinus cynocephalus). Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart

 

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Der Beutelwolf war der größte Raubbeutler, der in geschichtlicher Zeit in Australien lebte. Etwa 30 Tiere wurden in europäischen Zoos gehalten, es kam aber zu keiner Zucht. Das letzte bekannte Tier, ein Weibchen, starb 1936 im Zoo von Hobart auf Tasmanien.

Körperbau und Körperfunktionen

Der in seinem Habitus einem Hund ähnliche Beutelwolf wies eine Kopf-Rumpflänge von 85-118 cm, eine Schwanzlänge von 33-61 cm und ein Gewicht von 15-35(-45) kg auf. Einzelne Individuen sollen noch viel größer gewesen sein. Das kurzhaarige Fell war graubraun, stellenweise ins Gelbliche gehend, und auf dem Rücken und der Schwanzwurzel befanden sich auffällige schwarzbraune Querstreifen, denen das Tier seinen englichen Namen "Tasmanian Tiger" verdankt. Die Weibchen hatten einen nach hinten geöffneten Beutel und vier Zitzen [4].

Verbreitung

Australien: Ehemals Tasmanien. Auf dem australischen Festland vor 2'000 Jahren, auf Neuguinea noch früher ausgestorben [1].

Lebensraum und Lebensweise

Mit Ausnahme der kühlen Feuchtwälder besiedelten Beutelwölfe alle Lebensräume Tasmaniens. Sie waren hauptsächlich nachtaktiv. Ihre Hauptbeute waren Kängurus und Wallabies, die sie einzeln oder zu zweit jagten [1].

Gefährdung und Schutz

Auf der Roten Liste der IUCN ist die Art seit 1982 als ausgestorben aufgeführt [1].

Die Art unterlag Handelsbeschränkungen nach CITES-Anhang I, wurde aber mit Wirkung auf den 12. Juni 2013 aus dem Anhang gestrichen.

Bedeutung für den Menschen

Der Beutelwolf stand im Ruf, ein Schafräuber zu sein, und wurde deshalb intensiv verfolgt. Als er schon sehr selten war, kam die Sammeltätigkeit für Museen als weiterer, das Aussterben beschleunigender Faktor dazu. Es bestehen hier also Parallelen zum Aussterben des "Lämmergeiers" im Alpenraum [1].

Haltung im Zoo

In europäischen Zoos wurden insgesamt etwa 30 Beutelwölfe gehalten, die meisten davon im Londoner Zoo, der erstmals 1850 ein Paar eingeführte. Der nächste traf 1856 aus dem damals „Van Diemen’s Land“ genannten Tasmanien ein [2]. Der letzte starb am 9. August 1931. Im deutschsprachigen Raum wurden zwischen 1864 und 1910 insgesamt 6 Beutelwölfe in den Zoos von Berlin und Leipzig gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Lebenserwartung und Zucht: Der älteste bekannte Beutelwolf starb im Alter von 12 Jahren und 6 Monaten im Zoo von Hobart (Tasmanien) [3].

Mindestanforderungen an Gehege: Auch wenn die Art wider Erwarten nicht ausgestorben sein sollte, ist nicht davon auszugehen, dass sie je wieder in Europa gehalten wird. Daher gibt es keine Mindestanforderungen.

 Taxonomie und Nomenklatur

1808 beschrieb der britische Kolonialbeamte George Prideaux Robert HARRIS den Beutelwolf als "Didelphys cynocephalus". Die Gattung Thylacinus wurde 1824 vom ersten Direktor des Leidener Naturkundemuseums, Coenraad Jacob TEMMINCK, aufgestellt. Es sind keine Unterarten anerkannt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. BURBIDGE, A.A. & WOINARSKI, J. (2016). Thylacinus cynocephalus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T21866A21949291. http://www.iucnredlist.org/details/21866/0. Downloaded on 05 April 2018.
  2. SCLATER, P. L. (1862 ff). List(s) of the vertebrated animals now or lately living in the gardens of the Zoological Society of London. Printed for the Society; England.
  3. WEIGL, R. (2005)
  4. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx