Eulen und Schleiereulen

Masken-Schleiereule

Masken-Schleiereule (Tyto novaehollandiae) im Kangaroo Island Wildlife Park, Parndana, Südaustralien Masken-Schleiereule (Tyto novaehollandiae) im Kangaroo Island Wildlife Park, Parndana, Südaustralien
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Eulen (STRIGIFORMES)
Familie: Schleiereulen (Tytonidae)
Unterfamilie: Eigentliche Schleiereulen (Tytoninae)

D LC 650

Masken-Schleiereule, Neuholland-Schleiereule

Tyto novaehollandiae • The Australian Masked Owl • L'effraie masquée

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Masken-Schleiereule (Tyto novaehollandiae) im Kangaroo Island Wildlife Park, Parndana, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Masken-Schleiereule (Tyto novaehollandiae)

 

 

 

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Masken-Schleiereule (Tyto novaehollandiae) im Featherdale Wildlife Park, Doonside, New South Wales © Johannes Pfleiderer, Zoo Duisburg

 

 

 

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Die Masken-Schleiereule ist nicht gefährdet und sieht der einheimischen Schleiereule sehr ähnlich. Es besteht daher kein besonderes Interesse seitens der Zoos, sie mit viel Aufwand zu beschaffen und dem Publikum zu präsentieren.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit über 50 cm Gesamtlänge ist die Masken-Schleiereule der größte Vertreter ihrer Gattung. Weibchen sind größer und dunkler gefärbt als Männchen. Zwischen den einzelnen Unterarten und innerhalb einer Unterart individuell gibt es beträchtliche Unterschiede in der Färbung [2; 5].

Verbreitung

Australasien: Australien mit Tasmanien und weiteren vorgelagerten Inseln, Indonesien (West-Papua, eventuell Molukken und weitere Inseln), Papua-Neuguinea [1].

Lebensraum und Lebensweise

Masken-Schleiereulen leben in Wäldern und Feldgehölzen. Tagsüber ruhen sie in Baumhöhlen oder dichtem Laubwerk. Nachts gehen sie auf Jagd nach Wildkaninchen, anderen Kleinsäugern, Reptilien und Vögeln. Die unverdaulichen Teile ihrer Beute werden als bis zu 90 mm lange Gewölle ausgeschieden. Gebrütet wird in hohlen Bäumen. Die Gelege bestehen aus 2-4 Eiern [2].

Gefährdung und Schutz

Die Masken-Schleiereule hat eine außerordentlich weite Verbreitung und ist gebietsweise häufig. Es wird davon ausgegangen, dass der Bestand stabil ist. Die Art wurde daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2018 wurde keinerlei internationaler Handel mit lebenden Exemplaren festgestellt, lediglich ein sehr geringer Verkehr mit Museumsexemplaren etc. [3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wurde früher ganz selten in europäischen Zoos gezeigt. Seit Jahrzehnten gibt es aber hierzulande keine mehr. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: 1995 veröffentlichte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF) Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln und Eulen. Diese werden gegenwärtig (Juli 2019) überarbeitet und sollen als Leitlinien zur Haltung von Greifvögeln (Accipitriformes, Falconiformes) und Eulen (Strigiformes) neu herausgegeben werden.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) schreibt für 2 mittelgroße Eulen eine Voliere mit einer Grundfläche von 20 m² und einem Volumen von 40 m³ vor. für jede weitere ist die Grundfläche um 3 m² zu vergrößern. Die Vorgängerverordnung sah eine Fläche von 10 m² und ein Volumen von 25 m³ vor. Die Erhöhung erfolgte ohne Angabe von Gründen. Ein allfälliger Innenraum muss eine Grundfläche von 2 m² je Vogel haben.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) ist für die Haltung von 1-2 mittelgroßen Eulen eine Voliere mit einer Grundfläche von 8 m² bei 2 m Höhe erforderlich. Für jedes weitere Adulttier ist die Fläche um 3 m² zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Masken-Schleiereule wurde 1826 vom dem englischen Zoologen James Francis STEPHENS als "Strix novaehollandiae" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Tyto wurde 1828 vom schwedischen Naturforscher Gustaf Johan BILBERG eingeführt. Die Art bildet nach gegenwärtigem Stand mit verschiedenen anderen Arten eine Superspezies. Von manchen Autoren werden aber diese anderen Arten als Unterarten gewertet, womit sich die Verbreitung von novaehollandiae nach Westen erweitert [4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Tyto novaehollandiae. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T62172196A95191423.  http://www.iucnredlist.org/details/62172196/0. Downloaded on 26 April 2018.
  2. BURTON, J. A. (1984)
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. ECK, S. & BUSSE, H. (1973)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx