Bartvögel, Tukane und Spechte

Bunttukan

Bunttukan (Ramphastos dicolorus) im Jardin zoologique tropical, La Londe Bunttukan (Ramphastos dicolorus) im Jardin zoologique tropical, La Londe
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Spechtvögel (PICIFORMES)
Unterordnung: Spechtartige (PICOIDEA)
Familie: Tukane (Ramphastidae)

D LC 650

Bunttukan

Ramphastos dicolorus • The Red-breasted Toucan • Le toucan à ventre rouge

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Bunttukan (Ramphastos dicolorus) im Jardin zoologique tropical, La Londe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Bunttukans (Ramphastos dicolorus)

 

 

 

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Bunttukane (Ramphastos dicolorus). Illustration aus GOULD, J. (1822-35). A Monograph of the Ramphastidae, or Family of Toucans.

 

 

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Tukane finden als ziemlich große, lebhafte, plakativ gefärbte und mit einem auffälligen, großen Schnabel ausgestattete Vögel das Interesse des allgemeinen Zoopublikums. Sie eignen sich daher bestens als Botschafter für ihre vielfach bedrohten Waldlebensräume und deren Bewohner. Allerdings ist ihre innerartliche Unverträglichkeit recht hoch. Sie werden deshalb oft einzeln gehalten, was der Erhaltung der europäischen Zoopopulationen nicht gerade förderlich ist. Der Bunttukan gehört zu den Arten, deren Zoobestand deutlich abgenommen hat und die heute in Europa am Verschwinden sind.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Bunttukan erreicht eine Gesamtlänge von 42-48 cm, eine Flügellänge von 17.5-20 cm und ein Gewicht von 285-400 g. Er hat einen hellgrünen Schnabel mit schwarzer Basis und roter Zähnung an den Schnabelkanten. Das unbefiederte Feld um das Auge ist rot. Die Oberseite des Gefieders, die Schwanzunterseite, der Hinterbauch und die Beine sind schwarz, Brust und Kehle gelb mit großem orangem Fleck, Bauch und Bürzel rot [2; 4; 5].

Verbreitung

Südamerika: Argentinien, Brasilien, Paraguay [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Bunttukan besiedelt in den Tropen und Subtropen montane und submontane Walder, Savannen und bisweilen Tieflandwälder. Nach der Brutzeit geht er auch in Plantagen. Er ernährt sich von Früchten aller Art, auch unreifen Kaffeebohnen, nimmt Insekten und jagt Kleinvögel. Er wird außerhalb der Brutzeit in Gruppen von 20 und mehr Vögeln angetroffen. Während der Fortpflanzungszeit sind die Paare territorial und gegenüber Artgenossen sehr aggressiv. Genistet wird in Baumhöhlen die bei Bedarf ausgebaut werden. Die Gelege bestehen aus 2-4 Eiern, die während etwa 16 Tagen von beiden Eltern ausgebrütet werden. Die Nestlingszeit dauert 40-42 Tage [4].

Gefährdung und Schutz

Der Bunttukan hat eine sehr weite Verbreitung und gilt als ziemlich häufig. Obwohl sein Bestand eine abnehmende Tendenz zeigt, wird er aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2018 als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang III (Argentinien) geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Lokal wird der Bunttukan zur Fleischgewinnung und für die Zwecke der Volksmedizin gejagt [1]. Der internationale Handel ist unbedeutend. Von 2001-2017 wurde weltweit nur die Ausfuhr von Material von 25 Wildfängen und von 47 lebenden, aus Argentinien und Brasilien stammenden Nachzuchtvögeln registriert [3].

Haltung

Die Welterstzucht des Bunttukans gelang 1967 im Weltvogelpark Walsrode [5; 6]. Die Vögel können im Zoo ein Alter von 16 Jahren und 8 Monaten erreichen. Gegenüber anderen Arten, z.B. Papageien, Spechten oder Arassaris bisweilen sehr aggressiv [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art war in der Vergangenheit in etlichen Zoos zu sehen, ist aber gegenwärtig (2020) nur noch in zwei Zoos vorhanden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine Mindestanforderungen an Gehege für Tukane. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) schreibt für ein Paar eine Außenvoliere von 8 m² / 20 m³ und eine Innenvoliere von 4 m² / 8 m³ vor.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Bunttukan wurde 1766 von Carl von LINNÉ unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es gibt keine Unterarten [4]. Bisweilen trifft man auf den irrtümlichen Namen Ramphastos discolorus [z.B. 2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Ramphastos dicolorus. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22682129A131278894. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22682129A131278894.en . Downloaded on 25 July 2019.
  2. BOETTICHER, H. von (1959)
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  6. SCHÜRER, U. (1985)

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Gelesen 1056 mal Letzte Änderung am Dienstag, 13 Oktober 2020 07:45
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx