Falken und Sekretäre

Rotkehl-Zwergfalke

Rotkehl-Zwergfalke (Microhierax caeruöescens)  im Tierpark Dählhölzli Bern Rotkehl-Zwergfalke (Microhierax caeruöescens) im Tierpark Dählhölzli Bern
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Greifvögel (ACCIPITRIFORMES/FALCONIFORMES)
Unterordnung: Falken (FALCONES)
Familie: Falken und Geierfalken (Falconidaee)
Unterfamilie: Falken (Falconinae)

D LC 650

Rotkehl-Zwergfalke

Microhierax caerulescens • The Collared Falconet • Le fauconnet à collier

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Rotkehl-Zwergfalke (Microhierax caerulescens) in Privathaltung © Johnsonwang6688. Übernommen aus Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Rotkehl-Zwergfalken (Microhierax caerulescens)

 

 

 

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Rotkehl-Zwergfalke (Microhierax caerulescens) Abbildung aus Heinrich von KITTLITZ (1832) Kupfertafeln zur Naturgeschichte der Vögel

 

 

 

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Die auch Rotschenkel-Zwergfalke genannte Art ist in ihren Ursprungsländern nicht gefährdet. Sie ist seit Jahren in europäischen Zoos nicht mehr anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Rotkehl-Zwergfalke erreicht eine Gesamtlänge von 15-18 cm, eine Flügelspannweite von 30-34 cm und ein Gewicht von 30-50 g. Der kräftige Schnabel ist beidseits mit einem scharfen "Falkenzahn" und einer Ausbuchtung versehen. Er hat einen breiten schwarzen Augenstreif. Seine Oberseite ist grauschwarz, Bauch, Flanken und Schenkel sind rotbraun, die Unterseite des Schwanzes schwarz mit weißen Querbändern. Die Iris ist braun, Schnabel und Wachshaut sind schwarz [2; 4; 5; 6].

Verbreitung

Süd- und Südostasien: Bangladesch, Bhutan, China; Indien, Kambodscha, Laos, Myanmar, Nepal, Thailand, Vietnam [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Rotkehl-Zwergfalke besiedelt im Tiefland und bis auf eine Höhe von 900 m offene Wälder und Waldränder, oft in der Nähe von Gewässern. Er jagt von einer Warte aus. Er ernährt sich hauptsächlich von Schmetterlingen und anderen Insekten, schlägt aber auch Vögel und Echsen. Er brütet in Baumhöhlen, etwa alten Nesthöhlen von Bartvögeln, seltener in Gebäuden. Sein Gelege besteht aus (2-)4-5 Eiern [4; 5].

Gefährdung und Schutz

Der Rotkehl-Zwergfalke hat eine sehr weite Verbreitung. Der Bestand ist vermutlich nicht allzu groß, aber anscheinend stabil. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 wurde die Art daher als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten.

Bedeutung für den Menschen

Laut IUCN werden Rotkehl-Zwergfalken für den internationalen Tierhandel gefangen [1], faktisch ist die Art aber für den internationalen Handel ohne Bedeutung. Von 2001-2018 wurden weltweit weder Ausfuhren von Wildfängen noch von Nachzuchtvögeln registriert [3].

Haltung im Zoo

Der Rotkehl-Zwergfalke war in den 1960-70er-Jahren in etlichen Zoos zu sehen, ist aber im folgenden Jahrzehnt völlig verschwunden. Seit 2020 werden in einem englischen Zoo wieder ein paar konfiszierte Vögel gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: 1995 veröffentlichte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF) Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln und Eulen. Diese werden gegenwärtig (März 2022) überarbeitet und sollen als Leitlinien zur Haltung von Greifvögeln (Accipitriformes, Falconiformes) und Eulen (Strigiformes) neu herausgegeben werden.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022) schreibt für 1-2 Zwergfalken eine (Innen-) Voliere mit einer Grundfläche von 10 m² und einem Volumen von 20 m³ vor. Für jeden weiteren adulten Vogel ist die Grundfläche um 0.5 m² zu vergrößern. Die Vorgängerverordnung sah halb so große Dimensionen vor. Die Erhöhung erfolgte ohne Angabe von Gründen.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist für die Haltung von 1-2 Zwergfalken eine Voliere mit einer Grundfläche von 5 m² bei 2 m Höhe erforderlich. Für jedes weitere Adulttier ist die Fläche um 1 m² zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Rotkehl-Zwergfalke wurde 1758 von Carl von LINNÉ unter der Bezeichnung "Falco caerulescens" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der heute gültige Gattungsname Microhierax wurde 1874 von dem englischen Zoologen Richard Bowdler SHARPE eingeführt. Es werden zwei Unterarten anerkannt [4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Microhierax caerulescens. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22696324A93555153. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22696324A93555153.en . Downloaded on 19 October 2019.
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J., eds. (1999)
  5. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  6. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)

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Gelesen 5272 mal Letzte Änderung am Montag, 14 März 2022 15:58
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx