Ibisse und Löffler

Gelbschnabellöffler

Gelbschnabellöffler (Platalea flavipes) im Cleland Wildlife Park, Südaustralien Gelbschnabellöffler (Platalea flavipes) im Cleland Wildlife Park, Südaustralien
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Stelzvögel (CICONIIFORMES)
Familie: Ibisse und Löffler (Threskiornithidae)
Unterfamilie:Löffler (Plataleinae)

D LC 650

Gelbschnabellöffler

Platalea flavipes • The Yellow-billed Spoonbill • La spatule à bec jaune

211 005 019 003 platalea flavipes cleland PD2
Gelbschnabellöffler (Platalea flavipes) im Cleland Wildlife Park, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

211 005 019 003 platalea flavipes map
Approximative Verbreitung desGelbschnabellöfflers (Platalea flavipes). Dunkelblau: Brutgebiete; gelb: nicht brütend

 

 

 

211 005 019 003 platalea flavipes cleland PD3
Gelbschnabellöffler (Platalea flavipes) im Cleland Wildlife Park, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

211 005 019 003 platalea flavipes milang PD1
Wildlebende Gelbschnabellöffler (Platalea flavipes) bei Milang, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der Gelbschnabellöffler ist in seiner australischen Heimat nicht gefährdet. In europäischen Zoos wird die Art nicht gezeigt, was damit zusammenhängen mag, dass sich der administrative Aufwand für die Beschaffung dieser dem afrikanischen Schmalschnabellöffler sehr ähnlichen Art nicht lohnt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Gelbschnabellöffler erreicht eine Gesamtlänge von etwa 89 cm und ein Gewicht von rund 1.8-1.9 kg. Die Iris ist gelblich-weiß, Schnabel, Beine und Füße sind gelb. Das Schlichtgefieder ist reinweiß, namentlich bei jüngeren Vögeln mit schwarzen Flügelspitzen. Im Prachtgefieder befinden sich lange, weiße Schmuckfedern am Halsansatz und schwarze Schmuckfedern an den teilweise rosafarbenen Flügeln. Die unbefiederte Gesichtshaut ist bläulich und mit einem schwarzen Rand von den Federn abgegrenzt [2; 3].

Verbreitung

Australasien: Australien, Irrgäste auf Neuseeland [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Gelbschnabellöffler besiedelt hauptsächlich unterschiedlichste Feuchtgebiete im Inland, selten wird er am Meer in Lagunen, der Gezeitenzone und geschützten Küstenabschnitten angetroffen. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Wasserinsekten. Daneben werden Krebs- und Weichtiere und Fische sowie gelegentlich pflanzliches Material gefressen. Er brütet einzelpaarweise oder in kleinen, lockeren Kolonien auf Bäumen, Sträuchern und im Röhricht. Das Gelege besteht aus 3 (2-4) Eiern, die während 26-31 Tagen ausgebrütet werden [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Der Gelbschnabellöffler hat eine sehr weite Verbreitung und einen mäßig großen, fluktuierenden, im Prinzip aber stabilen Bestand. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 wurde er daher als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt. Es gelten die restriktiven Ausfuhrbestimmungen Australiens.

Bedeutung für den Menschen

Laut IUCN werden Vögel für den internationalen Tierhandel gefangen, was aber in Anbetracht der restriktiven Ausfuhrbestimmungen Australiens und der nicht-existierenden Zoopopulation angezweifelt werden darf [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird gegenwärtig in Europa nicht gehalten. Zu allfälligen früheren Haltungen keine Angaben.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Löffler.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) schreibt für bis zu 12 Löffler eine Voliere mit 40 m² Fläche und 160 m³ Volumen mit Wasserbecken und Aufbaummöglichkeiten vor. Für jeden weiteren adulten Vogel ist die Fläche um 2 m² zu vergrößern. Für nicht winterharte Vögel muss ein Innenraum mit einer Grundfläche von 0.5 m² pro Vogel vorhanden sein. Die Vorgängerverordnung hatte für 6 Vögel eine Voliere von 20 m²/50 m³ und für jeden weiteren adulten Vogel 2 m² mehr gefordert. Die Erhöhung der Anforderungen erfolgte ohne Anlass und ohne Angabe von Gründen.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) sind Löffler in Gruppen zu halten. Für bis zu 6 Ibisse muss die Außenvoliere eine Fläche von 20 m² bei einer Mindesthöhe von 3 m haben, für jeden weiteren Vogel 1 m² mehr; Die Voliere muss über ein Wasserbecken und Aufbaummöglichkeiten verfügen. Die Vögel sind warm zu überwintern. Die Innenanlage muss eine Fläche von 10 m² und für jedes weitere Tier 0,5 m² zusätzlich sowie eine Mindesttemperatur von 10°C aufweisen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Gelbschnabellöffler wurde 1838 von dem englischen Ornithologen und Illustrator John GOULD unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Art ist monotypisch [2].

 Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Platalea flavipes. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22697571A93621758. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22697571A93621758.en . Downloaded on 11 December 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
  3. SLATER, P. (1972)

Zurück zu Übersicht Strauße bis Flamingos

Weiter zu Löffler (Platalea leucorodia)

Gelesen 2126 mal Letzte Änderung am Freitag, 20 März 2020 14:07
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx