Sperlinge, Weber, Witwen

Dotterweber

Dotterweber (Ploceus vitellinus), Hahn im Tierpark Hellabrunn, München Dotterweber (Ploceus vitellinus), Hahn im Tierpark Hellabrunn, München
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Unterfamilie: Eigentliche Weber (Ploceinae)

D LC 650

Dotterweber

Ploceus vitellinus • The Vitelline Masked-weaver • Le tisserin à front noir

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Dotterweben (Ploceus vitellinus), Hahn im Serengeti-Nationalpark © Veröffentlicht auf flickr von Chadica unter Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Dotterwebers (Ploceus vitellinus).

 

 

 

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Dotterweber (Ploceus vitellinus) im Serengeti-Nationalpark © Dick Daniels (http://carolinabirds.org/). Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

 

 

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Der in seinem Ursprungsgebiet nicht gefährdete Dotterweber ist eine von 55+, sich meist sehr ähnlichen, afrikanischen Arten der Gattung Ploceus, der es in europäischen Zoos neben dem häufig gehaltenen Textorweber (Ploceus cucullatus) nie zu einer weiteren Verbreitung gebracht hat.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Dotterweber erreicht eine Gesamtlänge von 14 cm und ein Gewicht von 18-22 g. Schnabel und Gesicht sind beim Hahn schwarz, der Scheitel ist kastanienbraun und der Nacken sowie die Unterseite sind goldgelb. Die Schwingen und der Schwanz sind grau bis schwarz. Die Henne ist schlichter gefärbt, oberseits oliv-grüngelb mit schwärzlichen Längsstreifen [2].

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara: Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Gambia, Ghana, Kamerun, Kenia, DR Kongo, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Sao Tomé und Principe, Senegal, Somalia, Sudan, Südsudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Dotterweber besiedelt Trockensavannen und Trockenbusch der Sahelzone und Ostafrikas bis etwa 1'800 m.ü.M., in Laikipia bis 2000 m. Er ernährt sich von Sämereien und Insekten sowie vom Nektar des Kleinblättrigen Löwenohrs (Leonotis nepetifolia, ein Lippenblütler). Er brütet einzeln oder in kleinen Gruppen, nie in großen Kolonien. Au3erhalb der Brutzeit können sich größere Trupps zusammenfinden, die oft gemeinsame Schlafplätze mit anderen Arten haben. Die Nester sind oval und haben keinen oder nur einen kurzen Eingangstunnel. Die Gelege bestehen aus 2-4 Eiern, die Brutdauer beträgt 12-13 Tage, die Jungvögel werden nach 14-16 Tagen flügge [2].

Gefährdung und Schutz

Die Größe der Gesamtpopulation ist nicht bekannt, aber diese Art gilt als häufig und die Bestände scheinen stabil zu sein. Außerdem hat der Dotterweber eine sehr weite Verbreitung. Deshalb wird er als nicht-gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird gegenwärtig (2022) vermutlich nur in drei europäischen Zoo gehalten. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Webervögel.

In Deutschland gibt das Kleinvogel-Gutachten des BML von 1996 für ein Paar Dotterweber einen Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) vor. Für jeweils 2-3 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² für bis zu 20 Vögel vorhanden sein. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist für ein Paar ein Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) erforderlich. Für jeweils 2 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Für die Schwarmhaltung sind Volieren erforderlich. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum von mindestens 1 m² Grundfläche vorhanden sein.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Dotterweber wurde 1823 von Martin Hinrich Carl LICHTENSTEIN, dem ersten Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, als "Fringilla vitellina" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der heute gültige Gattungsname Ploceus war bereits 1816 von dem französischen Naturforscher und Direktor der Ménagerie von Paris, Georges-Frédéric CUVIER, eingeführt worden. Bisweilen wird eine Unterart abgetrennt, nach HANDBOOK ist vitellina aber monotypisch. Die Art wird jedoch von manchen Autoren als Unterart einer Art angesehen, die fünf heute als selbständige Arten geltende Weberformen umfasst [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Ploceus vitellinus. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22718882A132122041. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22718882A132122041.en . Downloaded on 28 January 2020.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)

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