Tangaren, Kardinäle, Ammern, Stärlinge

Silberkehltangare

Silberkehltangare (Tangara icterocephala) im Zoo Basel Silberkehltangare (Tangara icterocephala) im Zoo Basel
© Gilbert Angermann

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Tangaren (Thraupidae)

D LC 650

Silberkehltangare

Tangara icterocephala • The Silver-throated Tanager • Le calliste safran

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Silberkehltangare (Tangara icterocephala) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Silberkehltangare (Tangara icterocephala)

 

 

 

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Silberkehltangare (Tangara icterocephala) in San Luis, Costa Rica © Francesco Veronesi auf Wikimedia Commons unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

 

 

 

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Silberkehltangare (Tangara icterocephala) in Sarapiquí, Costa Rica © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Die Silberkehltangare aus Mittel- und dem nördlichen Südamerika ist eine nicht-gefährdete Art der mittleren Höhenlagen, die nur ganz selten in unseren Zoos zu sehen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Silberkehltangare erreicht eine Gesamtlänge von 13 cm und ein Gewicht von 21 (15-24) g. Die Unterschiede in der Gefiederfärbung zwischen den Geschlechtern sind minimal. Charakteristisch ist der goldgelbe Kopf und die von ihm durch einen schmalen schwarzen Streidfen getrennte, silbrig weiße Kehle. Arm- und Handschwingen sowie die Steuerfedern des Schwanzes sind braun mit gelbgrünem Rand, das übrige Gefieder ist zur Hauptsache gelb [2].

Verbreitung

Mittel- und nordwestliches Südamerika: Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ekuador, Peru [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Silberkehltangare besiedelt Regen-, andere feuchte Wälder, Waldränder, Lichtungen mit einzelnen Bäumen und ältere Sekundärwälder. Sie lebt in mittleren Höhenlagen von 600 bis 2'300 m, kommt aber in den feuchtesten Monaten auch ins Tiefland hinab. Sie ernährt sich hauptsächlich von Früchten, Nektar und Knospen, in geringerem Umfang von Arthropoden. Das Nest wird vom Weibchen mit Unterstützung des Männchens gebaut. Das Gelege besteht aus zwei Eiern, die Brutdauer beträgt 13-14 Tage, die Nestlingszeit 15 Tage [2].

Gefährdung und Schutz

Die Silberkehltangare hat eine weite Verbreitung und ist zumindest gebietsweise häufig. Sie gilt daher trotz negativem Bestandstrend nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Zoogestütztes Schutzprojekt (Beispiel):

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe hat in Ekuador bei der Stadt Mindo am Westhang der Anden die Fincas "La Elenita" und "Saloya" im Umfang von 62 ha erworben. Auf diesen Flächen wird nun der unzerstörte Nebelwald mit seinem Reichtum an Tieren und Pflanzen geschützt, und die ehemaligen Rinderweiden werden wieder aufgeforstet. 2019 hat die Stiftung 101'000 € für den Betrieb der Reservate und eine Schulpartnerschaft aufgewendet. Die Zahl der in den Reservaten nachgewiesenen Vogelarten beträgt mittlerweile 187, darunter die Silberkehltangare und über 20 weitere Tangarenarten[5].

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich laut IUCN im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird gegenwärtig (2022) nur im Zoo Wuppertal gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Tangaren.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist für ein Paar Tangaren ein Käfig mit den Mindestmaßen 180x80x100 cm (LxBxH) erforderlich. Außerhalb der Brutzeit ist Schwarmhaltung möglich, für jeweils 2 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Den Tieren sind Volieren mit natürlicher Bepflanzung von Sträuchern, Laubgehölzen und Koniferen einzurichten, was bei den vorgegebenen Dimensionen nicht möglich ist. Der Bodenuntergrund muss weich und saugfähig sein. Die Vögel sind warm zu überwintern.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Silberkehltangare wurde 1851 von Prinz Charles Lucien BONAPARTE, einem Neffen von Kaiser Napoléon Bonaparte als "Calliste icterocephala" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Tangara war 1760 von dem französischen Zoologen Mathurin Jacques BRISSON eingeführt worden. Es werden drei Unterarten anerkannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Tangara icterocephala. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22722851A132157137. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22722851A132157137.en . Downloaded on 04 February 2020.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)

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Gelesen 4623 mal Letzte Änderung am Sonntag, 27 März 2022 12:45
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx