Bartvögel, Tukane und Spechte

Braunrückentukan

Braunrückentukan (Ramphastos swainsonii) im Zoo Basel Braunrückentukan (Ramphastos swainsonii) im Zoo Basel
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Spechtvögel (PICIFORMES)
Unterordnung: Spechtartige (PICOIDEA)
Familie: Tukane (Ramphastidae)

D LC 650

Braunrückentukan, Goldkehltukan

Ramphastos ambiguus (swainsonii) • The Chestnut-mandibled Toucan • Le toucan de Swainson

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Braunrückentukan (Ramphastos swainsonii) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Braunrückentukans (Ramphastos swainsonii)

 

 

 

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Braunrückentukan (Ramphastos swainsonii) im Parc ornithologique Villars-les-Dombes © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Braunrückentukan (Ramphastos swainsonii = ambiguus) Illustration aus GOULD, J. (1822-35). A Monograph of the Ramphastidae, or Family of Toucans. Gemeinfrei.

 

 

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Tukane finden als ziemlich große, lebhafte, plakativ gefärbte und mit einem auffälligen, großen Schnabel ausgestattete Vögel das Interesse des allgemeinen Zoopublikums. Sie eignen sich daher bestens als Botschafter für ihre vielfach bedrohten Waldlebensräume und deren Bewohner. Allerdings ist ihre innerartliche Unverträglichkeit recht hoch. Sie werden deshalb oft einzeln gehalten, was der Erhaltung der europäischen Zoopopulationen nicht gerade förderlich ist. Der Braunrücken-, Goldkehl- oder Swainsontukan gehört zu den Arten, deren Zoobestand deutlich abgenommen hat und die heute in Europa am Verschwinden sind.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Braunrückentukan erreicht eine Gesamtlänge von 55-60 cm, eine Flügellänge von 21 cm und ein Gewicht von etwa 600-750 g Er hat einen dunkel braunroten bis schwarzen Schnabel mit hellgrünem First, der sich zur Schnabelspitze gelb auf die Seiten ausdehnt. Das unbefiederte Feld um das Auge ist gelbgrün. Brust und Kehle sind gelb mit rotem Querband zum Bauch. Der Bürzel ist weiß, die Unterschwanzdecken sind rot. Ansonsten ist das Gefieder überwiegend schwarz mit kastanienbrauner Tönung auf Nacken und Oberrücken [2; 3; 4].

Verbreitung

Mittel- und nördliches Südamerika: Südliches Honduras, Nikaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ekuador [1].

Lebensraum und Lebensweise

Braunrückentukane besiedeln Wälder des Tieflands und der Hügelzone sowie baumbestandenes Grasland und Plantagen bis auf eine Höhe von 1'550 m.

Braunrückentukane besiedeln Wälder des Tieflands und der Hügelzone, Nebelwälder, Sumpfwälder, Galeriewälder, Plantagen sowie baumbestandene Parks und Gärten in Höhenlagen bis 1'850 m in Mittel- und 2'280 m in Südamerika. Sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten, nehmen aber auch Insekten, Schlangen, Echsen, Kleinsäuger und Kleinvögel sowie Vogeleier. Gelegentlich attackieren sie Totenkopfaffen und rauben deren Junge. Die Nester befinden sich 5-15 m über dem Boden in natürlichen Baumhöhlen. Die Gelege von meist 2-3 Eiern werden von beiden Eltern bebrütet [3].

Gefährdung und Schutz

Der Braunrückentukan hat eine relativ weite Verbreitung und ist zumindest gebietsweise häufig. Er wurde deshalb trotz abnehmender Bestände 2016 nicht als gefährdet beurteilt (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird gebietsweise zur Fleischgewinnung gejagt. Sie befindet sich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur noch in ganz wenigen Zoos gezeigt, davon keine im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine Mindestanforderungen an Gehege für Tukane. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) schreibt für ein Paar eine Außenvoliere von 8 m² / 20 m³ und eine Innenvoliere von 4 m² / 8 m³ vor.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1823 von dem englischen Naturforscher William John SWAINSON unter ihrem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1833 beschrieb der Ornithologe und Illustrator John GOULD die mittelamerikanische Unterart R. a. swainsonii, die in der Folge oft als eigene Art gewertet wurde. Neben dieser gibt es noch zwei weitere Unterarten [3; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Ramphastos ambiguus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22727999A94967701. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22727999A94967701.en. Downloaded on 25 July 2019.
  2. BOETTICHER, H. von (1959)
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. RUTGERS, A. (1970)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx