Hopfe und Nashornvögel

Papuahornvogel

Papuahornvogel (Rhyticeros plicatus), Weibchen im Tiergarten Wels Papuahornvogel (Rhyticeros plicatus), Weibchen im Tiergarten Wels
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Rackenvögel (CORACIIFORMES)
Unterordnung Hopfe und Nashornvögel (BUCEROTES)
Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
Unterfamilie: Eigentliche Nashornvögel (Bucerotinae)

D LC 650

EEPPapuahornvogel

Rhyticeros plicatus • The Papuan Hornbill • Le calao papou

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Papuahornvogel Rhyticeros) plicatus), Männchen im Zoo Heidelberg © Thomas Bersch, Heidelberg

 

 

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Approximative Verbreitung des Papuahornvogels (Rhyticeros) plicatus)

 

 

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Papuahornvogel (Rhyticeros) plicatus), Männchen im CERZA-Zoo, Lisieux © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Papuahornvogel (Rhyticeros) plicatus), Weibchen im Vogelpark Steinen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Papuahornvogel (Rhyticeros) plicatus), Männchen im im Jardin zoologique exotique, Lalonde © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Papuahornvogel (Rhyticeros) plicatus), Männchen im im Jardin zoologique exotique, Lalonde © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Der Papua-Hornvogel ist ein großer, eindrücklicher Hornvogel, der sich bestens als Botschafter für den Schutz der Wälder im australasischen Raum ihrer vielfach gefährdeten Bewohner eignet, auch wenn er selbst noch nicht als "gefährdet" eingestuft wurde. Die europäischen Zoos bemühen sich mittels eines Zuchtbuchs um die Erhaltung einer lebensfähigen ex situ-Population.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Gesamtlänge von 65-85 cm und einem Gewicht von ca. 1'200-2'000 g gehört der Papua-Hornvogel zu den größeren Nashornvögeln. Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Bei den leicht größeren Männchen sind Kopf und Hals rotbraun, der Schwanz ist weiß, die unbefiederten Kopfpartien sind hellblau, Schnabel und Horn hellgelb mit dunkel rotbrauner Basis, das Horn mit gelben und braunen Rillen. Beim Weibchen sind Kopf und Hals schwarz und an der Schnabelbasis befindet sich ein schmales schwarzes Band [3; 5; 6].

Verbreitung

Australasien: Indonesien (von den Molukken an ostwärts), Papua-Neuguinea, Salomonen [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Art lebt in immergrünen Primär- und Sekundärwäldern, geht auch in Sumpfwälder und Laub abwerfende Wälder entlang Flüssen. Sie kommt vor bis in eine Höhe von 1'500 m, gelegentlich 1'800 m. Papuahornvögel fressen Früchte, hauptsächlich Feigen, nehmen aber auch tierische Nahrung, namentlich Krabben, die sie an Flussufern fangen, und Bienenwaben. Das Gelege besteht aus 1-2(-4) Eiern, die vom Weibchen während 31-33(-37) Tagen bebrütet werden [5; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine sehr weite Verbreitung und es wird  nicht angenommen, dass die Bestände generell gefährdet sind . Die Art wird daher seit dem Jahr 2000, letztmals überprüft 2020, als nicht-gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN)

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2018 meldeten die Ursprungsländer und Singapur die Ausfuhr von 1'034 Wildfängen, wovon 940 von den Salomonen kamen. Im selben Zeitraum wurden weltweit Exporte von 777 Nachzuchtvögeln registriert [4].

Haltung

Die Welterstzucht gelang vermutlich 1990 im Jardin zoologique tropical in La Londe Das Höchstalter im Zoo wird mit 33 Jahren angegeben [6].

Haltung: Die Art wird in über 30 Zoos gehalten, davon ein paar wenige im deutschsprachigen Raum. Es gab ein Europäisches Zuchtbuch (ESB), das am Pelicanzoo Lagos (Portugal) geführt wurde. Dieses wurde 2021 in ein "New Style" EEP umgewandelt. Der Bestand wurde 2020 mit 59 Vögeln in 25 EAZA-Institutionen angegeben, alle waren Nachzuchtvögel [2].

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine Mindestanforderungen an Gehege für Nashornvögel. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022 verlangt für ein Paar "großer" Nashornvögel eine Voliere mit einer Grundfläche von 20 m² und einem Volumen von 60 m³ mit Badelegenheit. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) schreibt für ein Paar eine Außenvoliere von 20 m² / 60 m³ und eine Innenvoliere von 8 m² / 20 m³ vor.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1781 von dem deutschen Naturwissenschaftler Johann Reinhold Forster als "Buceros plicatus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Später wurde sie oft in die Gattung Aceros gestellt. Der heute gültige Gattungsname Rhyticeros wurde 1849 vom sächsischen Zoologen Heinrich Gottlieb Ludwig REICHENBACH eingeführt. Es werden gegenwärtig keine Unterarten anerkannt [5].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2020). Rhyticeros plicatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T22682544A184674368. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-3.RLTS.T22682544A184674368.en . Downloaded on 18 December 2020.
  2. BROUWER, K. et al. (2020)
  3. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  4. CITES TRADE DATA BASE
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  6. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx