Turakos

Ross-Turako

Ross-Turakos (Musophaga rossae) im Zoo Berlin Ross-Turakos (Musophaga rossae) im Zoo Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Kuckucksvögel (CUCULIFORMES)
Unterordnung: Turakos und Lärmvögel (MUSOPHAGAE)
Familie: Turakoartige (Musophagidae)

Unterfamilie: Helmturakos (Musophaginae)

D LC 650

Ross-Turako

Musophaga rossae • The Ross's Turaco • Le touraco de Lady Ross

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Ross-Turako (Musophaga rossae) im Zoo Zlín-Lešná © Elias Neideck

 

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Approximative Verbreitung des Rossturakos (Musophaga rossae)

 

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Ross-Turako (Musophaga rossae) im Zoo Magdeburg © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Ross-Turako (Musophaga rossae) im Welt-Vogelpark Walsrode © Elias Neideck

 

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Ross-Turakos (Musophaga rossae) im Zoo Magdeburg © Wolfgang Dreier, Berlin

 

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Ross-Turakos (Musophaga rossae) im Zoo Kölner Zoo © Rolf Schlosser / Zoo Köln

 

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Der Ross-Turako ist ein lebhafter, großer und farbenfroher Waldvogel der sich gut als Botschafter für den Schutz der zentralafrikanischen Wälder eignet. Er wird allerdings nicht so oft in Zoos gezeigt wie seine sehr ähnliche westafrikanische Schwesterart.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Ross-Turako ist mit 51-54 cm Länge und einem Gewicht von 390-444 g minim größer als seine Schwesterart, mit der er in Zentralafrika sympatrisch vorkommt. Sein Gefieder ist glänzend violettblau bis violett, an Kehle und Nacken blauschwarz, an Bauch Schenkeln schwarz. Die Handschwingen sind karminrot mit stahlblauen Rändern und Spitzen. Die Haube ist dunkelrot, Schnabel, Stirnschild und nackte Gesichtshaut sind gelb, die Füße schwarz [2; 4].

Verbreitung

Zentral-, Ost- und südliches Afrika: Angola, Burundi, Gabun, Kamerun, Kenia, Kongo, eventuell Namibia, Ruanda, Südsudan, Sambia, Sudan, Tansania, Uganda, Zentralafrikanische Republik. Gastvogel in Botswana [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Ross-Turako besiedelt vorzugsweise Galerie- und Uferwälder, kommt aber auch in anderen Waldformen und in mit Euphorbien bestandenem Buschland bis auf eine Höhe von 2'500 m vor. Die Nahrung besteht aus Früchten, Beeren, Blüten, Blattsprossen, Termiten und Schnecken. Es gibt keine feste Fortpflanzungszeit. Das Nest wird hoch im Geäst eines Baums aus Zweigen und bis 60 cm langen Stöcken erbaut. Das Gelege besteht aus 1-2 länglichen Eiern, die während 24-26 (-28) Tagen von beiden Eltern bebrütet werden. Die Küken verlassen m1t 24 Tagen das Nest und sind mit 26-31 Tagen flügge [3; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Der Ross-Turako hat eine außerordentlich weite Verbreitung, und die Bestände scheinen stabil zu sein. Er wird deshalb aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 als nicht-gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art findet sich gelegentlich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Für die Haltung eines Paars wird eine Voliere mit den Abmessungen 4.0 x 2.5 x 2.5 m (LxBxH) mit angeschlossenem Schutzraum, der etwas kleiner sein darf, empfohlen [4].

Ross-Turakos können über 20 Jahre alt werden [4]. Die vermutliche europäische, eventuell Welterstzucht gelang 1970 im Kölner Zoo.

Haltung in europäischen Zoos: Nachdem mehrere Zoos die Haltung aufgegeben haben, ist die Art noch in weniger als 15 Zoos vertreten, von denen sich gegenwärtig (2020) nur noch einer im deutschsprachigen Raum befindet. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für die Haltung von Turakos.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Ross-Turako wurde 1852 von dem englischen Ornithologen und Illustrator John GOULD unter seinem heute noch gültigen Namen (ursprüngliche Schreibweise: Musophaga Rossae) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es gibt keine Unterarten. Früher wurde M. rossae bisweilen als Unterart von M. violacea angesehen, heute gelten die beiden Formen zusammen als Superspezies [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Musophaga rossae. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22688391A93195844. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22688391A93195844.en . Downloaded on 12 July 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. HOLLAND, G. (2008)

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Gelesen 895 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 10 Juni 2020 09:47
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx