Loris und Borstenköpfe

Flores-Allfarblori

Webers Lori (Trichoglossus weberi), früher im Kölner Zoo Webers Lori (Trichoglossus weberi), früher im Kölner Zoo
© Rolf Schlosser, Kölner Zoo

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Loris (Loriinae)

D NT 650

Flores-Allfarblori

Trichoglossus weberi • The Flores, or Leaf, Lorikeet • Le loriquet de Florès

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Flores-Allfarblori (Trichoglossus weberi) im Newport Aquarium bei Cincinnati © Serge Melki auf flickr, veröffentlicht unter Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

 

 

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Verbreitung des Flores- Allfarblorsi (Trichoglossus weberi)

 

 

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Vorne: Flores-Allfarblori (Trichoglossus weberi). Hinten: Gelbkopflori (Trichoglossus euteles). Illustration aus Max Carl Wilhelm Weber van Bosse (1894). Zoologische Ergebnisse einer Reise in Niederländisch Ost-Indien, Band III, Tafel XVII. Gemeinfrei.

 

 

 

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Der Flores-Allfarblori ist ein mittelgroßer, grüner Lori, der als potenziell gefährdet gilt, in europäischen Zoos aber gegenüber seinen farbenprächtigeren Verwandten aus Neuguinea und Australien kaum eine Chance hat.

Körperbau und Körperfunktionen

Die schlichtgrünen Vögel werden 21.5-23 cm lang, wovon 9.5 cm auf den Schwanz entfallen. Das Gewicht liegt bei 100-115 g. Der Schnabel ist hellorange, die Iris rötlich-braun, die Füße sind grau. Zwischen Männchen und Weibchen gibt es keine wesentlichen Geschlechtsunterschiede [3; 4; 6; 7].

Verbreitung

Südostasien: Indonesien (Flores) [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Flores-Allfarblori besiedelt dichte Bergwälder in Höhenlagen von 1'200-1'550 m. Bevorzugte Nahrung sind Pollen und Nektar von Kasuarinen (Casuarina). Daneben frisst er Sämereien und Früchte. Die Gelege bestehen in der Regel aus 2 Eiern, die während 25 Tagen bebrütet werden. Die Jungen verlassen mit etwa 8 Wochen das Nest [1; 7].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat einen relativ kleinen Bestand von schätzungsweise 10'000-20'000 erwachsenen Vögeln, die eine einzige Population bilden. Bedingt durch Fang für den Tierhandel und Lebensraumverlust nimmt der Bestand in mäßigem Umfang ab. Die Art wurde daher letztmals 2016 als potenziell gefährdet eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird gebietsweise zur Fleischgewinnung bejagt. Da die CITES-Handelsstatistik T. weberi nicht separat ausweist, sind keine Handelsdaten verfügbar. Diese sind unter T. haematodus subsumiert [1; 2].

Haltung

Ein früher Zuchterfolg ist aus dem Jahr 1970 aus England bekannt [3].

Die Art wird in nur ganz wenigen Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels ein Käfig mit einer Grundfläche von 2 m² und einer Höhe von 1 m erforderlich, der in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen ist, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind Allfarbloris mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 60 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.05 m² zu erweitern. Dies ist für die Art kaum adäquat. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 3 x 1.5 m Fläche und einer Höhe von 2 m sowie einen Schutzraum von 1 m² mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Bis vor wenigen Jahren wurde der 1894 von dem Schweizer Zoologen Johann BÜTTIKOFER erstmals beschriebene, farblich stark von den anderen Allfarbloris abweichende Floreslori als Unterart von Trichoglossus haematodus angesehen. Die Abtrennung als eigenständige Art in der neuen Checkliste von 2014 erfolgte wegen seines farblich abweichenden Gefieders. Die neue "Art" gilt als monotypisch [4; 5].

Die Art wurde nach ihrem Entdecker, dem deutsch-niederländische Naturforscher Max Wilhelm Carl WEBER (1852-1937) benannt, der die nach ihm benannte Grenzlinie gezogen hatte, die das Gleichgewicht zwischen der orientalischen und der australasiatischen Wirbeltierfauna besser widerspiegelt als die Wallace-Linie. Flores liegt westlich dieser Linie, der Flores-Allfarblori gehört somit noch zur orientalischen Fauna [8].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2017). Trichoglossus weberi (amended version of 2016 assessment). The IUCN Red List of Threatened Species 2017: e.T22726309A111146327. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2017-1.RLTS.T22726309A111146327.en. Downloaded on 15 August 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DE GRAHL, W. (1979)
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  6. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  7. PAGEL, T. (1985)
  8. STRUNDEN, H. (1984)

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Gelesen 437 mal Letzte Änderung am Freitag, 23 August 2019 09:32
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx