Kakadus

Weissschwanz-Russkakadu

Weißschwanz-Rußkakadu (Zanda latirostris), wild lebend, Ocean Reef bei Perth, Westaustralien Weißschwanz-Rußkakadu (Zanda latirostris), wild lebend, Ocean Reef bei Perth, Westaustralien
Wacrakey

Ordnung: Papageienvögel (Psittaciformes)
Familie: Kakadus (Cacatuidae)
Unterfamilie: Schwarze Kakadus (Calyptorhynchinae)

D EN 650

Weißschwanz-Rußkakadu

Calyptorhynchus (= Zanda) latirostris • The Short-billed Black-cockatoo • Le cacatoès à rectrices blanches

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Weißschwanz-Rußkakadus (Zanda latirostris) im Rainbow Jungle, Kalbarri © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Weißschwanz-Rußkakadus (Zanda latirostris)

 

 

 

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Weißschwanz-Rußkakadu (Zanda latirostris) im Taronga Zoon Sydney © Brenda Clarke auf Flickr, veröffentlicht unter Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

 

 

 

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Weißschwanz-Rußkakadus (Zanda latirostris) im Rainbow Jungle, Kalbarri © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Weißschwanz-Rußkakadus (Zanda latirostris) im Rainbow Jungle, Kalbarri © lele.meles.t21 auf Flickr, veröffentlicht unter Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

 

 

 

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Der stark gefährdete Weißschwanz-Rußkakadu ist wird in geringem Umfang gezüchtet und ist in Zoos weltweit nur sehr schwach vertreten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Weißschwanz-Rußkakadu hat eine Gesamtlänge von 55–60 cm und wiegt 580–770 g. Er ist also etwas kleiner als der Gelbohr-Rabenkakadu und sein Schnabel ist etwas breiter und kürzer. Das Gefieder des Körpers ist grauschwarz mit bräunlich-grauen Federrändern, wodurch der Vogel ein geschupptes Aussehen erhält. Die Ohrdecken sind grauweiß, auf der Schwanzunterseite befindet sich eine weiße Querbinde. Beim Hahn ist der Schnabel dunkelgrau und der unbefiederte Augenring fleischfarben, bei der Henne ist der Schnabel hornfarben und der unbefiederte Augenring grau [2; 4].

Verbreitung

Australien: Beschränkt auf den Südwesten von West-Australien [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Weißschwanz-Rußkakadu besiedelt Heiden, Buschland, und Eukalyptuswälder (speziell E. wandoo und E. salmonophloia) sowie Kiefernpflanzungen. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Banksien und der eingeführten Monterey-Kiefer (Pinus radiata), daneben werden auch Blüten sowie Insektenlarven und -puppen gefressen. Das Gelege besteht aus 1-2 Eiern, die während 28-29 Tagen vom Weibchen allein ausgebrütet werden. Die Nestlingszeit dauert etwa 70-77 Tage [4]. 

Gefährdung und Schutz

In den letzten 60 Jahren wurde der grösste Teil der Wälder, wo sich der Weißschwanz-Rußkakadu ernährte und nistete, zugunsten von landwirtschaftlichen Anbauflächen gerodet. Es wird angenommen, dass durch diesen großen Lebensraumverlust auch die Bestände stark zurückgegangen sind. Die Art wird deshalb seit dem Jahr 2000, letztmals überprüft 2016, als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste: ENDANGERED). Das Schutzmanagement sieht vor, die verbliebenen Lebensräume dieses Kakadus zu finden und zu schützen, zerstörte Wälder wieder aufzuforsten und auch das Management der ex situ-Zuchten zu verbessern [1].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Zoogestütztes Artenschutzprojekt: Im Monjebup-Naturschutzgebiet im Südwesten Westaustraliens wurde eine Fläche von 450 ha mit einheimischen Sträuchern und Bäumen aufgeforstet, welche die zur Brutzeit von den Weißschwanz-Rußkakadus benötigten Samen produzieren. Dieses Projekt wird vom Loro Parque auf Teneriffa finanziell unterstützt [7].

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2018 wurden aus Australien keine lebenden Wildfänge, sondern nur etwas Wissenschaftsmaterial ausgeführt. Im selben Zeitraum wurden weltweit 77 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert. Davon kamen 40 von den Philippinen [1].

Haltung

Das Höchstalter in menschlicher Obhut wird mit 37 Jahren und 8 Monaten angegeben [6].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz ausnahmsweise in europäischen Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste. Bis 2017 gab es ein Europäisches Zuchtbuch (ESB). Seitdem wird die Art nur noch im Rahmen eines Monitoring-Zuchtbuchs lose überwacht.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 3 m² und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind große Kakadus mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Innenvoliere mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 10 m² und einer Höhe von 3 m vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 1 m² zu erweitern. Eine Außenvoliere ist fakultativ. Ist sie vorhanden und permanent zugänglich, können ihre Maße ans Innengehege angerechnet werden, wobei maximal ein Drittel von dessen Fläche durch die Außenvoliere ersetzt werden kann. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 8 m² Fläche und einer Höhe von 2.5 m sowie bei Außenhaltung einen Schutzraum von 2 m² Fläche / 2 m Höhe und einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar ist die Fläche um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Weißschwanz-Rußkakadu wurde 1948 von Keith CARNABY, einem australischen Zoologen, unter seinem bis heute gebräuchlichen Namen Calyptorhynchus latirostris erstmals wissenschaftlich beschrieben. In der neuen Checkliste von 2014 wird die Art aufgrund molekulargenetischer Überlegungen der (früheren Unter-)Gattung Zanda, zugeordnet, die vom australischen Ornithologen Gregory MATHEWS 1913 eingeführt worden ist [4; 5].

Literatur und Internetquellen    

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Zanda latirostris. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22684733A93044196. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22684733A93044196.en . Downloaded on 10 August 2019.
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  6. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)
  7. CYANOPSITTA Nr.119: 5

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx