Tauchenten, Meerenten und Säger

Baer-Moorente

Baer-Moorerpel (Aythya baeri) im Kölner Zoo Baer-Moorerpel (Aythya baeri) im Kölner Zoo
Rolf Schlosser, Köln

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Entenartige (Anatinae)
Tribus: Tauchenten (Aythyini)

D CR 650

EEPBaer-Moorente, Schwarzkopf-Moorente

Aythya baeri • The Baer's Pochard • Le fuligule de Baer

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Baer-Moorerpel (Aythya baeri), Erpel im Zoo Wuppertal © Ulrich Schürer, ehemals Zoo Wuppertal

 

 

 

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Approximative(wohl ehemalige) Verbreitung der Baer-Moorente (Aythya baeri). Dunkelblau: Brut- und Ganzjahresgebiete; gelb: Winterquartiere

 

 

 

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Baer.Moorente (Aythya baeri), Erpel im Zoo Wuppertal © Ulrich Schürer, ehemals Zoo Wuppertal

 

 

 

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Weibliche Baer-Moorente (Aythya baeri), Ente im Kölner Zoo © Rolf Schlosser, Köln

 

 

 

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Baer-Moorenten-Paar (Aythya baeri) im Zoo Wuppertal © Ulrich Schürer, ehem. Zoo Wuppertal

 

 

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Der Zoobestand der im Freiland vom Aussterben bedrohten Baer-Moorente ist zwar nicht groß, aber die Zucht wird im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms koordiniert.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Baer- oder Schwarzkopfmoorente erreicht eine Gesamtlänge von 46-47 cm und ein Gewicht von 680-880 g. Beim Erpel ist die Iris weiß oder blassgelb, der Schnabel blaugrau mit schwarzer Basis und schwarzem Nagel, und sind die Füße grau. Kopf und Hals sind schwarz mit grünem Glanz und die Unterschwanzdecken weiß. Bei der Ente ist die Iris dunkel, das Gefieder ist ähnlich wie beim Erpel [2; 4; 7].

Eine Fotoserie zur Unterscheidung von Baer-Moorente und Moorente findet sich bei HEARN, R. (2015).

Verbreitung

Asien: Die Art kommt als Brutvogel, Gastvogel oder Durchzügler in rund 20 Ländern und abhängigen Gebieten vor: Die Brutgebiete befinden sich im fernen Osten Russlands (Einzugsgebiete von Amur und Ussuri) und in Nordost-China. Überwintert wird bzw. wurde in Südchina, Bangladesch, Bhutan, Hongkong, Indien, Japan, Laos, Mongolei, Myanmar, Nepal, Taiwan, Thailand, Vietnam [1].

Lebensraum und Lebensweise

Von Frühjahr bis Herbst halten sich die Baer-Moorenten vorzugsweise auf Seen, Kleinseen und Weihern im Grasland auf. Die Paare brüten einzeln oder in losen Gruppen. Ein Gelege umfasst 6-10 gelblichgraue, etwa 52x38 mm messende Eier. Die Brutdauer beträgt rund 27 (26-28) Tage [2; 4; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art war 1994 von der IUCN als gefährdet, 2008 als stark gefährdet und 2014 als vom Aussterben bedroht taxiert worden. Es wird angenommen, dass der Gesamtbestand zwischen 250 und 1'000 Vögeln liegt. Die Ursachen für den raschen Rückgang sind unklar, vermutlich sind Zerstörung der Lebensräume und Überjagung die wichtigsten Faktoren. Rettungsversuche im Freiland dürften zu spät kommen [1].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 1 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS). 2015 wurde von CMS und der East Asian – Australasian Flyway Partnership (EAAFP) ein spezifischer Aktionsplan zur Rettung der Art angenommen [5].

Bedeutung für den Menschen

Die Baer-Moorente wird - oder wurde - zur Fleischgewinnung und als Sport gejagt [1].

Haltung

Während die Art in nordamerikanischen Zoos nur mit wenigen Tieren vertreten ist, gibt es in Europa seit 2012 ein Europäisches Zuchtbuch, das am Paignton Zoo geführt wird und in dem zum 01.01.2014 36 Individuen in fünf Zoos verzeichnet waren. Ferner wurden 53 Tiere vom Wildfowl and Wetland Trust gehalten und auch der Zoo Peking besitzt welche. Zwei Zoos mussten vom Zuchtbuch ausgeschlossen werden, weil es sich bei deren Tieren um Hybriden handelt [3]. Im Zuchtbuch werden Hinweise gegeben, wie man Hybriden aufgrund äußerer Merkmale von reinblütigen Tieren unterscheiden kann. 2021 wurde das Zuchtbuch in ein Erhaltungszuchtprogramm (New Style-EEP) umgwandelt

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 30 Zoos gehalten, von denen sich rund ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Enten. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs sind sie mindestens paarweise in Außenanlagen mit offenen Wasserflächen und angrenzendem Landteil zu halten. Bei Volierenhaltung sind pro Paar 4 m² Fläche bei einer Höhe von 2 m vorzusehen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Baer-Moorente wurde 1863 von dem aus Danzig stammenden, hauptsächlich in Russland tätigen Geografen und Naturforscher Gustav Ferdinand Richard Johannes von RADDE als "Anas baeri" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Aythya wurde bereits 1822 von dem holsteinischen Naturkundler Friedrich BOIE eingeführt. Die Art ist monotypisch [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Aythya baeri (amended version of 2017 assessment). The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22680384A129599398. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2017-3.RLTS.T22680384A129599398.en . Downloaded on 20 November 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GÖTTLING, J. (2014)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. HEARN, R. (2015)
  6. KOLBE, H. (1972)
  7. SMALLBONES, P. (2013)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx