Warane

Trauerwaran

Östlicher Trauerwaran (Varanus tristis orientalis) im Zoo-Aquarium Berlin Östlicher Trauerwaran (Varanus tristis orientalis) im Zoo-Aquarium Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)

D LC 650

Trauerwaran

Varanus (Odatria) tristis • The Black-headed Monitor • Le varan moucheté

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Östlicher Trauerwaran (Varanus tristis orientalis) im Zoo-Aquarium Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Approximative Verbreitung des Trauerwarans (Varanus trisits)

 

 

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Östlicher Trauerwaran (Varanus tristis orientalis) im Aquarium Ulm © Elias Neideck

 

 

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Östlicher Trauerwaran (Varanus tristis orientalis) im Zoo-Aquarium Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Der Trauerwaran ist ein kleiner, nicht gefährdeter Waran, der in Australien unterschiedliche Lebensräume besiedelt. In europäischen Zoos ist er nur sehr selten zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Trauerwaran erreicht eine Gesamtlänge von 76 (60-80) cm. In der Körpermitte hat er 105-155 Schuppenreihen. Der Kopf ist relativ lang, die rundlichen Nasenlöcher sind näher bei der Nasenspitze als beim Auge. Der Schwanz ist lang und rund und ohne Mittelkiel. Der Canthus rostralis, also der Winkel zwischen der flachen Kopfoberseite hinter den Augen und der Kopfseiten von den Augen bis zur Schnauzenspitze ist stark ausgeprägt. Die Färbung variiert von blassgrau bis dunkelbraun oder schwarz, ebenso ist die Zeichnung sehr variabel, namentlich können Kopf und Hals einheitlich schwarz und ohne Fleckung sein [1; 3].

Verbreitung

Australien<: Größter Teil des Kontinents, fehlt im Süden und an der Ostküste von Rockhampton an südwärts [8].

Lebensraum und Lebensweise

Der Trauerwaran kommt in Monsun- und Trockenwäldern, Savannen trockenen Strauchformationen sowie in felsigem Gelände vor. Zum Schlafen verzieht er sich unter Baumrinde, in Baumhöhlen, Felsspalten und oft in verlassene Seglernester [8]. Trauerwarane ernähren sich hauptsächlich von Insekten und kleinen Echsen, räumen aber auch Vogelnester aus. Ihr Gelege besteht aus 4-10 weichschaligen Eiern. Bei einer Temperatur von 27-29°C schlüpfen die Jungen nach 110-130 Tagen [3].

Gefährdung und Schutz

Gestützt auf eine Beurteilung aus dem Jahr 2017 ist die Art seit 2018 wegen ihrer weiten Verbreitung und des Fehlens offensichtlicher Risiken als nicht-gefährdet (LEAST CONCERN) in der Roten Liste der IUCN aufgeführt [5].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird gelegentlich in Privathand gehalten und gezüchtet, hat aber eine eher geringe Bedeutung als Terrarientier. Aus dem Ursprungsland Australien wurden von 1976-2015 nebst der Ausfuhr von Wissenschaftsmaterial möglicherweise 63 lebende Tiere exportiert (Angaben widersprüchlich, eventuell handelte es sich um nicht-lebende Exemplare). Außerhalb Australiens wurden im Mittel von vier Jahrzehnten jährlich weniger 10 Nachzuchttiere international verschoben [2].

Haltung

Es wird empfohlen, die Tiere einzeln oder paarweise in einem Trocken- oder Halbtrockenterrarium mit Sandboden zu halten. Zur Vergrößerung des Aktionsraums sollten Rück- und Seitenwände mit Kunstfelsaufbauten oder robusten Korkplatten verkleidet werden. Die Raumtemperatur sollte tagsüber 25-30ºC mit lokaler Strahlungswärme bis 55ºC, nachts etwa 20ºC betragen. Es kann eine Winterruhe bei herabgesetzter Temperatur und reduziertem Licht herbeigeführt werden [3; 4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 10 Institutionen gezeigt. Darunter befinden sich eionzelne im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 2x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Doppelte der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.06.2022) und in der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2023) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Trauerwaran wurde 1839 von dem aus Thüringen stammenden, am Naturhistorischen Museum Leiden tätigen Zoologen Hermann SCHLEGEL als Monitor tristis beschrieben. Es werden zwei Unterarten anerkannt: die Nominatform in West- und Zentralaustralien und orientalis in Nord- und Nordostaustralien. Zusammen mit anderen kleinen Waranen Australasiens wird der Trauerwaran in die Untergattung Odatria gestellt [6; 7].

Literatur und Internetquellen

  1. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. EIDENMÜLLER, B. (2009)
  4. EIDENMÜLLER, B. & PHILIPPEN, H.-D. (2008)<
  5. ELLIS, R., WILSON, S., DOUGHTY, P. & OLIVER, P. (2018). Varanus tristis. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T83779050A101752380. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-1.RLTS.T83779050A101752380.en. Accessed on 12 March 2022.
  6. ROTTER, J. (1963)
  7. THE REPTILE DATA BASE
  8. WILSON, S. & SWAN, G. (2013)

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Gelesen 19218 mal Letzte Änderung am Montag, 07 August 2023 21:05
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx