Trut-, Raufuß-, Perlhühner

Kräuselhauben-Perlhuhn

Ostafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera puicherani) im Zoo Magdeburg Ostafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera puicherani) im Zoo Magdeburg
Claudia Frank, Pro Zoo

Ordnung: Hühnervögel (GALLIFORMES)
Unterordnung: Fasanenverwandte (PHASIANI)
Familie: Perlhühner (Numididae)

D LC 650 

Kräuselhaubenperhuhn

Guttera pucherani • The Eastern Crested Guineafowl • La pintade de Pucheran

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Kräuselhaubenperlhuhn (Guttera pucherani) im Weltvogelpark Riesa © Jirka Schmidt, Riesa

 

 

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Approximative Verbreitung des Kräuselhauben-Perlhuhns. Dunkelblau: pucherani sensu stricto, gelb: verreauxi; rot: edouardi

 

 

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Ostafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera puicherani) in Privathaltung © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Kräuselhaubenperlhühner (Guttera pucherani) im Tiergarten Gotha © Klaus Rudloff,

 

 

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Kräuselhaubenperlhühner (Guttera pucherani edouardi), wildlebend bei Cape Vial, Kwazulu-Natal © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Westafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera (p.) verreauxi) auf Briefmarke, Liberia 45 Lib$

 

 

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Das selbst nicht-gefährdete Kräuselhaubenperlhuhn ist eine auffällige Vogelart, welche die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht und daher eine gute Botschafterart für Naturschutz in Waldgebieten und Trockenwäldern Afrikas. Die Art wird mit mittlerer Häufigkeit in europäischen Zoos gezeigt

Körperbau und Körperfunktionen

Das Kräuselhauben-Perlhuhn wird etwa 50 (46-56) cm lang. Hähne erreichen ein Gewicht von über 1.3 kg. Der gerundete Schwanz zählt 16 Federn. Die schwarze Kräuselfederhaube auf dem Scheitel besteht aus bis zu 26.4 mm langen Federn. Ansonsten sind Kopf und der obere Teil des Halses unbefiedert und je nach Art oder Unterart unterschiedlich gefärbt [3; 5; 6].

Verbreitung

pucherani im engeren Sinn: Ostafrika: Kenia, Somalia, Tansania (einschließlich Sansibar) [1].

Lebensraum und Lebensweise

Das Kräuselhauben-Perlhuhn besiedelt Waldränder, Galeriewälder, Sekundärwälder und Miombo-Trockenwald (Brachystegia, Cryptosepalum, Julbernardia, Isoberlinia) bis auf eine Höhe von 2'200 m. Es ist ein Allesfresser, der Sämereien, Wurzeln, Zwiebeln und unterschiedlichste Wirbellose zu sich nimmt [1; 3].

Gebrütet wird hauptsächlich während der Regenzeit. Das Gelege besteht normalerweise aus 4-5 Eiern, gelegentlich mehr (wobei eventuell zwei Hennen in dasselbe Nest legen). Die Brutzeit dauert 23 Tage [1].

Gefährdung und Schutz

Das Kräuselhauben-Perlhuhn hat eine sehr weite Verbreitung und der Bestand scheint stabil zu sein. Es ist daher nicht als gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Kräuselhauben-Perlhühner werden zur Fleischgewinnung gejagt und gebietsweise für den internationalen Tierhandel gefangen [1].

Haltung

Kräuselhauben-Perlhühner sollten in großen, mit Büschen und Gräsern bestandenen, Volieren mit Aufbaummöglichkeiten und anschließendem, auf 10-15ºC temperiertem Schutzraum bzw. Innenvoliere gehalten werden. Sie sind verträglich mit Tauben und anderen mittelgroßen Vögeln [4].

Haltung in europäischen Zoos: Der alte Hamburger Zoo hat Kräuselhauben-Perlhühner bereits zu Beginn der 1870er-Jahre besessen, in den Londoner Zoo gelangte die Art 1879 und etwas später auch nach Berlin [3].

Heute wird die Art in 40-50 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Hühnervögel.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs sind Hühnervögel ihren sozialen Bedürfnissen entsprechend paarweise, in Gruppen oder außerhalb der Brutzeit einzeln zu halten. Die Volieren müssen für ein Paar eine Mindestfläche von 18 m², eine Höhe von 2.5 m und einen Schutzraum aufweisen. Für jeden weiteren Adultvogel ist die Fläche um 8 m² zu erweitern

Taxonomie und Nomenklatur

Das Kräuselhaubenperlhuhn wurde 1861 von Carl Johann Gustav HARTLAUB aufgrund eines aus Sansibar stammenden Exemplars beschrieben, welches er vom Naturhistorischen Museum Paris erhalten hatte, und das er zu Ehren des am Museum tätigen französischen Ornithologen Jacques PUCHERAN (1817-1895) Numida pucherani nannte. Nachdem G. edouardi zeitweilig als eine eigene Art angesehen wurde, galten bis vor Kurzem alle Kräuselhauben-Perlhühner als Unterarten von pucherani [3]. Aufgrund morphologischer Unterschiede werden heute aber drei Arten stipuliert: pucherani (Ostafrika, monotypisch), edouardi (Südostafrika) mit zwei und verreauxi (West-, Zentral und Südwestafrika) mit vier Unterarten [2]. Die Aufsplittung ist den Vögeln allerdings entgangen, die sich im Zoo wie im Freiland fröhlich über "Art"grenzen vermischen.

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Guttera pucherani. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22725212A94887385. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22725212A94887385.en . Downloaded on 05 October 2019.
  2. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. RAETHEL, H. S. (1988)
  6. WISSEL, C. von, STEFANI, M. & RAETHEL, H.-S. (1966)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx