Dorsche, Meeräschen, Ährenfische, Zahnkärpflinge

Valenciakärpfling

Valencia-Kärpfling (Valencia hispanica) im Tiergarten Schönbrunn Valencia-Kärpfling (Valencia hispanica) im Tiergarten Schönbrunn
© Petra Urbanek / TG Schönbrunn

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Familie: Mittelmeerkärpflinge (Valenciidae)

D CR 650

Valencia-Kärpfling

Valencia hispanica • The Valencia Tooth-carp • Le cyprinodon de Valence

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Valencia-Kärpfling (Valencia hispanica) im Tiergarten chönbrunn © Petra Urbanek / TG Schönbrunn

 

 

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Approximative Verbreitung des Valencia-Kärpflings (Valencia hispanica). Dunkelblau: aktuelles Areal; rot: ausgestorben

 

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Als vom Aussterben bedrohte europäische Tierart müsste der Valencia-Kärpfling eigentlich ein größeres Interesse finden. Dies ist leider nicht einmal in Spanien der Fall. Die Art wird nur ganz ausnahmsweise in europäischen Zoos und Schauaquarien gehalten und gezüchtet.

Körperbau und Körperfunktionen

Valencia-Kärpflinge werden bis 8 cm lang und können vier Jahre alt werden [1].

Verbreitung

Mittelmeergebiet: Spanische Mittelmeerküste von der Ebromündung bis Cabo de Santo Antonio bei Dénia. Im auf der Verbreitungskarte angegebenen Areal gibt es noch sechs Standorte, wo die Art vorkommt [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Lebensräume des Valencia-Kärpflings sind Sümpfe, Lagunen, Quelltöpfe und sonstige Feuchtgebiete mit wenig Strömung und reichlichem Pflanzenwuchs. Die Fische ernähren sich hauptsächlich von Krebschen und Insektenlarven. Der Valencia-Kärpfling ist eierlegend. In einer Fortpflanzungsperiode produzieren die Weibchen etwa 200 bis 250 Eier, die in Portionen von 20-30 Stück an Wasserpflanzen nahe der Wasseroberfläche abgelegt werden [2].

Gefährdung und Schutz

Der Bestand der Art hat als Folge von Lebensraumzerstörung, Gewässerverschmutzung und Konkurrenz durch eingeführte Moskitofische (Gambusia holbrooki) zwischen 1996 und 2006 um 80% abgenommen. Sie wird deshalb aufgrund einer revisionsbedürftigen Beurteilung aus dem Jahr 2006 als vom Aussterben bedroht eingestuft [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, darunter im Tiergarten Schönbrunn. Für Details siehe Zootierliste. Seit 2021 gibt es ein vom Bristol Zoo koordiniertes Zuchtprogramm ("New Style"-EEP) für Mittemeerkärpflinge.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1846 von dem Pariser Zoologen und Parasitologen Achille VALENCIENNES als "Hydrargyra hispanica" beschrieben und wurde 1928 vom amerikanischen Ichthyologe George Sprague MYERS in die neue Gattung Valencia verschoben [2].

Literatur und Internetquellen

  1. CRIVELLI, A.J. (2006). Valencia hispanica. The IUCN Red List of Threatened Species 2006: e.T22829A9392487. http://www.iucnredlist.org/details/22829/0. Downloaded on 04 March 2018.
  2. FISH BASE

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Gelesen 3426 mal Letzte Änderung am Dienstag, 09 November 2021 11:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx