Meerkatzen, Makaken, Mangaben, Paviane

Rotgesichtsmakak

Rotgesichtsmakak (Macaca fuscata) im Zoo an der Wingst Rotgesichtsmakak (Macaca fuscata) im Zoo an der Wingst
© Wingst-Zoo

Überordnung: EUARCHONTOGLIRES
Ordnung: Affen und Halbaffen (PRIMATES)
Unterordnung: Affen (Simiae / Haplorrhini)
Teilordnung: Eigentliche Affen (Simiiformes)
Überfamilie: Altwelt- oder  Schmalnasenaffen  (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus Pavianartige (Papionini)

D LC 650

Rotgesichts- oder Japanmakak

Macaca fuscata • The Japanese Macaque • Le macaque japonais ou macaque à face rouge

Rotgesichtsmakak in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Rotgesichtsmakak in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Gefährdung und Schutz: Die Art ist in Japan weit verbreitet und ist nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung des Rotgesichtsmakaken (Macaca fuscata)
Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Japan (Honshu, Shikoku, Kyushu und verschiedene kleinere Inseln).

Rotgesichtsmakak in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Rotgesichtsmakak in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Lebensraum und Lebensweise: Japanmakaken kommen in immergrünen und winterkahlen Laubwäldern vor. Ihre nördliche Verbreitungsgrenze  liegt bei 42° nördlicher Breite, wo klimatische Verhältnisse herrschen, die denen Mitteleuropas in etwa entsprechen. Im Winter müssen die Tiere daher Kälteperioden mit hoher Schneedecke und kargem Nahrungsangebot überstehen. Eine große Makakenherde in der Provinz Nagano nutzt während des Winters die Thermalquellen von Jikogu Dani. Die Tiere tauchen bis zum Hals ins warme Wasser ein und geben sich dort sozialer Fellpflege hin oder spielen.

Japanmakaken ernähren sich von Früchten, Beeren, Blättern, Wurzelknollen, Rinde, Samen, kleinen Wirbeltieren und Insekten. Auf der Insel Koshima haben sie gelernt, Süßkartoffeln (Ipomoea batatas) vor dem Verzehr durch Waschen von anhaftender Erde zu befreien. Anfänglich wuschen sie 106-008-003-005 macaca fuscata kat kunsth klefisch
Zwei Japan-Makaken (Macaca fuscata) im Schnee. Unbekannter Künstler, 19. Jhdt. Aus: Katalog Kunsthandel Klefisch
die Knollen nur im Süsswasser, später auch im Meerwasser, wobei sie dazu übergingen, die Süßkartoffeln regelrecht zu würzen [1; 2; 3].

Kulturelle Bedeutung: Die Rotgesichtsmakaken spielen eine bedeutende Rolle in der Mythologie, Literatur und bildenden Kunst des japanischen Volkes. Die berühmte drei heiligen Affen, die nichts Böses sehen, nichts Böses hören und nichts Böses sagen wollen, stammen nicht etwa aus Indien, wie oft angenommen wird, sondern sind Rotgesichtsmakaken [1].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 70 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur: Die Makaken sind ein weiteres Beispiel dafür, wie es durch die Aufwertung von Unterarten zu einer wundersamen Artenvermehrung kommen kann: als 1974 die erste ISIS-Taxonomie veröffentlicht wurde, waren gerade mal 12 Arten anerkannt. Mittlerweile sind es 22. Von fuscata gibt es neben der Nominatform noch die Unterart M. f. yakui, die auf der 505 km² großen Insel Yakushima lebt [2; 3].

Literatur und Internetquellen:

  1. BERGER, G. & TYLINEK, E. (1984)
  2. WATANABE, K. & TOKITA, K. (2008). Macaca fuscata. The IUCN Red List of Threatened Species 2008. http://www.iucnredlist.org/details/12552/0. Downloaded on 18 May 2018.
  3. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

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Gelesen 357 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 13 Juni 2018 22:07
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx