Südfrösche und sonstige Frösche

Afrikanischer Ochsenfrosch

Afrikanischer Ochsenfrosch (Pyxicephalus adspersus) im Tiergarten Schönbrunn Afrikanischer Ochsenfrosch (Pyxicephalus adspersus) im Tiergarten Schönbrunn
© Norbert Potensky / TG Schönbrunn

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Afrikanische Ochsenfrösche (Pyxicephalidae)

D LC 650

Afrikanischer Ochsenfrosch

Pyxicephalus adspersus • The African Bullfrog • La grenouille taureau africaine

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Afrikanischer Ochsenfrosch (Pyxicephalus adspersus) im Walter Zoo, Gossau © Walter Zoo

 

 

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Approximative Verbreitung des Afrikanischen Ochsenfroschs (Pyxicephalus adspersus)

 

 

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Afrikanisches Ochsenfrösche (Pyxicephalus adspersus) im Zoo Dresden © Peter Dollnger, Zoo Office Bern

 

 

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Die in ihrer Heimat nicht gefährdeten Afrikanischen Ochsenfrösche sind eindrückliche Tiere, die häufig, etwa im Rahmen einer Afrika-Ausstellung, in Zoos gezeigt werden.

Körperbau und Körperfunktionen

Afrikanische Ochsenfrösche sind die größten Amphibien, die es im südlichen Afrika gibt. Sie haben einen massigen Körper, einen breiten Kopf, ein sehr breites Maul und muskulöse Hinterbeine. Die Männchen werden größer als die Weibchen. Sie können eine Kopf-Rumpf-Länge von 24.5 cm und ein Gewicht von 1.4 kg erreichen. Die Maximalgröße variiert allerdings regional. Frösche aus dem südafrikanischen Lowveld sind deutlich kleiner, als jene aus dem Highveld. Die Rückenhaut weist zahlreiche Längsfalten auf. Die Färbung ist variabel, grün, olivfarben, braun oder gräulich mit dunkleren Flecken und oft 1-3 helleren Längsstreifen auf dem Rücken. Die Unterseite ist gelblich, wobei die Männchen eine dunklere Kehle haben [2; 5; 6]. 

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara : Angola, Botswana, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika, Sambia, Simbabwe, Tansania. Ausgestorben in Swasiland [4].

Lebensraum und Lebensweise

Die Art kommt in trockeneren Savannen und Küstenebenen vor und bewohnt auch Gärten, Felder und Siedlungen. Die Frösche überdauern Trockenperioden in Kokons im Boden. Die Fortpflanzung wird durch Niederschläge stimuliert. Die Männchen locken die Weibchen mit lauten Rufen an. Die Weibchen legen bis zu 4'000 Eier mit einem Durchmesser von 2 mm in Ballen frei ins Wasser. Die Männchen bewachen den Laich und danach die Larven. Diese schlüpfen nach 20-24 Stunden. Sie erreichen rasch eine Länge von bis zu 7 cm. Nach 15-20 Tagen ist die Metamorphose abgeschlossen. Die Jungfrösche haben eine Kopf-Rumpflänge von 20-24 mm [3; 5; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung, kann unterschiedliche Habitate nutzen und die Bestände sind groß. Sie gilt daher nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2013 nicht als gefährdet [4]. 

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

In vielen Teilen Afrikas werden die Ochsenfrösche als Delikatesse angesehen und während der Sommermonate in großen Mengen gefangen: Die Art befindet sich gelegentlich im Heimtierhandel [4; 6].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 40 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1838 von dem Schweizer Naturforscher Johann Jakob von TSCHUDI im Rahmen seines Werks "Classification der Batrachier mit Berücksichtigung der fossilen Thiere dieser Abtheilung der Reptilien" unter ihrem noch heute gültigen Namen beschrieben (pp. 83-84) [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. HERRMANN, H. J. (2005)
  4. IUCN SSC Amphibian Specialist Group (2013). Pyxicephalus adspersus. The IUCN Red List of Threatened Species 2013: e.T58535A3070700. http://www.iucnredlist.org/details/58535/0. Downloaded on 29 November 2017.
  5. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2001)
  6. PIENAAR, U. DE V. ; PASSMORE, N.I. & CARRUTHERS, V.C. (1976)

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Gelesen 1002 mal Letzte Änderung am Sonntag, 06 Januar 2019 15:16
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx